Direkt zum Inhalt

Ein Jahr Donald Trump Angriffe auf Menschenrechte und LGBTIQ+

Von ms - 20.01.2026 - 10:00 Uhr
Ein Jahr Donald Trump
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zieht ein dunkles Fazit nach einem Jahr Trump-Administration. In der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hätte sich demnach die Situation der Menschenrechte in den USA und weltweit gravierend verschlechtert, insbesondere auch im Bereich LGBTIQ+. 

Verletzung von Grundfreiheiten 

In einem neuen Bericht (Ringing the Alarm Bells. Rising Authoritarian Practices and Erosion of Human Rights in the United States)  dokumentierte Amnesty International ausführlich die Entwicklungen der letzten zwölf Monate: „Innenpolitisch hat der US-Präsident eine Vielzahl von teils rechtswidrigen Exekutivanordnungen und politischen Maßnahmen durchgesetzt, die Menschenrechte und Grundfreiheiten verletzen und zur Erosion von Rechtsstaatlichkeit beitragen. Außenpolitisch findet eine Abkehr von den Grundprinzipien der menschenrechtsbasierten internationalen Zusammenarbeit statt, darunter der historisch präzedenzlose Austritt aus 66 internationalen Organisationen“, so Amnesty. 

Angriff auf Menschenrechte 

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, erklärt überdies: „Die Vielzahl menschenrechtsfeindlicher Maßnahmen durch die Trump-Regierung macht deutlich, dass wir es mit einem systematischen und gezielten Angriff auf Menschenrechte zu tun haben. Die Konzentration von Macht, der Ausbau autoritärer Praktiken sowie Rassismus sind Kernbestandteil dieser neuen Regierungspolitik (…) Das alles geschieht in einer Zeit, in der wir weltweit ein Erstarken autoritärer Regierungen beobachten, und befördert diese bedrohliche Tendenz weiter.“ Innerhalb der ersten einhundert Tage habe die Trump-Administration so weit über einhundert Exekutivanordnungen erlassen, mit denen die bürgerlichen Grundrechte in den Vereinigten Staaten einschränkt wurden. 

Kritik an LGBTIQ+- und HIV-Politik 

Neben den Abschiebungen und der „rassistischen Migrationspolitik“ kritisiert Amnesty insbesondere die Streichung von Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsmaßnahmen (DEI-Programme) gegen Rassismus, Sexismus und Diskriminierungen von queeren Menschen sowie den Ausschluss von trans* Personen aus dem aktiven Militärdienst und die Einschränkung der Anerkennung von Geschlechtsidentitäten. Ebenso in derer Kritik stehen die Beschränkungen beim legalen Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen sowie die „Angriffe auf die Presse- und Meinungsfreiheit“. Darüber hinaus verweist Amnesty auf die „drastische Einstellung von Auslandshilfen“ bei der US-Entwicklungsbehörde USAID im Einsatz gegen HIV. 

Fatales Signal an Staatengemeinschaft

Zudem betonte die Organisation dabei: „Insbesondere die Rechte und Sicherheit von Minderheiten und vulnerablen Gruppen werden durch diese Politik großflächig untergraben, darunter die geflüchteter Menschen und Migrant*innen, aber auch LGBTI+, Frauen und People of Color. Hinzu kommt die systematische Missachtung von Gesetzen und Gerichtsurteilen und damit das zunehmende Außerkraftsetzen institutioneller wie zivilgesellschaftlicher Mechanismen zur Kontrolle staatlicher Macht.“

„Mit diesen innen- und außenpolitischen Schritten sendet die Trump-Regierung an andere Staaten das fatale Signal, es sei akzeptabel, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte mit Füßen zu treten. Umso mehr muss die internationale Gemeinschaft auch gegenüber den Vereinigten Staaten uneingeschränkt und entschlossen für die Einhaltung der Menschenrechte eintreten“, fordert Duchrow abschließend. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostDie Sehnsucht im Italien der bleiernen Jahre: „Buch der Träume“WDRComing-Out-Days: Queeres Leben auf dem LandWDRDüsseldorfer spricht über Coming-out und Identitätder FreitagTürkischer Exil-Autor Barbaros Altuğ: „Ich stand dort plötzlich wie der Hauptangeklagte“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Queere Vielfalt im Tierreich

Wenn Widder auf Widder stehen

Manche Widder bevorzugen andere Männchen. Gleichgeschlechtliches Verhalten ist weit verbreitet – was Studien zeigen und wo Vergleiche hinken.
Ältere Brüder, schwule Söhne?

Was die Forschung wirklich zeigt

Ältere Brüder und schwule Söhne: Studien finden Zusammenhänge. Doch die Ursache ist nicht bewiesen – und die Statistik bleibt umstritten.
Dresden holt den EuroPride

Rückkehr nach 25 Jahren

Dresden richtet den EuroPride 2029 aus. Nach 25 Jahren kehrt das europäische Pride-Event nach Deutschland zurück. Das Motto setzt auf Brücken.
Streit um Pornoseiten

Sperren vorerst gestoppt

Pornhub und YouPorn müssen vorerst nicht gesperrt werden. Das OVG NRW verweist auf EU-Recht. Der Streit um wirksamen Jugendschutz geht weiter.
Empörung auf Bestellung

Ragebait ist Jugendwort 2026

„Ragebait“ ist das Jugendwort 2026. Was der Begriff bedeutet, warum Provokation Reichweite bringt und was die LGBTIQ+-Community daraus lernen kann.
Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.