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Absage an Fußball-WM 2026 Queerer Fanverein aus England zieht sich wegen US-Politik zurück

Von ms - 20.01.2026 - 11:00 Uhr
Absage an Fußball-WM 2026
Foto: iStock / CrailsheimStudio
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Der offizielle LGBTIQ+-Fanverband der englischen Fußballnationalmannschaft wird bei der Männer-Weltmeisterschaft 2026 keine sichtbare Präsenz zeigen. Three Lions Pride begründete die Entscheidung mit einem aus seiner Sicht „gefährlichen Rückbau von Menschenrechten“ in den Vereinigten Staaten, einem der drei Gastgeberländer des Turniers.

Gefährliche Lage in den USA

In einer Erklärung kritisierte die Organisation insbesondere die Entwicklung der Menschenrechtslage in den USA und verwies dabei vor allem auf Einschränkungen für LGBTIQ+-Personen. Die Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Gespielt wird in insgesamt 16 Städten, davon elf in den Vereinigten Staaten, drei in Mexiko und zwei in Kanada.

Die Vergabe der WM an die drei nordamerikanischen Länder war bereits 2018 bekannt gegeben worden. Damals wurde die Entscheidung von vielen queeren Fußballfans positiv aufgenommen, da zeitgleich Russland Gastgeber der WM war und Katar das Turnier 2022 ausrichtete. Nach Einschätzung von Three Lions Pride hat sich die Lage in den USA seitdem allerdings deutlich verändert, unter der Trump-Regierung habe sich das Sicherheitsgefühl für LGBTIQ+-Reisende deutlich verschlechtert. 

Angriffe auf queere Community befürchtet

In der Erklärung heißt es weiter, die WM sei lange als Gelegenheit gesehen worden, „für queere Fans ein Turnier zu genießen, bei dem es mehr um Fußball als um ihre persönliche Sicherheit geht. Diese Hoffnung, dieser Optimismus, ist völlig zerstört“, so die Organisation.

Weiter heißt es: „Als Gruppe, die Unterstützung und Gemeinschaft für die gesamte LGBT+-Familie bietet, hat die Rhetorik und der gefährliche Rückbau von Menschenrechten in den USA bei Fans, die ursprünglich geplant hatten, die WM 2026 zu besuchen, große Besorgnis ausgelöst. Es besteht die Befürchtung, dass unsere trans* Angehörigen einem hohen Risiko von Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt wären, unsere butch-lesbischen Angehörigen im Fadenkreuz anti-transgender Gesetzgebungen rund um Toiletten geraten würden und unsere queere Familie allgemein Ziel von Missbrauch wäre.“

Kritik auch an der FIFA

Three Lions Pride nannte weitere Gründe für den Verzicht auf eine sichtbare Teilnahme. Dazu zählen Einreisebeschränkungen für Staatsangehörige bestimmter Länder, geplante Visa-Anforderungen mit der Offenlegung von fünf Jahren Social-Media-Aktivität sowie der Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE in verschiedenen US-Städten. Auch die Ticketpreise spielten nach Angaben der Organisation eine Rolle. Abschließend erklärte die Gruppe: „Angesichts der Probleme rund um das Turnier wird Three Lions Pride keine sichtbare Präsenz bei der Männer-Weltmeisterschaft 2026 zeigen. Wir können die Sicherheit unserer Mitglieder nicht garantieren und können die erschreckenden Entscheidungen der FIFA in Bezug auf Ticketing und Sicherheitsvorkehrungen nicht durch unsere sichtbare Teilnahme als Gruppe stillschweigend billigen.“

Zum Weltverband FIFA betonte Three Lions Pride dabei überdies: „Dieses Turnier hatte so viel Versprechen. Weniger als sechs Monate vor dem Turnier verspricht es nur noch, die Taschen der FIFA zu füllen, während TV-Zuschauer leere Plätze sehen und treue Fans ausgeschlossen werden. Gleichzeitig entsteht ein echtes Risiko zahlreicher Menschenrechtsverletzungen aufgrund von Behinderung, Rasse, Geschlecht und Sexualität. Heute und jeden Tag sollte Gianni Infantino sich schämen.“

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