Direkt zum Inhalt
Stichwahl in Portugal
ANZEIGE

Stichwahl in Portugal Rechtspopulist kämpft ums Präsidentenamt

ms - 20.01.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

In Portugal kommt es am 8. Februar zur Stichwahl um das Präsidentschaftsamt – nach Auszählungen der Wahlergebnisse vom Wochenende liegen der Sozialist António José Seguro und der Rechtspopulisten André Ventura vorne. Für die LGBTIQ+-Community dürfte die Stichwahl von besonderer Bedeutung sein, erste queere Vereine im Land blicken mit Sorge in die Zukunft.  

Griff nach der Macht 

Seguro von der sozialdemokratisch orientierten Sozialistischen Partei (PS) kam auf rund 31 Prozent der Stimmen, Ventura von den aufstrebenden Rechtspopulisten erlangte rund 23,5 Prozent. Für die Rechtskonservativen ein großer Erfolg, erst vor sechs Jahren war seine Partei Chega ("Es reicht") gegründet worden. Der bisherige konservative Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. 

Aktuell werden Ventura wenig Siegerchancen eingeräumt, nachdem zuletzt rund 60 Prozent der Einwohner Portugals in einer Befragung angaben, keinesfalls die Rechtspopulisten wählen zu wollen. Das langfristige Ziel des 43-Jährigen dürfte allerdings das Amt des Regierungschefs sein: „André Ventura kandidiert, um seine Wählerbasis zu halten", so der Politikwissenschaftler António Costa Pinto von der Universität Lissabon gegenüber der Tagesschau. 

Sorge der Community

Wirklich beruhigend klingt das für viele LGBTIQ+-Menschen im Land nicht, sie befürchten Rückschritte oder eine Kehrtwende in der Politik, die sich dann gegen die Community wenden könnte. Portugal hat sich in den letzten fünfzehn Jahren verstärkt für Bürger- und Freiheitsrechte eingesetzt. Dazu zählten auch weitreichende Fortschritte bei LGBTIQ+-Rechten, etwa die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe, die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Familien und gesetzliche Regelungen zur geschlechtlichen Selbstbestimmung.

Mit Ventura erreichte erstmals jetzt ein Vertreter der extremen Rechten die Stichwahl um das Präsidentenamt – Hauptthema seines Wahlkampfes war Kritik an der  „übermäßigen Einwanderung“. Doch auch bei den LGBTIQ+-Rechten positionierte sich Ventura klar ablehnend. Er wandte sich wiederholt gegen das, was er als „Gender-Ideologie“ bezeichnet, sprach sich gegen Bildungsprogramme zu Vielfalt an Schulen aus und kritisierte bestehende Schutzmaßnahmen für queere Menschen. 

In der Vergangenheit stellte er sich auch gegen Gesetze zur geschlechtlichen Selbstbestimmung und betonte die Bedeutung der „traditionellen Familie“. Eine ausdrückliche Rücknahme bestehender Gesetze kündigte er bislang nicht an, eine Wahl Venturas würde jedoch als politisches Signal gewertet. Demgegenüber steht Seguro, dessen Partei maßgeblich an der Einführung zentraler Bürgerrechtsreformen beteiligt war, darunter die gleichgeschlechtliche Ehe, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und Antidiskriminierungsgesetze. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.