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Radikales Vorgehen in Malaysia Wegen der Bezeichnung „gay-friendly“ muss Hotel schließen

Von ms - 20.01.2026 - 15:00 Uhr
Radikales Vorgehen in Malaysia
Foto: iStock / Oleh_Slobodeniuk
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Der offensichtliche Hass gegen Homosexuelle in Malaysia kennt offenbar kaum noch Grenzen: Nachdem in den letzten Monaten Razzien, Verhaftungen und Gewaltaufrufe gegen Schwule massiv zugenommen haben, ist die Regierung jetzt gegen ein Hotel vorgegangen. Das einzige „Verbrechen“ des Etablissements: Es bezeichnete sich online als „gay-friendly“.

Razzia in leerem Hotel

In Malakka im Südwesten Malaysias kam es zu einer Razzia im besagten Hotel. Die Aktion führten Beamte der örtlichen Verwaltung gemeinsam mit der nationalen Religionsbehörde durch, nachdem Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen waren. Das Hotel mit 37 Zimmern war zum Zeitpunkt der Razzia gegen 11 Uhr vormittags praktisch leer. Nur ein Zimmer wies Anzeichen für eine Belegung auf – das Bett war ungemacht, und die Beamten fanden unter anderem Kondome. Gäste waren nicht vor Ort.  

Haftandrohung gegen Eigentümer 

Das reichte für die Behörden trotzdem aus, um die Schließung des Hauses anzuordnen und dem Eigentümer die Betriebserlaubnis zu entziehen. Dieser muss nun vor Gericht erklären, weshalb das Haus als „gay-friendly“ vermarktet wurde – ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Als rechtliche Grundlage nannten die Beamten mögliche Verstöße gegen das Strafgesetz nach der islamischen Scharia. Dazu zählen unter anderem gleichgeschlechtliche Handlungen, die als „gegen die Natur“ eingestuft werden und mit bis zu zwanzig Jahren Gefängnis bestraft werden. „Werbung“ oder Unterstützung für die Community können bis zu drei Jahren Haft geahndet werden.

Die Maßnahme reiht sich in eine Serie ähnlicher Aktionen ein. Zuletzt im Dezember hatten die Behörden eine Razzia in einer Gay-Sauna in Kuala Lumpur durchgeführt und über 200 Personen festgenommen. Im Sommer waren rund zwanzig Personen in einem Haus festgesetzt worden, bei dem es sich jedoch um eine offiziell genehmigte HIV-Beratungsstelle handelte.

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