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Aktuelle Befragung überrascht Studie: Junge Männer verfestigen konservative Haltung

Von mr - 19.01.2026 - 17:30 Uhr
Studie: Junge Männer verfestigen konservative Haltung
Foto: © iStock / zodebala
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Junge Männer zeigen wieder mehr Ablehnung gegenüber Homosexualität – eine aktuelle Studie überrascht diesbezüglich sehr.

 

Deutlicher Generationen- und Geschlechterunterschied

Die jüngsten Ergebnisse einer großangelegten Befragung des Pew Research Centers belegen einen überraschenden Trend: Männer im Alter von unter 24 Jahren halten häufiger konservative Ansichten zu Rechten von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Menschen als Männer älterer Jahrgänge. Während 71 Prozent der Männer, die nach 2000 geboren wurden, die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe unterstützen, liegt dieser Wert für Männer aus den 1990er Jahren bei 77 Prozent, für die aus den 1980ern bei 73 Prozent. Besonders auffällig ist der Gegensatz zu jungen Frauen: Hier sprechen sich 83 Prozent für die gleichgeschlechtliche Ehe aus, 82 Prozent für die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität.

Auch bei der Akzeptanz von trans* Personen gibt es eine tiefe Kluft zwischen den Geschlechtern. Lediglich 44 Prozent der jungen Männer sind der Meinung, trans* Menschen sollten gesellschaftlich akzeptiert werden. Bei den Frauen teilen 60 Prozent diese Ansicht. Solche Unterschiede gelten auch für andere gesellschaftspolitische Fragen wie Abtreibungsrechte.

 

Sozialer Einfluss und mediale Prägung

Forschende beobachten, dass insbesondere konservative und religiöse Botschaften in Sozialen Medien das Weltbild junger Männer prägen. Ryan Burge, Professor für Gesellschaftspolitik, sieht hierin einen entscheidenden Einflussfaktor. Soziale Unsicherheiten und die Suche nach Zugehörigkeit könnten diese Anfälligkeit verstärken. Unterstützt wird diese These durch weitere Studien, die zeigen, dass Social-Media-Plattformen zunehmend als Instrumente für gezielte Desinformation genutzt werden, was das Misstrauen gegenüber pluralistischen Werten in der jungen männlichen Zielgruppe weiter schürt.

 

Höhere religiöse Identifikation unter jungen Erwachsenen

Junge Menschen geben im Vergleich zu früheren Generationen häufiger eine religiöse oder spirituelle Identität an. Dies beeinflusst auch die Einstellung zu LGBTIQ+-Rechten maßgeblich, wie Umfragen aus den USA und Europa nahelegen. Während gleichzeitig mehr junge Erwachsene als je zuvor eine eigene LGBTIQ+-Identität benennen, verhärtet sich bei jungen Männern ein Teil sozialer Haltungen.

Es bleibt offen, ob diese konservative Wende nachhaltig ist oder ob sich gesellschaftliche Einstellungen mit zunehmendem Alter, eigener Familiengründung oder beruflicher Stabilisierung erneut wandeln werden. Entscheidend könnte sein, inwieweit Bildungseinrichtungen, Jugendverbände und Medien gezielt Inklusion fördern. Daran schließt sich die Frage: Lässt sich die Kluft zwischen den Haltungen junger Frauen und Männer künftig wieder schließen?

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