Direkt zum Inhalt
Social-Media-Verbote

Social-Media-Verbote Medienkompetenz statt Pauschal-Zensur

ms - 13.11.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Soll es in Deutschland ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren geben? Seit Monaten wird darüber heftig debattiert, mehrere Politiker von SPD und der Union haben sich bereits dafür ausgesprochen und führen dabei argumentativ die bestehenden Verbote in Australien ins Felde. Queere Vereine indes befürchten massive Probleme für homosexuelle und queere Jugendliche und zudem eine mögliche Zensur im Bereich LGBTIQ+. Nun bezog auch die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) Stellung und forderte „differenzierte Lösungen“. 

Teilhabe Jugendlicher nicht einschränken 

Die Kernaussage dabei: Pauschale Regelungen oder Verbote für ganze Altersgruppen seien falsch, diese würden nur die „Teilhabe junger Menschen an einer digitalisierten Lebenswelt erheblich einschränken“, so die FSM. Dazu würde die Medienkompetenz von Jugendlichen weiter zurückgehen. Darüber hinaus gefährde eine Zensur von sozialen Medien auch die Wahrung von Kinderreichten. Die Fachbehörde setzt indes mehr auf moderne Ansätze: „Technische Lösungen können helfen, Online-Inhalte zu filtern und altersgerechte Zugänge sicherzustellen“, so ein Sprecher von FSM weiter. Zudem betonte Geschäftsführer Martin Drechsler, dass man „Schutz, Befähigung und Teilhabe“ immer zusammendenken müsse. 

Warnung von queeren Verbänden 

Queere Verbände haben in den letzten Monaten mehrfach davor gewarnt, dass insbesondere LGBTIQ+-Jugendliche im ländlichen Raum durch ein Verbot besonders stark betroffen sein könnten. Isolation und Einsamkeit würden zunehmen, denn der digitale Raum sei inzwischen einer der wichtigsten Orte für queere Jugendliche, um sich zu vernetzen, auszutauschen und Freunde zu finden, wie Nick Hampel vom Jugendnetzwerk Lambda betonte. Auch der Deutsche Lehrerverband und das Deutsche Kinderhilfswerk sprachen sich derweil gegen Verbote aus, ein solches Vorhaben sei realitätsfern. Sie appellierten ähnlich wie die FSM für eine Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Scharfe Kritik an Trump

Desaströse US-LGBTIQ+-Politik

Viele LGBTIQ+-Amerikaner haben derzeit massiv Sorgen und Ängste, betonte jetzt die Human Rights Campaign mit Blick auf die Trump-Politik.
PrEP-Engpass in der Schweiz

Aidshilfe ruft zu Solidarität auf

In der Schweiz ist die PrEP derzeit nicht verfügbar, betroffen sind rund 6.000 Schwule. Die Schweizer Aidshilfe ruft zu Solidarität auf.
HIV-Krise in Florida

Finanzhilfen radikal gestrichen

Floridas Regierung bleibt hart und hat jetzt Finanzhilfen für HIV-Medikamente für rund 12.000 Menschen gestrichen. Angst und Panik machen sich breit.
Gay and Lesbian Mardi Gras

Rund 10.000 Teilnehmer in Sydney

Beim Gay and Lesbian Mardi Gras am Wochenende feierten rund 250.000 Menschen in Sydney friedlich unter Polizeischutz die Community.
Widerstand in Ghana

Petition gegen Hass-Gesetz

In Ghana könnte bald ein Gesetz in Kraft treten, dass die Existenz von Homosexualität verbietet. Jetzt weiten sich die Proteste gegen das Vorhaben aus
Absage CSD Gelsenkirchen 2025

Neue Hintergründe zu den Ursachen

2025 wurde der CSD Gelsenkirchen aus Gefahrengründen abgesagt, jetzt kam er heraus, dass es sich wohl im Drohungen von Islamisten handelte.
Heated Rivalry als Comic

Asiens große Boys Love Literatur

In Asien gibt es seit Jahrzehnten eine große Nachfrage nach schwulen Manga-Lovestorys. Aktuell heiß begehrt sind Zeichnungen zu "Heated Rivalry".
Grundrechtsrisiko steigt

Parlamentsabstimmung bleibt offen

Im Senegal werden nicht nur sexuelle Kontakte gleichgeschlechtlicher Paare, sondern nunauch der bloße Einsatz für LGBTIQ+-Rechte kriminalisiert.
Haft nach Cyberstalking

Schwule als Opfer ausgesucht

Ein 40-jähriger Mann wurde in den USA wegen Cyberstalking jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt, seine Opfer waren alle schwule Männer.