Direkt zum Inhalt
Niederlage für Kalifornien

Niederlage für Kalifornien Oberster Gerichtshof streicht Gesetze für queere Schüler

ms - 03.03.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der US-Supreme Court hat mehrere kalifornische Gesetze gestoppt, die die Weitergabe von Informationen über die Geschlechtsidentität von trans* Schülern an deren Eltern eingeschränkt haben. Der Oberste Gerichtshof der USA gab damit einem Eilantrag statt. Die Entscheidung fiel entlang der parteipolitischen Linien, die drei liberalen Richter widersprachen, die sechs konservativen sprachen sich dafür aus. 

Bisherige Regelungen

Die Regelungen in Kalifornien stützen sich unter anderem auf das im Bundesstaat verankerte Recht auf Privatsphäre. Nach Auffassung des Bundesstaates unter Leitung des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom  können diese Bestimmungen greifen, wenn trans* Schülerinnen und Schüler nicht möchten, dass ihre Geschlechtsidentität ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten offengelegt wird – etwa aus Angst vor Ablehnung, Anfeindungen oder Gewalt. Diese Wahlmöglichkeit ist nun vorbei. 

Zweijähriger Rechtsstreit 

Mit dem Beschluss endet ein mehr als zweijähriger Rechtsstreit vor Gerichten auf bundesstaatlicher und föderaler Ebene. Auslöser war eine Klage aus dem Jahr 2023,  zwei Lehrer aus Südkalifornien zogen gegen den Escondido Union School Distrikt vor ein US-Bezirksgericht. In der Klageschrift hieß es: „Das Recht der Eltern, Entscheidungen über die Fürsorge, das Sorgerecht, die Erziehung und die medizinische Versorgung ihrer Kinder zu treffen, ist eines der ältesten grundlegenden Freiheitsrechte, die Amerikaner genießen.“ Weiter wurde betont, eine Verletzung dieses Rechts im Zusammenhang mit der Geschlechtsidentität eines Kindes könne zu schweren emotionalen und körperlichen Schäden führen. Später schlossen sich zwei katholische Ehepaare der Klage an. Der Fall wanderte dann durch die Instanzen bis hinauf zum höchsten Gericht des Landes.  

Der Supreme Court befasst sich derzeit mit einem weiteren Fall, den die queere Community direkt betrifft. Zwei trans* Mädchen haben darin Klage gegen Gesetze in West Virginia und Idaho eingereicht, die ihnen die Teilnahme am Mädchensport untersagen. Eine finale Entscheidung steht hier noch aus, laut dem britischen Guardian scheinen die Richter aber dazu zu tendieren, das Verbot zu bestätigen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Amputation bei Aktivistin

Zustand von Ibtissame Lachgar

Die Aktivistin Ibtissame Lachgar droht in marokkanischer Haft die Amputation eines Arms. Sie wurde wegen einem islamkritischen T-Shirts verurteilt.
LGBTIQ+ im Iran

Der Kampf geht weiter

Die iranische LGBTIQ+-Organisation 6Rang betonte jetzt, dass der Kampf um Freiheit und Gleichheit auch nach dem Tod von Khamenei weiter geht.
Weitergabe von sensiblen Daten

Änderungen beim SBGG weiter geplant

Das Bundesinnenministerium will das Selbstbestimmungsgesetz weiterhin überarbeiten lassen und Daten beim Personenstandswechsel an Behörden weitergeben
Scharfe Kritik an Trump

Desaströse US-LGBTIQ+-Politik

Viele LGBTIQ+-Amerikaner haben derzeit massiv Sorgen und Ängste, betonte jetzt die Human Rights Campaign mit Blick auf die Trump-Politik.
PrEP-Engpass in der Schweiz

Aidshilfe ruft zu Solidarität auf

In der Schweiz ist die PrEP derzeit nicht verfügbar, betroffen sind rund 6.000 Schwule. Die Schweizer Aidshilfe ruft zu Solidarität auf.
HIV-Krise in Florida

Finanzhilfen radikal gestrichen

Floridas Regierung bleibt hart und hat jetzt Finanzhilfen für HIV-Medikamente für rund 12.000 Menschen gestrichen. Angst und Panik machen sich breit.
Gay and Lesbian Mardi Gras

Rund 10.000 Teilnehmer in Sydney

Beim Gay and Lesbian Mardi Gras am Wochenende feierten rund 250.000 Menschen in Sydney friedlich unter Polizeischutz die Community.
Widerstand in Ghana

Petition gegen Hass-Gesetz

In Ghana könnte bald ein Gesetz in Kraft treten, dass die Existenz von Homosexualität verbietet. Jetzt weiten sich die Proteste gegen das Vorhaben aus
Absage CSD Gelsenkirchen 2025

Neue Hintergründe zu den Ursachen

2025 wurde der CSD Gelsenkirchen aus Gefahrengründen abgesagt, jetzt kam er heraus, dass es sich wohl im Drohungen von Islamisten handelte.