PrEP-Engpass in der Schweiz Rund 6.000 Schwule sitzen auf dem Trockenen
Krise in der schwulen Community in der Schweiz: In der Alpenrepublik existiert aktuell ein akuter Engpass bei der Versorgung mit der HIV-Präexpositionsprophylaxe PrEP. Mehrere Gesundheitsportale berichten, dass das aktuell einzige, in der Schweiz verfügbare Präparat vorübergehend gar nicht oder nur stark eingeschränkt erhältlich ist. Von dem Krise betroffen sind dabei rund 6.000 schwule und bisexuelle Männer, die nach Angaben der Swiss AIDS Federation das Medikament regelmäßig zum Schutz vor einer HIV-Infektion einnehmen.
Aufruf zu Solidarität
Auf ihrer Instagram-Seite betont die Schweizer Aidshilfe: „Wir wissen, dass das verunsichert – besonders für Menschen, für die PrEP ein wichtiger Teil ihrer sexuellen Gesundheit und Selbstbestimmung ist.“ Man wisse aktuell nicht, wie lange der Engpass andauere, so der Verein weiter, aber man sei bereits in Kontakt mit den Herstellern. Zudem ruft der Verband zu Solidarität auf. „Wenn ihr aktuell ausreichend PrEP habt und jemand in eurem Umfeld dringend darauf angewiesen ist, sprecht miteinander. In unserer Community haben wir immer schon aufeinander geschaut. Achtet dabei darauf, dass Einnahmeschemata weiterhin korrekt eingehalten werden können.“
Des Weiteren verweist die Aidshilfe auf die Möglichkeiten, gegebenenfalls im Ausland als vorübergehende Lösung die PrEP zu beziehen. „Informiert euch gut und achtet darauf, nur zugelassene Medikamente aus seriösen Quellen zu verwenden.“ Wer derzeit keinen Zugang zur PrEP hat, dem wird empfohlen, sich mittels Kondomen vor einer HIV-Infektion zu schützen. Zudem betonte in diesem Zusammenhang die Organisation weiter, dass die PrEP generell nach wie vor nicht vor anderen, sexuell übertragbaren Krankheiten wie beispielsweise Syphilis schützt.
STI-Lage in der Schweiz
Die Fälle von Geschlechtskrankheiten (STI) sind in der Schweiz in den letzten Jahren deutlich angestiegen, wie das Bundesamt für Gesundheit bestätigte. Bei allen sexuell übertragbaren STIs sind dabei zuletzt binnen eines Jahres Zuwachsraten zumeist im zweistelligen Prozentbereich zu beobachten gewesen: Die HIV-Neuinfektionen stiegen um 14 Prozent an, Gonorrhö um 25 Prozent und Syphilis um 20 Prozent. Bei den Chlamydien wurde eine Steigerungsrate von sechs Prozent festgehalten. Auf Druck der Community und von Fach-Vereinen führte die Schweizer Regierung deswegen im Juli 2024 die PrEP als Kassenleistung für Risikogruppen wie schwule und bisexuelle Männer ein. Ziel ist es dabei immer noch, Neuinfektionen mit HIV bis 2030 ganz zu beenden.