Direkt zum Inhalt

Problemfall Slowakei Regierungschef Fico kämpft mit neuen Gesetzen gegen die Community

Von ms - 30.01.2025 - 10:00 Uhr
Problemfall Slowakei
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Slowakei entwickelte sich in den letzten Jahren unter der linkspopulistischen Regierung immer mehr zum Problemfall für die Community: Rechte für LGBTIQ+ Menschen wurden immer mehr eingeschränkt, Pride-Paraden angegriffen und die Gewalt gegenüber homosexuellen und queeren Personen nimmt immer weiter zu. Nun will das Parlament als nächsten Schritt den „gesunden Menschenverstand“ stärken, so Regierungschef Robert Fico.

Gesetze gegen die Community

Mittels einer Verfassungsänderung soll festgelegt werden, dass es nur zwei Geschlechter gibt, männlich und weiblich. Ein Geschlechtswechsel solle künftig nur noch nach strengen Richtlinien und aus „ernsten Gründen“ heraus zulässig sein. Lehrerinnen und Lehrer werden dazu angewiesen, an Schulen den Unterricht in Übereinstimmung mit der Verfassung abzuhalten. Die Adoptionen von Kindern soll außerdem nur noch verheirateten Paaren gestattet sein, was homosexuelle Paare explizit ausschließt. 2014 wurde die gleichgeschlechtliche Ehe im Land verboten, nachdem zuvor drei Gesetzesinitiativen zur Legalisierung gescheitert waren.  

LGBTIQ+ als Sündenbock? 

Das neue Gesetzesvorhaben wird aktuell beraten und könnte anschließend bereits im Frühjahr 2025 vom Parlament beschlossen werden. Fico, der seit 2023 bereits zum vierten Mal Ministerpräsident des Landes ist, begründete sein Vorgehen mit dem Erhalt von Traditionen und dem „kulturellen und geistigen Erbe unserer Vorfahren.“ Medienberichten zufolge könnte der erneute Angriff auf die LGBTIQ+ Community auch aus taktischen Gründen erfolgen, zuletzt gab es im Land mehrfach große Proteste gegen die russlandfreundliche Politik der Regierung. 

Anzeige

Auch Interessant

Weltpremiere von „Artificial“

Guadagnino nimmt OpenAI ins Visier

Luca Guadagninos „Artificial“ erzählt vom Machtkampf bei OpenAI. Andrew Garfields Darstellung des schwulen Sam Altman sorgt für großes Kritikerlob.
Böse schwule Geister

Spukgeschichten vor Gericht

Ein Mann in Namibia machte „schwule Geister“ für eine tödliche Messerattacke verantwortlich. Das Gericht glaubte der Aussage nicht.
AfD will Jugendhilfe umbauen

Queere Jugendliche im Fokus

Die AfD will das Jugendhilferecht ändern und die Berücksichtigung von Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau zurückdrängen.
Ende von Bowens Karriere?

Wrestling-Pionier vor Abschied

Anthony Bowens schrieb als schwuler AEW-Champion Wrestling-Geschichte. Nach sechs Jahren ist sein Vertrag nun ausgelaufen. Das Ende der Karriere?
Kampf gegen das Vergessen

LGBTIQ+-Geschichte unter Druck

Stonewall-Museumschef Robert Kesten warnt vor Angriffen auf LGBTIQ+-Geschichte und setzt auf Bildung, Archive und einen stärkeren Dialog mit Medien.
Verdacht auf Asylbetrug

Hunderte Fälle in England

In London ermitteln Behörden jetzt gegen ein Netzwerk, das falsche Belege über die vermeintliche Homosexualität von Asylbewerbern verkauft haben soll.
Forderungen an Rot-Grün-Rot

LSVD+ drängt auf klare Zusagen

Der LSVD+ Berlin-Brandenburg fordert von SPD, Grünen und Linken verbindliche Zusagen für Schutz, queere Angebote und den World Pride 2032 in Berlin.
Freikirche sorgt für Kritik

Streit um Jugendhilfe in Karlsruhe

In Karlsruhe wird über die evangelikale Freikirche ICF als Träger der Jugendhilfe entschieden. Queere Verbände warnen vor queerfeindlichen Positionen.
Alito kritisiert Ehe für alle

Oberster Richter warnt vor Folgen

US-Verfassungsrichter Samuel Alito kritisiert in seinem neuen Buch die Ehe für alle und warnt vor Folgen für die Religionsfreiheit.