Direkt zum Inhalt
Homo-Ehe in Spanien

Homo-Ehe in Spanien Regierung will die gleichgeschlechtliche Ehe gesondert absichern – als Schutz vor politisch rechten Strömungen

ms - 14.11.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Spaniens Regierung will die gleichgeschlechtliche Ehe gesondert absichern und daher in der Verfassung verankern – genauso wie das Recht auf Abtreibung. Die sozialdemokratische Regierungspartei PSOE mit Premierminister Pedro Sánchez zeigte sich angesichts der jüngsten Entwicklungen in Europa sowie weltweit über den Erhalt grundsätzlicher Menschenrechte besorgt. 

Besonderer Schutz für die Homo-Ehe

Konkret benannt wurde dabei der Zugewinn rechter und rechtsextremer Parteien in einzelnen europäischen Ländern wie auch der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen. Auch in Deutschland war die letzten drei Jahr in einem neuen Anlauf versucht worden, die „sexuelle Identität“ als Schutzaspekt ins Grundgesetz aufzunehmen, um Homosexuellen und queeren Menschen mehr Rechtssicherheit zu gewährleisten – das Vorhaben scheiterte allerdings abermals. 

Die PSOE hat nun in ihrem aktuellen Regierungsprogramm festgeschrieben, die Verfassung anpassen zu wollen – werden die Homo-Ehe sowie das grundsätzliche Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankert, können Nachfolge-Regierungen sie deutlich schwerer wieder herausstreichen. Man wolle damit die „sozialen Errungenschaften der letzten  Jahrzehnte sichern“, so die PSOE. In Spanien können Schwule und Lesben seit 2005 heiraten – Spanien war damals das weltweit dritte Land, dass dies möglich machte. 

Rückabwicklung von LGBTI*-Gesetzen?

Der PSOE bereitet dabei auch im Land selbst das Erstarken der rechtsextremen Vox-Partei Sorgen, die in einigen Regionen des Landes sehr stark vertreten ist und auch bereits Regierungskoalitionen in Regionalparlamenten bilden konnte. In Madrid regiert die Vox bereits zusammen mit der konservativen Partei PP. Klares Ziel der Vox ist es, LGBTI*-Rechte rückgängig zu machen, vom Anti-Diskriminierungsgesetz bis hin zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Bis heute besonders umstritten in der breiteren Bevölkerung ist das Selbstbestimmungsgesetz – auch dieses will die Vox rückabwickeln. 

 Ob das Vorhaben der PSOE aber tatsächlich klappt, bleibt abzuwarten – ähnlich wie in Deutschland muss dafür eine große Mehrheit des Parlaments zustimmen, in Spanien ist eine Dreifünftelmehrheit in beiden Kammern nötig. Zusammen mit den anderen Parteien im Parlament will die PSOE daher nun eine Mehrheit zur Verfassungsänderung mobilisieren, aktuell wird in den Regionalparlamenten bereits darüber verhandelt.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signal gegen Hassreden

Schutz für queere Menschen

Der Musiker Bill Kaulitz hat vor dem Landgericht Hamburg einen juristischen Erfolg gegen den Berliner AfD-Politiker Julian Adrat errungen.
US-Präsident sei empathisch

Video geht im Netz viral

Melania Trump gerät bei Rede zu „militärischen Müttern“ und Lob für Ehemann ins Kreuzfeuer des Spotts.
Festnahmen im Senegal

Neues Gesetz verschärft Lage

Seit dem Beschluss zur Verschärfung der Haftstrafen für Homosexuelle im Senegal verschlimmert sich die Lage, ein queerer Verband appelliert an die EU.
Wasserzeichen ab 2026 Pflicht

Auch Schutz für queere Menschen

Die Europäische Union (EU) will das Erstellen von sexualisierten Deepfakes mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbieten.
Schutz für trans* Personen

6.000 Euro Schadenersatz

Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass das Onlinemagazin „Nius“ wegen feindlicher Berichterstattung eine trans* Frau finanziell entschädigen muss.
Mehr Schutz für Betroffene

Beweislastumkehr kritisiert

Im Landtag von Schleswig-Holstein ist ein geplantes Antidiskriminierungsgesetz auf deutlichen Widerstand der FDP gestoßen.
Kritik an Zugangshürden

Gefahr für LGBTIQ+-Jugendliche

Ein neuer US-Mobilfunkanbieter namens Radiant Mobile sperrt gezielt sämtliche queeren Inhalte für seine Kundinnen und Kunden