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Verbote für Jugendliche Immer mehr Politiker wollen Medienverbote für Minderjährige

Von ms - 13.08.2025 - 11:00 Uhr
Debatte um Verbote für Jugendliche
Foto: iStock / pixdeluxe
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Die Debatte um ein Verbot von sozialen Medien für Jugendliche unter 16 Jahren reißt nicht ab – nun meldete sich Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) zu Wort und sprach sich für massive Einschränkungen aus, darunter auch ein generelles Smartphone-Verbot. Queere Vereine blicken mit großer Sorge auf die Entwicklungen. 

Weitreichende Verbote für Jugendliche 

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte Voigt, er setze sich dafür ein, dass Kinder erst ab 14 Jahren ein Smartphone bekommen. Die Nutzung der sozialen Medien dürfe erst ab 16 Jahren erlaubt sein. Wer zu früh Social Media verwende, entwickele weniger Selbstwertgefühl. Dafür steige bei Jugendlichen ein negatives Vergleichsdenken und depressive Symptome an, so Voigt weiter. Zudem: An Schulen sollten Smartphones ganz verboten werden. Und es bedürfe eines neuen Faches im Lehrplan von Schulen, das Digitalkompetenz vermittelt. 

Voigt steht damit nicht alleine da, mehrere andere SPD- und Unionspolitiker haben sich inzwischen für ähnliche Maßnahmen ausgesprochen, auch CDU-Kollege Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein: „Als Staat haben wir unsere Schutzfunktion in den vergangenen Jahren wirklich vernachlässigt. Es wird höchste Zeit, dass alles getan wird, damit Unter-16-Jährige frei von Social Media in unserer Gesellschaft aufwachsen können.“ Im Bundesland Bremen gilt ab morgen bereits ein Handyverbot an Grundschulen und weiterführenden Schulen bis zur 10. Klasse. Unterstützung kommt von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Große Bedenken bei Lehrern, Experten und queeren Vereinen

Der Deutsche Lehrerverband sowie auch das Deutsche Kinderhilfswerk sprechen sich indes dagegen aus und betonen eine Realitätsferne. Anstatt pauschaler Einschränkungen in der Mediennutzung sei es besser, Kinder und Jugendliche zu mündigen Nutzern zu machen. Die Verbotsdebatten seien zunehmend von fachfremdem Populismus geprägt, so Kinderhilfswerk-Geschäftsführer Kai Hanke. 

Auch immer mehr queere Verbände sprechen sich gegen ein generelles Verbot aus, zu groß sind die Gefahren, dass gerade hilfsbedürftige queere Jugendliche im Stich gelassen werden. „Ein Verbot von Social Media würde für viele queere junge Menschen Isolation und Einsamkeit bedeuten. Denn: Der digitale Raum ist inzwischen einer der wichtigsten Orte für queere Jugendliche, um sich zu vernetzen, auszutauschen und Freund*innen zu finden. Das liegt vor allem daran, dass es immer noch viel zu wenig Angebote im analogen Raum gibt“, so Nick Hampel von lambda space gegenüber SCHWULISSIMO. 

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