Direkt zum Inhalt

100 Tage neue Bundesregierung Mehr Verantwortung für queere Menschen, fordert der LSVD+

Von ms - 13.08.2025 - 12:00 Uhr
100 Tage schwarz-rote Bundesregierung
Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
ANZEIGE
Loading audio player...

Der Verband Queere Vielfalt LSVD+ zieht nach 100 Tagen schwarz-roter Bundesregierung eine erste Bilanz aus queerer Sicht: Bundeskanzler Friedrich Merz habe viel Verunsicherung in die queere Community gebracht, so der Verein. Allerdings sei es noch zu früh, um eine umfassende Bilanz aus Sicht von LGBTIQ+ zu ziehen. 

Sorge über Debattenkultur und Verbote

Alva Träbert aus dem Bundesvorstand betont allerdings, dass es „dringenden Handlungsbedarf“ gebe. So betrachte man mit Sorgen die Debatten um Regenbogenfahnen am Bundestag oder auch um Genderverbote in Ministerien. „Hier wird inzwischen ein offener Kulturkampf geführt, in dem Teile der Regierung rechtsextreme Narrative rund um einen angeblichen Woke-ism aufgreifen und legitimieren. Die Debatte um gendergerechte Sprache und queere Sichtbarkeit schlägt mediale Wellen, und genau das ist ihr Ziel: Ablenkung von tatsächlichen sozialen und politischen Problemen, die Millionen von Menschen in Deutschland betreffen“, so Träbert.  

SBGG und Aufnahmeprogramm

Außerdem kritisiert der Verein erneut die geplanten Änderungen beim Selbstbestimmungsgesetz – die Bundesregierung plant die Übermittlung der personenbezogenen Daten beim Personenstandwechsel an alle maßgeblichen Behörden. Auch das Ende des Aufnahmeprogramms für queere Menschen aus Afghanistan bedauert der LSVD+ sehr, derzeit stecken viele von ihnen im Nachbarland Pakistan fest: „Bei einer Rückkehr nach Afghanistan droht ihnen Verfolgung und Tod. Deutschland muss hier Wort halten.“ 

Hoffnungsvoll blickt der Verein auf die angekündigte Reform im Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien – ein Projekt, das die Vorgängerregierung final nicht mehr umsetzen konnte. Ein weiterer Aspekt ist die stetig steigende Hasskriminalität in Deutschland: „Die steigende queerfeindliche Hasskriminalität muss bundesweit konsequent erfasst, verfolgt und öffentlich verurteilt werden“ so Träbert. 

Verantwortung für queere Menschen

Generell müssten die politischen Angriffe auf die queere Community ein Ende finden – ein Lichtblick ist da für den Verein die neue Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD). „Wir hoffen, dass es ihr gerade in dieser politisch herausfordernden Zeit gelingt, eine starke Stimme für die Bedürfnisse der Community zu sein.“ Abschließend hält der LSVD+ mit Blick auf die Bundesregierung fest: „Die Liste der dringenden queerpolitischen Aufgaben ist lang, und die Bundesregierung wird sich daran messen lassen müssen, wie ernst sie diese nimmt. Die Regierung Merz muss Verantwortung auch für queere Menschen übernehmen!“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.