Direkt zum Inhalt
Drogenkonsumräume
ANZEIGE

Drogenkonsumräume Erstes bundesweites Fazit zu Einrichtungen für Drogenkonsumenten

ms - 19.02.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Seit Jahren betonen Experten im Bereich Drogenkonsum, dass sogenannte Drogenkonsumräume die Todesfälle unter den Konsumenten stark reduzieren könnten – zuletzt hatte es mit 2.227 Drogentoten im Jahr 2023 einen neuen Höchststand in Deutschland gegeben. 

Gerade auch in der schwulen Party- und Chemsex-Community sind dabei vor allem Crack und Kokain besonders beliebt – Anfang des Jahres warnte zuletzt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung vor einer massiven Zunahme des Kokain-Konsums, auch und gerade in der sexpositiven Community. Nun zeigt eine umfassende Untersuchung: Geschützte Konsumräume retten Leben und verhindern STI-Neuinfektionen beim Drogenkonsum.  

18.500 Konsumenten in einem Jahr

Eine erste positive Bilanz zog dabei bereits im letzten Jahr der Berliner Senat über sein städtisches Drug-Checking-Projekt in Verbindung mit Drogenkonsumräumen. Die erste bundesweite Erhebung von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Drogenkonsumräume zeigte nun auf: Im Jahr 2023 kam es zu 52.000 Beratungen, über 650 Drogennotfällen in Drogenkonsumräumen – und keinem einzigen Todesfall. Insgesamt 18.500 Menschen nutzen die Räumlichkeiten im vorletzten Jahr.

Keine Neuinfektionen mit HIV

In den Einrichtungen kam es binnen eines Jahres zu 650.000 Konsumvorgängen, darunter 230.000 Injektionen. Gerade für Letzteres werden dabei sterile Spritzen und Utensilien bereitgestellt, sodass eine Übertragung von HIV oder Hepatitis komplett unterbunden werden kann. Außerhalb der Drogenkonsumräume steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen unter Drogensüchtigen indes seit über einem Jahrzehnt an.

Neben der Sicherheit im Umgang mit der Einnahme von illegalen Substanzen werden den Konsumenten auf Wunsch auch Hilfsangebote bereitgestellt inklusive Folgeschritte wie Therapien, einer Entgiftung oder anderweitigen Behandlungen. 

Nutzen für die Allgemeinbevölkerung

Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht betont überdies, dass Drogenkonsumräume auch für die allgemeine Bevölkerung von Nutzen sind, weil der Konsum nicht in Parks oder Hauseingängen erfolgt und dementsprechend auch die Städte sauberer bleiben, frei von entsorgten Spritzen oder anderweitigen Utensilien. Zudem komme es zu einer Kostenersparnis im Gesundheitsbereich, sowohl mit Blick auf die sinkenden Notfalleinsätze mit Drogenschwerpunkt wie auch durch weniger Behandlungskosten aufgrund von HIV oder Hepatitis bei den Konsumenten. 

Derzeit gibt es in acht Bundesländern in Deutschland Drogenkonsumräume, in Schleswig-Holstein und Sachsen sind diese in Planung. Keine Einrichtungen dieser Art gibt es in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie in Bayern – gerade der Freistaat und die CSU-geführte Regierung sind bis heute strikt gegen die Einführung derartiger Angebote. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sonne ohne Grenzen

Nackt-Traumstrände weltweit

Ob Sylt, Mykonos oder Rio: Diese 29 FKK-Strände gelten 2026 als die beliebtesten Reiseziele für schwule Urlauber.
Homoerotik bei Pete Hegseth

Verteidigungsminister als Pin-up

Die US-Abgeordnete Becca Balint kritisiert Pete Hegseths Testosteron-Initiative und unterstellt ihm eine besondere Homoerotik a la Tom of Finland.
Halbzeitshow beim WM-Finale

Treffen der Mega-Stars im Stadion

Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien bekommt erstmals eine Halbzeitshow – mit Weltstars und einer voraussichtlich verlängerten Pause.
„Heartstopper“ sagt Good Bye

Finaler Film ist ab heute online

Mit einem finalen Abschlussfilm endet ab heute „Heartstopper“ – die Hauptdarsteller sprechen über queere Sichtbarkeit, Freundschaft und Vermächtnis.
Angriff auf LGBTIQ+-Bar

Homophobe Attacke in Saint-Étienne

Nach einem homophoben Angriff auf Besucher einer LGBTIQ+-Bar im französischen Saint-Étienne ermittelt die Justiz gegen zwei Verdächtige.
Schüsse auf Schwulen-Bar

Mann feuert in Ashville um sich

In North Carolina feuerte ein Mann mit einer Schusswaffe auf eine Schwulen-Bar in Asheville. Die Polizei konnte den Attentäter stoppen.
Urteil im Fall O'Shae Sibley

20 Jahre Haft für Haupttäter

Nach dem tödlichen Messerangriff auf den schwulen Tänzer O'Shae Sibley ist der Täter jetzt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Neues Signal aus Bulgarien

EU-Recht stärkt trans* Rechte

Ein bulgarisches Gericht hat zwei trans* Personen die rechtliche Geschlechtsänderung erlaubt und sich dabei auf EU-Recht berufen.
Queere Bildung im Fokus

Berlin vor der Wahl im September

Bei der Queeren Wahlarena in Berlin fordern Politiker mehr queere Inhalte an den Schulen und stritten über die Ursachen von Anti-LGBTIQ+-Gewalt.