Ermittlungen gegen Disney US-Regierung startet Untersuchung wegen „Förderung von Diversity-Maßnahmen“
Die Trump-Regierung hat jetzt offiziell Ermittlungen gegen die Walt Disney Company eingeleitet – der Vorwurf lautet auf „Förderung von DEI-Maßnahmen“ (Vielfalt, Gleichberechtigung, Integration) bei der Einstellung von Mitarbeitern sowie im internen Umgang.
Bevorteilung von queeren Bewerbern?
Über die jüngsten Untersuchungen informierte Brendan Carr, Vorsitzender der Federal Communications Commission (FCC), in einem Brief Disney-Geschäftsführer Bob Iger. Darin betonte Carr nach Informationen von Business Insider unter anderem: „Insbesondere möchte ich sicherstellen, dass Disney und ABC nicht gegen die FCC-Bestimmungen zur Chancengleichheit bei der Beschäftigung verstoßen haben, indem sie unlautere Formen der DEI-Diskriminierung gefördert haben.“ Zum Unternehmen gehört neben den Disney Studios auch der Fernsehsender ABC.
Weiter betonte Carr demnach, dass das Kommunikationsgesetz und die Vorschriften der Kommission Medienunternehmen verbieten, „auf der Grundlage von Ethnie, Hautfarbe, Religion, nationaler Herkunft, Alter oder Geschlecht zu diskriminieren.“ Disney soll so beispielsweise LGBTIQ+-Bewerber möglicherweise bevorzugt haben. Carr sprach dabei von Initiativen, die „auf segregierte Affinitätsgruppen und -räume hinauslaufen würden.“
Disneys Kampf an vielen Fronten
Im Gegensatz zu vielen anderen großen US-Firmen wie zuletzt Google weigerte sich der Disney-Konzern bisher, die von Trump verordnete Kehrtwende im Bereich Diversity gänzlich mitzugehen. Anfang März dieses Jahres lehnten es die Disney-Aktionäre mit überwältigender Mehrheit ab, die Teilnahme an der jährlichen Umfrage der queeren Organisation Human Rights Campaign zur Unternehmensgleichstellung zurückziehen. Auf der anderen Seite hat die Chefetage von Disney allerdings auch veranlasst, dass bei Film- und Serienproduktionen zuletzt queere Handlungsstränge oder Figuren gestrichen wurden, um Rechtsstreitigkeiten mit der US-Regierung zu vermeiden. Erstmals 2022 hatte das Mäuseimperium in einem Animationsfilm („Strange World“) einen eindeutig schwulen Hauptcharakter präsentiert.
Im Bereich Diversity hat der Konzern Aspekte wie Vielfalt und Integration umbenannt und laut eigenen Angaben umgestaltet, sodass es jetzt Schwerpunkte wie „Zugehörigkeit“ oder „Talentstrategie“ gibt. Für Carr sind solche und weitere Initiativen nichts weniger als ein „Mechanismus zur Förderung der DEI-Mission“. Auch bei ABC seien „verbindliche Inklusionsstandards“ eingeführt worden, um „auf allen Ebenen der Produktion Quoten für Rasse und Identität erzwingen zu wollen.“