Direkt zum Inhalt
Demonstrationen für Demokratie

Demonstrationen für Demokratie Queere Vereine in ganz Deutschland betonen die Gefahren für die Community – bisher Erkämpftes sei wieder brüchig!

ms - 14.02.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Mit der bundesweiten Kampagne „Wähl Liebe!“ haben die CSDs in Deutschland Anfang Januar ein neues Projekt gestartet, um die Community dazu aufzurufen, sich verstärkt mit Blick auf die Bundestagswahl für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung einzusetzen. Dabei warnte das Bündnis vor der realen Gefahr, dass alles bisher Erkämpfte für LGBTIQ+ in diesen Tagen „brüchig“ wirkt. An diesem Wochenende nun finden deutschlandweit große Prides zur Winterzeit statt, um die Forderungen auch an die Politik zu verstärken. 

Forderungen an eine neue Regierung

Verbunden sind die Demonstrationen und Kundgebungen am Samstag in über fünfzig Städten, darunter Hamburg, Berlin, Köln, München, Frankfurt oder auch Stuttgart, mit den Forderungen an eine künftige Regierung, sich verstärkt gegen die stetig steigende Hasskriminalität einzusetzen, wichtige queere Projekte weiter zu unterstützen und nach rund 30 Jahren Kampf endlich die Ergänzung des Grundgesetzes im Artikel 3 mit der „sexuellen Identität“ als besonders schützenswerte Gruppe anzugehen. Die Kernbotschaft dabei: „Es ist 5 vor 12 – Kreuze setzen statt Grenzen“. Passend dazu starten die Aktionen so auch fünf Minuten vor 12 Uhr mittags in den meisten Städten. 

Sensibilisierung für und aus der Community 

Conrad Breyer vom CSD München betont dabei zu den weiteren Zielen: „Mit der Kampagne ´Wähl Liebe!´, zu der ein Auftritt in Social Media und zahlreiche Events gehören, will die LGBTIQ*-Community die Wähler*innen in Deutschland für die Anliegen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, inter*, trans* und queeren Personen sensibilisieren.“ Zusammen rufen auch hier die fünf queeren Trägervereine dazu auf, sich „bei der Bundestagswahl am 23. Februar für Parteien zu entscheiden, die für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte eintreten.“

Julia Bomsdorf aus dem CSD-Team betont überdies:  „Liberale Demokratie ist nicht bloß ein abstrakter Begriff, sondern bedeutet für uns ganz konkret in Würde und Freiheit leben zu können. Denn Freiheit, gleiche Rechte und Akzeptanz gehen uns alle an, deshalb steht auch die Mehrheitsgesellschaft in der Verantwortung.“ Die Veranstalter hoffen daher, dass am Wochenende neben der Community auch viele Allys Flagge zeigen. 

Unterstützt wird die Kampagne auch vom Projekt IWWIT, verbunden mit der eigenen Aktion "Mehr Raum: Dein Ja für Vielfalt". Pressesprecher Chris Gaa betont dabei: „Es geht um viel, für manche Menschen um alles. Wir dürfen menschenfeindlicher Propaganda nicht auf den Leim gehen und uns gegeneinander aufhetzen lassen. Niemand weiß so gut wie wir, wie wichtig Vielfalt und Respekt sind. Darum müssen wir für Menschen und Parteien stimmen, die diese Werte ernst nehmen und bereit sind, dafür zu kämpfen. Wir müssen jetzt Liebe wählen, um unseren Arsch zu retten!“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.