Direkt zum Inhalt
Forderungen in Hamburg
Foto: IMAGO / Eibner
ANZEIGE

Forderungen in Hamburg "Der Senat muss liefern" fordert der LSVD+ von der neu gewählten Regierung in der Hansestadt

ms - 08.05.2025 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Nachdem Peter Tschentscher gestern erneut als Hamburgs Erster Bürgermeister vereidigt worden ist, meldete sich jetzt der LSVD+-Landesverband der Hansestadt mit klaren Forderungen zu Wort. 

Der Senat muss liefern

Der LSVD+ in Hamburg begrüßte so zunächst, dass im neuen Koalitionsvertrag die Förderung von Vielfalt und Sicherheit für LGBTIQ+-Menschen weiterhin verankert ist inklusive neuer Unterkapitel, die der Verein als ein „deutliches Zeichen für die wachsende Sichtbarkeit und Relevanz queerer Lebensrealitäten“ bewertet.  Allerdings betonte der LSVD+ dann auch: „Worte allein reichen nicht: Jetzt muss der Senat liefern. Der LSVD+ Hamburg möchte dabei unterstützen und fordert eine konsequente, zeitnahe und partizipative Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.“ 

Wolfgang Preussner aus dem Landesvorstand erklärte dazu weiter: „LSBTIQ* brauchen Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung. Hamburg kann ein sicherer Hafen für queere Menschen über die Stadtgrenzen hinaus sein. Entscheidend wird dabei, ob und wie die formulierten Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden und nachhaltig wirken können. Hamburg versteht sich selbst als weltoffene Stadt. Der Koalitionsvertrag bietet eine gute Grundlage, dieses Selbstbild queerpolitisch mit Leben zu füllen. Jetzt muss der Senat liefern.“

Hasskriminalität, Familien und Senioren

Der Verein betonte dabei einzelne Punkte besonders, darunter den Ausbau von queersensibler Pflege und von Wohnangeboten für LGBTIQ+-Senioren, bessere zentrale Beratungsangebote für Regenbogenfamilien und eine konsequente Verfolgung von Hasskriminalität inklusive einer Stärkung der LGBTIQ+-Konzepte bei der Polizei. Darüber hinaus verweist der LSVD+ auf die Fortführung des Aktionsplans sowie auf mehr Engagement bei queerer Bildung und Gesundheitsversorgung. Zudem sei ein wichtiger Aspekt auch die verstärkte Unterstützung junger Menschen beim Coming-Out. Hamburg könne dabei auch bundespolitisch wichtig im Bereich LGBTIQ+ sein, beispielsweise beim Einsatz für eine Reform des Abstammungsrechts oder einer Ergänzung des Grundgesetzes um die „sexuelle Identität“.   

Verbindlichkeit von Finanzierungen 

Kritik gab es allerdings auch: „Der LSVD+ Hamburg bedauert es, dass eine Reform oder Erweiterung des NDR-Rundfunkrats, insbesondere zur Repräsentation marginalisierter Gruppen wie LSBTIQ*, erneut nicht Bestandteil des Koalitionsvertrags ist.“ Und außerdem betonte der Verein: „Trotz der Fortschritte bleibt unklar, wie verbindlich, finanziell unterlegt und strukturell abgesichert viele der Maßnahmen tatsächlich sind. Der LSVD+ Hamburg fordert daher, die dauerhafte institutionelle Förderung queerer Projekte, die Schaffung verlässlicher Beteiligungsformate mit queeren Communitys, sowie Transparenz über Zeitpläne und Verantwortlichkeiten bei der Umsetzung.“

Bei der Bürgerschaftswahl Anfang Mai war die SPD mit Spitzenkandidat Tschentscher auf 33,5 Prozent der Stimmen gekommen. Der Regierungspartner die Grünen landete mit Spitzenkandidatin Katharina Fegebank mit 18,5 Prozent hinter der CDU (19,8%) auf dem dritten Platz. SPD und Grüne regieren in der Hansestadt seit 2015 miteinander und können ihr Bündnis weiter vorsetzen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.