Direkt zum Inhalt
Krieg gegen Regenbogenfarben?

Krieg gegen Regenbogenfarben? Die queere Organisation All-Out übt scharfe Kritik an der Regenbogenverbots-Politik von Bundestagspräsidentin Klöckner

ms - 23.07.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Die queere Organisation All-Out erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen Julia Klöckner (CDU): Die Bundestagspräsidentin greife die LGBTIQ+-Community auf subtile Weise an. Kernpunkt sei dabei die Entfernung jedweder Regenbogen-Symbolik im Deutschen Bundestag – auch offenbar in den Büros der Mitarbeiter und Abgeordneten. 

Kein Regenbogen im Bundestag

All-Out bezieht sich dabei auf Quellen aus dem Parlament, demnach Klöckner die Bundestagspolizei angewiesen habe, die Büros der Abgeordneten zu betreten und alle von außen sichtbaren Regenbogenflaggen zu entfernen. Auch Mitarbeiter sollen dazu aufgefordert sein, Regenbogenfahnen von ihren Schreibtischen wegzuräumen. Gleichzeitig bekannt wurde heute, dass nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur alle Abgeordneten auch dazu angewiesen werden sollen, Anstecker oder Pins in Regenbogenfarben sowie mit anderweitigen politischen Botschaften abzulegen.  

„Die Debatte wird im Plenum über das Wort geführt und ausschließlich über das Wort“, so die Begründung im Schreiben von Klöckner an die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Irene Mihalic. Die einzigen Ausnahmen stellen dabei demnach als Anstecker die EU-Fahne sowie die deutsche Fahne und der Bundesadler dar. „Über unsere offiziellen Staatssymbole hinaus, die für die freiheitliche demokratische Tradition der Bundesrepublik stehen, gäbe jegliche weitere Symbolik im Plenum Anlass zu Abgrenzungsfragen“, so Klöckner. Das Schreiben liegt der dpa vor. Mihalic indes warnte davor, dass „kleinteilige Ansagen und Direktiven wie diese eher einen Kulturkampf triggern, als zu einer Konzentration auf die Debatte mit Rede und Gegenrede führen.“ 

Warnung für jüngsten Entwicklungen 

Ähnlich bedenklich sehen das auch queere Vereine: „Dies ist kein Einzelfall. Klöckner hat zuvor entschieden, die Regenbogenflagge während des Berliner CSD nicht am Bundestag zu hissen und stattdessen dem queeren Netzwerk des Bundestages mitgeteilt, dass sie nicht offiziell am CSD teilnehmen dürfen. Das alles summiert sich zu einem gefährlichen Versuch, LGBT*-Personen aus dem politischen Leben in Deutschland zu löschen. Wir wissen, wohin das führen kann“, so  Kampagnenmanagerin Stana Iliev von All-Out. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwuler Strand in Gefahr

Kanadas Aktivisten schlagen Alarm

Erosion setzt einem der bedeutendsten schwulen Treffpunkte Kanadas massiv zu – ohne rasche Maßnahmen könnte der Strand weitgehend bald verschwinden.
Sichtbarkeit im Fußball

LGBTIQ+-Persönlichkeiten im Fokus

Outsports hat zum Start der Fußball-WM eine Lister der wichtigsten und einflussreichsten offenen LGBTIQ+-Fußballer veröffentlicht.
Warnung von David Furnish

Sorge um HIV-Prävention

David Furnish sieht die Erfolge im Kampf gegen HIV/AIDS durch politische Entscheidungen, Kürzungen und Einschränkungen von LGBTIQ+-Rechten gefährdet.
David Hockney ist tot

Schwule Maler-Ikone gestorben

David Hockney ist tot. Mit ihm verliert die Kunstwelt einen ihrer bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der Gegenwart.
Gesichtscan in Schwulenbar

Streitfall in San Francisco

Der Einsatz von Gesichtscans in mehreren Schwulenbars in San Francisco löst derzeit heftige Debatten über Datenschutz und Überwachung aus.
Ende für schwule Dating-App

Match Group beendet Archer

Drei Jahre nach dem Start stellt die Match Group die schwule Dating-App Archer ein und setzt stattdessen auf eine Beteiligung am Konkurrenten Sniffies
Homosexuellen-Verbot in Afrika

Südafrika verweigert Zustimmung

Südafrika stellt sich mutig gegen eine geplante afrikanische Charta, die Homosexualität verbieten und Menschenrechtsstandards einschränken würde.
Jugendschutz bei Social Media

Ethikrat lehnt Altersgrenze ab

Pauschale Verbote für soziale Medien sind nach Ansicht des Deutschen Ethikrats kein geeignetes Mittel zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Chemsex in der Community

Einnahme von Drogen nimmt zu

Der neue EU-Drogenbericht zeigt einen hohen Konsum psychoaktiver Substanzen, insbesondere bei Suchtstoffen im Bereich Chemsex.