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Belfast: Postbote nach Regenbogenwichtel-Angriff entlassen

Hassdelikt: Polizei ermittelt Belfast: Postbote nach Regenbogenwichtel-Angriff entlassen

mr - 11.12.2025 - 19:30 Uhr
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Ein Vorfall in Belfast sorgt aktuell nicht nur lokal, sondern international für Aufsehen: Ein Postbote wurde entlassen, nachdem Videomaterial zeigte, wie er einen Gartenwichtel in Regenbogenfarben samt Pride-Flagge mutwillig umstieß. Die Polizei verfolgt den Vorfall als mutmaßliche homofeindliche Straftat. Das Ereignis ereignete sich am frühen Nachmittag des 6. Dezembers, als der Zusteller offenbar gezielt prüfte, ob ihn jemand beobachtete, bevor er die Dekoration angriff.

 

Gärtnerwichtel als Symbol der Vielfalt

Die Aufnahmen einer Haustürkamera dokumentieren, wie der Postbote zunächst seine Zustellaufgaben wahrnimmt, sich dann mehrfach umblickt und schließlich gezielt gegen den Pflanztopf samt Regenbogen-Wichtel und Flagge tritt. Für die Hausbewohnerinnen und Hausbewohner war dies mehr als Vandalismus: Sie erleben die Tat als gezielte Einschüchterung aufgrund ihrer sexuellen Identität. Die Gegenstände standen nicht zufällig im Weg, sondern wurden augenscheinlich gezielt attackiert.

Die Polizei von Belfast ermittelt wegen eines möglichen Hassverbrechens. Seit mehreren Jahren steigt in Großbritannien die Meldung von Straftaten mit queerfeindlichem Hintergrund, allein 2023 verzeichneten Behörden einen Anstieg homofeindlicher Vorfälle um fast 40 Prozent. Die Behörden bitten Anwohnerinnen und Anwohner um Hinweise, um das Umfeld der Tat besser rekonstruieren zu können.

 

Konsequenzen und Stimmen aus der Community

Royal Mail, das nationale Postunternehmen, reagierte nach Prüfung der Videobeweise: Der betreffende Mitarbeiter wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Die klare Haltung des Unternehmens kommt in der LGBTIQ+-Gemeinschaft gut an, da Vorfälle wie dieser große Unsicherheit auslösen können. Laut aktuellen Umfragen gab über die Hälfte der LGBTIQ+-Personen in Nordirland an, mindestens einmal in den vergangenen zwei Jahren Zielscheibe einer Hasshandlung geworden zu sein.

„Wir waren absolut fassungslos, als wir die Videoaufnahmen ansahen. Man erwartet nicht, dass der eigene Postbote sich versichert, dass niemand zusieht, bevor er gezielt Eigentum beschädigt,“ berichtet eine betroffene Hausbewohnerin gegenüber Belfast Live.

 

Hasskriminalität: Ein gesellschaftliches Problem

Hassverbrechen wie dieses sind in Nordirland weiterhin ein gravierendes Thema. Seit der Einführung des Equality Act und verschärfter Meldestatistiken ist zwar ein Bewusstsein entstanden, doch Betroffene beklagen weiterhin eine zögerliche Strafverfolgung und gesellschaftliche Polarisierung. Beobachterinnen und Beobachter betonen, wie wichtig Sensibilisierung innerhalb offizieller Institutionen ist, damit queere Menschen im Alltag geschützt sind und Respekt erfahren.

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