Direkt zum Inhalt
Homosexuelle als Bedrohung

Homosexuelle als Bedrohung Islamischer Verband hetzt gegen Schwule in Malaysia

ms - 12.12.2025 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

In Malaysia steigt die Zahl der HIV-Infektionen, ein Trend, der offenbar verstärkt im Zusammenhang mit gleichgeschlechtlichem Sex steht. Statt aber verstärkt auf Aufklärung zu setzen, fordert nun die Malaysische Islamische Jugendbewegung ABIM verstärkte Repressionen gegen diese Praktiken und die homosexuelle Community insgesamt. 

Schwule verstoßen gegen Moral 

Mohamad Saifuddin Abdul Latiff, der Vizepräsident der Organisation, erklärte, dass „abweichendes Verhalten“ nicht nur gegen die Scharia und die moralischen Werte verstoße, sondern auch ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit darstelle. Er betonte, dass die jüngste Razzia in einem angeblichen Gesundheitszentrum, das von homosexuellen Aktivitäten missbraucht worden sei, zeige, wie „unmoralisches Verhalten“ immer dreister und organisierter werde.

Bei der besagten Razzia wurden vor einigen Tagen mehr als 200 Männer in einer Schwulensauna festgenommen, darunter auch 17 Beamte. Die festgenommenen Personen wurden öffentlich mit Namen und Videos präsentiert, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen und sie müssen sich nun vor Gericht verantworten.

„Abnormales Verhalten“ unterbinden

Saifuddin rief Schulen, Familien, Moscheen sowie die Regierung und Zivilgesellschaft dazu auf, gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden für moralische Erziehung und Aufklärungsarbeit zu sorgen. Dabei betonte er, dass es ihm nicht um die Stigmatisierung oder Diskriminierung von Menschen gehe, sondern um den Schutz gesellschaftlicher Werte, des öffentlichen Wohls und der moralischen Sicherheit. Er forderte entschiedenes Handeln, um das „abnormale Verhalten“ zu unterbinden und so die öffentliche Ordnung sowie die Würde der Gesellschaft zu wahren.

Besonders besorgniserregend sei für Saifuddin die Beteiligung von 17 Beamten – darunter Lehrer und Mitarbeiter des Gesundheitswesens – an den Aktivitäten im „Gesundheitszentrum“. Diese Verstöße gegen die menschliche Natur, die Religion und die gesellschaftlichen Werte seien ein ernstes Problem, so der ABIM-Vizepräsident weiter. Er äußerte außerdem seine Besorgnis über diejenigen, die das Problem verharmlosen, als sei es etwas, über das man lachen könne. Eine solche Einstellung sei gefährlich, da sie dazu führen könne, dass der moralische Verfall normalisiert und die gesellschaftlichen Werte untergraben würden. Dies könne letztlich zu schwerwiegenden sozialen Schäden führen.

Rabiates Vorgehen gegen die Community 

In den letzten Jahren ist Malaysia zunehmend gegen homosexuelle Menschen vorgegangen, vor allem aufgrund des Drucks religiöser Kräfte. Das Land hat zudem sogenannte „Behandlungszentren“ für Schwule und Lesben eingerichtet, in denen Konversionsmaßnahmen durchgeführt werden – auch gegen den Willen der Betroffenen. Die Praxis hat inzwischen internationale Aufmerksamkeit erregt. 

Auch anderweitig geht die Regierung immer rabiater gegen die Community vor und sieht bereits in Produkten in Regenbogenfarben eine Gefahr für die Gesellschaft. Auch Razzien bei schwulen Treffpunkten und Clubs haben zuletzt stark zugenommen. Homosexuelle Handlungen, auch einvernehmlich, sind bis heute in dem südostasiatischen Land illegal und können mit bis zu zwanzig Jahren Gefängnis bestraft werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

WM ohne Angst und Ausgrenzung

Forderung von Amnesty International

Wie gefährdet sind LGBTIQ+-Menschen bei der kommenden Fußmallweltmeisterschaft 2026? Amnesty International warnt jetzt vor „erheblichen Risiken“.
Proteste in Italien

300.000 Menschen gegen Meloni

300.000 Menschen sind am vergangenen Wochenende in Rom auf die Straße gegangen, um gegen die Politik von Ministerpräsidentin Meloni zu protestieren.
Priester vor Gericht

Vorwurf des sexuellen Missbrauchs

Ein 58-jähriger Priester steht in München vor Gericht, er soll Jugendliche mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht haben.
Statement von Uli Hoeneß

Schwule Männer im Profifußball

Der Ehrenpräsident des FC Bayern München Uli Hoeneß versteht die Aufregung um schwule Fußballer nicht, im Verein wären diese sehr willkommen.
Signal für Verfassungstreue

Polizeianwärter zu Recht entlassen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass zwei Polizeikommissaranwärter wegen Homphopie zu Recht entlassen wurden.
Umsetzung von „Queer leben“

Verunsicherung in der Community

Die Umsetzung des Aktionsplans „Queer leben“ der Bundesregierung bleibt trotz gegenteiliger Behauptungen auf Kurs, so Queerbeauftragte Sophie Koch.
Umfassender Aktionsplan

Strategie stärkt queere Rechte

Die Stadt Erlangen stärkt erstmals mit einem umfassenden Strategieplan gezielt die Rechte von queeren Menschen auf kommunaler Ebene.
Krise der US-Filmstudios

Prüderie bei schwulen Produktionen

"Heated Rivalry" ist ein Serienhit, auch aufgrund seiner schwulen Sex-Szenen. In den USA wäre die Serie so nie entstanden, kritisieren Filmexperten.