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Malaysia sperrt Grindr Aufsichtsbehörde prüfte weitere Einschränkungen für LGBTIQ+

Von ms - 26.02.2026 - 10:00 Uhr
Malaysia sperrt Grindr
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Die malaysische Regierung hat die Dating-Apps Grindr und Blued im südostasiatischen Land blockiert. Zugleich werden weitere Schritte geprüft, um zusätzliche LGBTIQ+-Dating-Anwendungen in den App-Stores einzuschränken. Das teilte Kommunikationsminister Fahmi Fadzil jetzt mit.

Verstoß gegen nationale Gesetze 

Die malaysische Kommunikations- und Multimedia-Kommission (MCMC), zuständig für die Internetaufsicht, blockierte die Anwendungen und stellte zugleich Gespräche mit Google und Apple in Aussicht, die die Apps über ihre Plattformen vertreiben. Zudem prüfe man „mehrere gesetzgeberische Maßnahmen zur weiteren Eindämmung dieser Anwendungen“, berichtete die „South China Morning Post“.

„Die MCMC wird gegen Inhalte oder Anwendungsfunktionen vorgehen, die gegen nationale Gesetze verstoßen, einschließlich solcher, die die Verbreitung pornografischer oder unmoralischer Inhalte, Ausbeutung oder Missbrauch, Betrug, Kindesmissbrauch oder Bedrohungen für die öffentliche Sicherheit betreffen“, erklärte die Behörde. Die Stellungnahme erfolgte als Reaktion auf ein Parlamentsmitglied, das den Apps vorwarf, „abweichende Beziehungen“ zu fördern.

Isolation der Community 

Nach Darstellung von IT-Kennern in Malaysia werden Blued und Grindr im Land nicht nur für die Anbahnung von Sex und Dating genutzt, sondern vor allem auch für das Knüpfen von Freundschaften, dem internationalen Austausch, der Organisation sozialer Veranstaltungen sowie dem Aufbau von Unterstützungsnetzwerken, gerade und insbesondere für homosexuelle Menschen. Kritiker befürchten, dass eine Sperrung die Isolation schwuler und bisexueller Männer in Malaysia noch weiter verstärken könnte.

Malaysia verfügt über Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Handlungen, die ursprünglich während der britischen Kolonialzeit eingeführt wurden. Einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen können mit bis zu zwanzig Jahren Haft und Stockschlägen bestraft werden. In der Gegenwart berufen sich konservative muslimische Geistliche und Politiker immer wieder darauf. 

Breite Attacke gegen Homosexuelle

In den vergangenen Jahren haben die Angriffe auf die Community immer weiter zugenommen, teilweise mit skurrilen Ausprägungen. Das Land machte mit diversen Maßnahmen immer wieder Schlagzeilen, vermeintlich homosexuelle Figuren wurden aus den nationalen Fernseh- und Radioprogrammen verbannt, Razzien und Massenverhaftungen in Schwulenclubs und Saunen nahmen rapide zu und 2023 sagten die Behörden ein Musikfestival in Kuala Lumpur ab, nachdem männliche Mitglieder der Band „The 1975“ sich auf der Bühne geküsst hatten. Zudem beschlagnahmte die Regierung Pride-Uhren des Schweizer Herstellers Swatch; ein Gericht ordnete später die Freigabe an, untersagte jedoch deren Weiterverkauf. Auch ein Boykott von Starbacks wurde im Land durchgesetzt, weil das Unternehmen eine LGBTIQ+-freundliche Firmenpolitik verfolge. 

Mehrfach wurde in den letzten Jahren auch bekannt, dass viele muslimische Jungen von den Schulbehörden in „Umerziehungslager“ geschickt wurden, um „männliches Verhalten“ zu erlernen. Immer wieder kommt es gerade unter Schülern dabei auch zu brutaler Gewalt, wenn ein Mitschüler als schwul angesehen wird. Von offizieller Regierungsstelle wurde derweil erklärt, man wolle „die Verbreitung der LGBTIQ+-Kultur in der Gesellschaft um jeden Preis stoppen“. Zuletzt sorgte Religionsminister Zulkifli Hasan für internationale Heiterkeit, als er erklärte, Stress am Arbeitsplatz könne Menschen homosexuell machen.

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