Sperre des CSD Magdeburg Keine konkrete Begründung seitens Meta – und kein Einzelfall
Der Instagram-Account des CSD Magdeburg wurde ohne Begründung von den Betreibern gesperrt. Einzige bisherige Information ist die generelle Antwort, das Angebot verstoße gegen die Gemeinschaftsstandards. Online über das Portal des CSD Sachsen-Anhalt bekräftigte das CSD-Team aus Magdeburg: „Wir brauchen unseren Kanal gerade jetzt dringend, um euch über den CSD Magdeburg, unsere Aktionswochen und alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.“ Innerhalb der Community ist das Unverständnis groß, viele Follower zeigen sich in Kommentaren wütend und erschüttert.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Instagram-Account des CSD Magdeburg wurde ohne konkrete Begründung dauerhaft gesperrt.
- Meta teilte lediglich mit, der Account verstoße gegen die Gemeinschaftsstandards – welcher Inhalt beanstandet wird, ist unklar.
- Kurz vor dem CSD Magdeburg sieht das Organisationsteam den Verlust des wichtigsten Kommunikationskanals als besonders problematisch.
- Auch der Account des CSD Schönebeck wurde nach Angaben des Vereins zeitgleich auf ähnliche Weise gesperrt.
- Der CSD Magdeburg bemüht sich über verschiedene Wege um Kontakt zu Meta und fordert mehr Transparenz.
Dauerhafte Sperre
Gegenüber SCHWULISSIMO erklärte Falko Jentsch vom CSD Magdeburg, dass der Verein bis heute keine konkreten Informationen zu den Hintergründen erhalten habe: „Am 24. Juli war unser Instagram-Account plötzlich nicht mehr erreichbar. Wir wurden aufgefordert, unsere Identität zu bestätigen, und haben die geforderte Verifizierung direkt durchgeführt. Anschließend sollten wir einen Tag auf die Prüfung warten. Am folgenden Tag wurden wir erneut zur Verifizierung aufgefordert, da die zuvor übermittelten Daten offenbar nicht ausreichend lesbar gewesen seien. Auch diese Verifizierung haben wir durchgeführt. Nach einer weiteren Wartezeit erhielten wir am Sonntag schließlich eine E-Mail mit der Mitteilung, dass unser Account gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen habe und dauerhaft gesperrt bleibe.“
Eine weitere Erklärung gab es nicht, so Jentsch weiter: „Bis heute wissen wir nicht, welcher konkrete Beitrag oder welches Verhalten beanstandet wird. Wir haben weder im Vorfeld eine Verwarnung noch im Nachhinein eine nachvollziehbare Begründung oder weitere Informationen erhalten. Daher können wir uns derzeit auch nicht erklären, warum unser Account gesperrt wurde.“
Sperrung kein Einzelfall
Erst vor einer Woche machten Meldungen die Runde, dass Instagram und damit der Mutterkonzern Meta in Australien Accounts von diversen queeren Einrichtungen kurzerhand gesperrt habe, ebenso ohne konkrete Begründung oder Vorwarnung. Inzwischen gibt es weitere Meldungen von queeren Verbänden aus anderen Ländern. Und auch in Deutschland scheint der CSD Magdeburg kein Einzelfall zu sein, so Jentsch weiter: „Besonders auffällig ist, dass am 24. Juli auch der Instagram-Account des CSD Schönebeck, einer unserer Regionalgruppen mit einem eigenen Auftritt, auf dieselbe Weise gesperrt wurde. Auch dort gibt es bislang keinerlei konkrete Antwort oder Begründung.“
Die Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen bleibt dabei schwierig: „Aktuell versuchen wir über eine gewerbliche Agentur, direkt mit Meta in Kontakt zu treten. Dieser Kontakt kam über den CSD Deutschland zustande, der bereits in der Vergangenheit mit Meta im Austausch war. Wir hoffen, auf diesem Weg überhaupt erst einmal nachvollziehbare Informationen zu den Sperrungen zu erhalten. Der Verlust unseres Hauptaccounts wenige Wochen vor dem CSD Magdeburg ist für uns natürlich besonders problematisch. Instagram war einer unserer wichtigsten Kanäle, um über die CSD-Aktionswochen, den Haupttag am 22. August und kurzfristige organisatorische Änderungen zu informieren.“
Beunruhigende fehlende Transparenz
Das Team des CSD reagierte kurzfristig, um weiter erreichbar zu bleiben: „Deshalb haben wir einen bestehenden Projektaccount umbenannt und nutzen diesen nun vorläufig als neuen Hauptaccount. Wie wir langfristig mit der Situation umgehen und ob wir unseren bisherigen Account zurückerhalten können, ist aktuell noch völlig offen. Für uns ist die Situation frustrierend und auch beunruhigend. Nicht nur die Sperrung selbst, sondern vor allem die fehlende Transparenz und die Tatsache, dass wir keine konkrete Möglichkeit erhalten, auf einen benannten Vorwurf zu reagieren, stellen uns als ehrenamtlich arbeitende Organisation vor erhebliche Schwierigkeiten“, so Jentsch abschließend.