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Angriff auf die Homo-Ehe
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Angriff auf die Homo-Ehe Virginas Vizegouverneurin Winsome Earle-Sears auf Kriegsfuß

ms - 29.07.2026 - 14:00 Uhr
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Die frühere Vizegouverneurin des US-Bundesstaates Virginia, Winsome Earle-Sears, hat eine landesweite Kampagne gegen zwei geplante Verfassungsänderungen gestartet. Die Vorlagen sollen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sowie das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche dauerhaft in der Verfassung des Bundesstaates verankern. Bei einem Erfolg ihrerseits soll der Kampf gegen die Ehe für alle landesweit in den USA fortgesetzt werden. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ex-Vizegouverneurin Winsome Earle-Sears startet eine Kampagne gegen zwei Verfassungsänderungen.
  • Die Vorlagen sollen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche absichern.
  • Virginia stimmt im Rahmen der diesjährigen Zwischenwahlen über die Änderungen ab.
  • Earle-Sears hatte sich bereits im Gouverneurswahlkampf 2025 gegen LGBTIQ+-Rechte positioniert.
  • Die Politikerin verlor die Gouverneurswahl 2025 mit 13 Prozentpunkten gegen Abigail Spanberger.

Kampagne gegen die Ehe für alle

Unter dem Titel „Life and Marriage Tour“ will Earle-Sears nach eigenen Angaben Wählerinnen und Wähler davon überzeugen, beide Vorhaben bei den diesjährigen Zwischenwahlen abzulehnen. In Virginia enthält die Verfassung bis heute eine Bestimmung aus dem Jahr 2006, nach der die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert wird. Bereits im Gouverneurswahlkampf 2025 hatte Earle-Sears ihre Ablehnung von LGBTIQ+-Rechten zu einem Schwerpunkt ihrer Kampagne gemacht. Dabei griff sie ihre demokratische Gegenkandidatin Abigail Spanberger wiederholt wegen deren Haltung zu den Rechten von trans* Menschen an.

Während einer Fernsehdebatte im Jahr 2025 erklärte Earle-Sears außerdem, es sei keine Diskriminierung, einem Menschen wegen seiner Homosexualität eine Arbeitsstelle zu verweigern. Später erklärte sie, sie habe sich versprochen. Eigentlich habe sie sagen wollen, dass sie selbst homosexuelle Menschen in diesem Zusammenhang nicht diskriminiert habe. Bei der Gouverneurswahl Anfang September 2025 unterlag Earle-Sears ihrer demokratischen Konkurrentin Spanberger mit einem Rückstand von 13 Prozentpunkten.

Moralische Gründe 

Ihre Ablehnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare hatte die Republikanerin bereits zuvor öffentlich bekräftigt. Im Jahr 2024 war sie aufgrund ihrer verfassungsrechtlichen Pflichten verpflichtet, ein Gesetz zur Unterzeichnung vorzulegen, mit dem die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Recht Virginias festgeschrieben wurde. Dem Gesetz fügte sie jedoch eine persönliche Erklärung hinzu. Darin betonte sie, sie respektiere zwar ihre verfassungsrechtliche Verpflichtung, lehne das Gesetz jedoch „aus moralischen Gründen“ ab.

Mit dem Gesetz sollte das inzwischen gegenstandslose Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe aus dem Gesetzbuch Virginias gestrichen werden. Hintergrund war die Möglichkeit, dass der Oberste Gerichtshof der USA seine Grundsatzentscheidung Obergefell v. Hodges aus dem Jahr 2015, mit der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare landesweit legalisiert wurde, künftig aufheben könnte. Richter Clarence Thomas hatte bereits 2022 öffentlich angeregt, der Supreme Court solle frühere Grundsatzentscheidungen – darunter Obergefell v. Hodges – erneut überprüfen. Dies löste Befürchtungen aus, dass die Ehe für alle in Zukunft erneut juristisch infrage gestellt werden könnte.

Kampf gegen Verfassungsänderung 

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu direkten Angriffe auf die Homo-Ehe in den USA, die 2025 ihr zehnjähriges Jubiläum feierte. Sollten die Wählerinnen und Wähler den Verfassungsänderungen nun zustimmen, erhielte die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Virginia zusätzlichen Schutz in der Landesverfassung – unabhängig von möglichen künftigen Entscheidungen des Obersten Gerichts der USA. Nach einem Bericht des Washington Blade schrieb Earle-Sears in einer E-Mail an ihre Unterstützerinnen und Unterstützer, Ziel ihrer Tour sei es, die Menschen in Virginia dazu zu bewegen, „diese Vorschläge sorgfältig zu prüfen und beide Verfassungsänderungen mit Nein abzulehnen.“

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