Direkt zum Inhalt

Großer Sieg in Italien Schwule und lesbische Eltern müssen auch in Ausweis-Dokumenten anerkannt werden

Von ms - 14.04.2025 - 11:00 Uhr
Großer Sieg in Italien
Foto: iStock / Elenarts108
ANZEIGE
Loading audio player...

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni hat einen herben Rückschlag in ihrer  homophoben Politik erlitten – das italienische Kassationsgericht, die höchste Gerichtsinstanz des Landes, stärkte jetzt maßgeblich die Rechte von Regenbogenfamilien. Bereits 2024 hatten Gerichte dem Kurs von Meloni einen Strich durch die Rechnung gemacht, das Innenministerium ging in Berufung und scheiterte nun abermals. In Personalausweisen ist weiterhin von „Eltern“ die Rede und nicht von „Vater“ und „Mutter“ – letzteres hatte die Regierung versucht erneut einzuführen, um gezielt gleichgeschlechtliche Ehepaare mit Kindern de facto rechtlich zu entwerten. 

Verfassungsgericht betont Diskriminierung

Das Verfassungsgericht stellte bei seiner Entscheidung klar: „Die Angaben ´Vater´ und ´Mutter´ auf dem elektronischen Personalausweis sind schwer diskriminierend, weil sie nicht für gleichgeschlechtliche Paare gelten, die in bestimmten Fällen auf Adoptionen zurückgegriffen haben.“ Darüber hinaus stellten die Richter dar, dass es sich auch bei Familienmodellen mit gleichgeschlechtlichen Paaren um „vollwertige Familien“ mit den gleichen Rechten handelt. Die queeren Verbände in Italien feiern das Urteil und bestärken nun erneut ihre Forderungen nach der Einführung einer Ehe für alle.  

Die Regierung unter Ministerpräsidentin Meloni indes scheint weiterhin zu versuchen, die Rechte von homosexuellen Menschen anzugreifen und gerade Regenbogenfamilien juristisch in eine Grauzone abzuschieben. Auch anderweitig arbeitet die italienische Regierung weiter daran, LGBTIQ+ zu diskreditieren, derzeit ist ein Verbot von Informationen und Diskussionen über Community-Belange ähnlich wie in Ungarn geplant. 

Anzeige

Auch Interessant

Druck auf Commonwealth-Staaten

29 Länder bestrafen Homosexualität

In 29 Commonwealth-Staaten sind gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin strafbar. Britische Abgeordnete verlangen nun ein Ende der Gesetze.
Europarat fordert mehr Schutz

Pride-Demos besser absichern

Der Europarat fordert Städte und Regionen auf, die Rechte von LGBTIQ+-Menschen konsequenter zu schützen und gegen Hass und Diskriminierung vorzugehen.
Gewalt trotz Schutzgesetzen

233 LGBTIQ+-Menschen ermordet

Mindestens 233 LGBTIQ+-Menschen wurden seit 2020 gezielt getötet. Ein neuer Bericht warnt jetzt vor staatlichem Versagen und mangelndem Schutz.
Posse in Nordirland

Schwule nicht rehabilitiert

Acht Jahre nach Start des Rehabilitierungsgesetzes hat Nordirland noch keine einzige Verurteilung wegen einst strafbarer Homosexualität gestrichen.
Neues Archiv in Berlin

Aids-Geschichte wird bewahrt

Die Humboldt-Universität Berlin hat ein Aids-Archiv eröffnet. Zehntausende Dokumente bewahren private Schicksale und die Geschichte der HIV-Bewegung.
Verbot soll verschwinden

Virginia stimmt über Ehe ab

Virginia entscheidet über die Streichung eines Verbots gleichgeschlechtlicher Ehen. Gouverneurin Spanberger wirbt für die Verfassungsänderung.
Urteil in der Schweiz

Haftstrafen für Rechtsextreme

Nach Störaktionen bei einer Drag-Lesung und einem Pride-Gottesdienst hat ein Zürcher Gericht Mitglieder der rechtsextremen "Jungen Tat" verurteilt.
Eklat in Spanien

Foltervorwürfe gegen Polizisten

Zwei Polizisten sollen einen homosexuellen Mann arabischer Herkunft in Barcelona misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen.