Direkt zum Inhalt
Notfallmedikament bei Chemsex

Notfallmedikament bei Chemsex Der Nasenspray Naloxon kann zum Lebensretter bei Überdosierungen werden - und soll künftig nicht mehr verschreibungspflichtig sein

ms - 25.02.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Gute Nachrichten für die schwule, sexpositive Community mit einer Vorliebe für Chemsex: Das Nasenspray Naloxon soll künftig einfacher zugänglich sein. Es könnte bei versehentlichen Überdosierungen zum lebensrettenden Game-Changer werden, da das Medikament nach wenigen Minuten die atemlähmende Wirkung von einigen illegalen Substanzen stoppt. 

Künftig direkt aus der Apotheke?

Bereits seit Jahren findet das Notfallmedikament seinen Einsatz und konnte in vielen Fällen bereits massive Langzeitfolgen bei Drogenkonsumenten bis hin zu Todesfällen verhindern. Aus diesem Grund hat der zuständige Sachverständigenausschuss des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jetzt einstimmig empfohlen, dass der Nasenspray nicht mehr verschreibungspflichtig sein sollte. 

Das würde bedeuten, dass das Medikament einfach direkt bei allen Apotheken eingekauft werden kann – und so zum Lebensretter gerade bei Chemsex-Partys werden könnte. Dem Entschluss waren mehrere Modellprojekte vorausgegangen, die eindeutig aufzeigten, dass auch Laien das Medikament im Notfall fachgerecht anwenden können. 

Besonderes Problem der Community 

Überdosierungen beim Drogenkonsum in Zusammenhang mit Sex sind gerade in der schwulen Community bis heute ein besonderes Problem, zuletzt betonte die Kölner Aidshilfe die Gefahrensituation und erklärte, dass allein in der Rheinmetropole 2024 vier Homosexuelle im Zuge von Chemsex verstorben sind. 

In einem ersten Schritt soll es der Bundes- und Landespolizei wie auch allen Einrichtungen im Bereich Drogen- und Suchthilfe nun ermöglicht werden, Naloxon einfacher zu bekommen. Weitere Fachgremien befürworten den Wegfall der Verschreibungspflicht – Experten gehen davon aus, dass schlussendlich auch die Bundesregierung grünes Licht für die Umsetzung geben wird. Final muss die Verordnung vom Gesundheitsministerium und dem Bundesrat genehmigt werden – aufgrund der Bundestagswahl und der Neubildung der Bundesregierung ist mit einer Umsetzung aber wahrscheinlich erst im Sommer dieses Jahres zu rechnen.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Viel Erotik in Köln

Rheinmetropole schlägt Berlin

Was sind die erotischsten Städte Deutschlands? Ein neues Ranking setzt Köln an die Spitze, danach folgen Dresden und Berlin. Schlusslicht ist Duisburg
LGBTQ Sports Hall of Fame

Ehrung von zehn queeren Sportlern

Zehn LGBTIQ+-Sportler werden 2026 neu in die LGBTQ Sports Hall of Fame aufgenommen, darunter die 95-jährige lesbische Baseballerin Maybelle Blair.
Social-Media-Verbot

Mehrheit im britischen Oberhaus

Die Mehrheit im britischen Oberhaus hat sich für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ausgesprochen. Der Druck auf die Regierung wächst.
Kritik an Bayerns Regierung

Aktionsplan enttäuscht mehrfach

Drei kleine Projekte hat Bayerns Regierung im Rahmen des Aktionsplans gestern vorgestellt. Viel zu wenig, protestiert der LSVD+ Bayern.
Koch zum Aktionsplan

Intensive Arbeit an Fortführung

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, will sich dafür einsetzen, dass der Nationale queere Aktionsplan doch fortgeführt wird.
Schwule Pandabären

Krisenstimmung in China

Zwei Blogger wurden in China jetzt inhaftiert, weil sie über zwei vermeintlich schwule Pandabären berichteten. Ihn drot nun eine Geldstrafe oder Haft.
Stress im Gesundheitswesen

LGBTIQ+-Beschäftige stark betroffen

LGBTIQ+-Angestellte im Gesundheitswesen leiden unter besonderem Stress und Diskriminierung, offenbart nun eine neue Studie aus Italien.
Gewalt gegen schwules Paar

Jugendliche Täter nicht gefasst

Drei Jugendliche haben am Sonntagabend in einer Kasseler Straßenbahn ein schwules Paar auf offener Strecke beleidigt, bespuckt und mit Gewalt bedroht.