Direkt zum Inhalt
Folter in Großbritannien

Folter in Großbritannien Zwanghaftes Beten, "korrigierende" Vergewaltigungen, Schläge - 31 Prozent der LGBTIQ+-Briten erlitten Konversionstherapien!

ms - 02.04.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Seit 2018 wird in Großbritannien versucht, ein Verbot von Konversionstherapien umzusetzen, mehrere Regierungen scheiterten bisher daran. Bereits 2023 zeigte eine Gallup-Studie auf, dass jeder vierte LGBTIQ+-Mensch in psychologischer Behandlung zuvor Opfer der unseriösen „Heilungs-Therapien“ geworden war, die die Vereinten Nationen bereits klar als Folter definiert haben. Eine neue Untersuchung offenbart nun die tatsächliche Lage auf der Insel: Jede zehnte LGBTIQ+-Person erlebte Exorzismus oder/und Vergewaltigungen im Rahmen einer Konversionstherapie. Angeboten werden die Praktiken dabei bis heute zumeist von christlichen Verbänden.  

Folter und Vergewaltigungen

Die queere Organisation Stonewall spricht von einem „alarmierenden Ausmaß“ angesichts der jüngsten Daten. Gerade die Häufung von expliziten Foltermethoden wie Schlägen, stundenlanges Beten unter Zwang oder „korrigierende Vergewaltigungen“ würden sprachlos machen. 31 Prozent der befragten LGBTIQ+-Personen gaben an, eine oder mehrere Versuche erlebt zu haben, um ihre Sexualität oder Geschlechtsidentität zu ändern. Zumeist sind dabei homosexuelle Menschen Opfer der menschenverachtenden Praktiken. In absoluten Zahlen sind das so rund 650.000 Schwule und Lesben. 

Die weiteren Zahlen im Detail: Jeder Fünfte erlebte körperliche Gewalt, jeder Zehnte pseudowissenschaftliche Beratungsgespräche. Ebenso zehn Prozent der Befragten erlitten „korrigierende Vergewaltigungen“ oder/und Exorzismus. 15 Prozent der LGBTIQ+-Menschen wurde seitens der Familie mit Obdachlosigkeit gedroht, wenn sie ihre Sexualität nicht „freiwillig“ ändern würden.

Jeden Tag unsägliches Leid 

Im Rahmen der Stonewall-Studie erklärte eines der Opfer, ein schwuler Mann namens Matthew: „Sie bringen dich dazu, an dir selbst zu zweifeln und das Vertrauen in dich selbst zu verlieren. Die Auswirkungen, die das auf meine psychische Gesundheit hatte – Angst, Isolation und Depression – sollte niemand ertragen müssen. In einer Zeit zunehmender Feindseligkeit gegenüber LGBTIQ+-Menschen hat die britische Regierung die Chance, Stellung zu beziehen und unsere Gemeinschaften vor Grausamkeit und Missbrauch zu schützen.“ 

Und Simon Blake, Geschäftsführer von Stonewall, betonte: „Jeden Tag, an dem Konversionspraktiken legal bleiben, verursachen sie weiterhin unsägliches Leid für LGBTIQ+-Menschen im ganzen Land und setzen sie der Gefahr aus, Schaden zu nehmen. Diese alarmierenden Zahlen machen deutlich, wie weit verbreitet diese Praktiken sind, obwohl sie oft vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Hinter all diesen Daten stehen Menschen, denen gesagt wurde, dass ihre sexuelle Orientierung und/oder ihre Geschlechtsidentität falsch ist, dass sie ´geheilt´ werden müssen. Der längst überfällige britische Gesetzentwurf muss alle LGBTIQ+-Menschen durch ein umfassendes Verbot schützen, das den Tätern keinen Raum lässt, die Schwere ihrer Taten zu leugnen, und den Opfern einen Weg zur Gerechtigkeit eröffnet.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sieg für trans* Menschen

Ägyptisches Gericht stärkt Rechte

Ein Gericht in Ägypten hat die Rechte von trans* Menschen erstmals deutlich gestärkt. Die Community feiert das Urteil als historischen Sieg.
Neuer Anlauf in der Türkei

Anti-LGBTIQ+-Gesetz im Eilverfahren

In der Türkei wird aktuell im Eilverfahren an zwei extrem radikalen Anti-LGBTIQ+-Gesetzen gearbeitet, die jetzt zeitnah umgesetzt werden sollen.
LGBTIQ+-Inhalte im Fernsehen

Streit über US-TV-Programme

Wird es künftig Warnhinweise im US-Fernsehen bei gewissen queeren Themen geben? Darüber ist in den USA gerade eine heftige Debatte entbrannt.
Erneute Absage des Papstes

Nein zu homosexuellen Segnungen

Papst Leo XIV. hat sein Nein zu Segnung von Homosexuellen bekräftigt und geht damit auf direkten Konfrontationskurs zur deutschen Kirche.
Nicolás Keenan und Rob Jetten

Gemeinsam gegen Homophobie

Der Verlobte des niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten, Nicolás Keenan, erlebte immer wieder homophobe Attacken von Sportkollegen.
Schwule Spitzen-Turner

Charlie Larson und Sam Phillips

Die zwei offen schwulen Turner Sam Phillips und Charlie Larson haben die NCAA Men’s Gymnastics Championships 2026 sehr erfolgreich bestritten.
Bewegende Aids-Austellung

London gedenkt der Aids-Krise

Die kommende Ausstellung „Tenderness and Rage“ ist derzeit Gesprächsstoff in London; dabei steht die Aids-Epidemie ab den 1980er Jahren im Mittelpunkt
Trumps spirituelle Beraterin

Vergleiche mit Jesus Christus

Donald Trumps spirituelle Beraterin Paula White-Cain hat jetzt erklärt: Ein Nein zu Trump sei wie ein Nein zu Gott, man mache sowas einfach nicht.
Sinkendes Interesse am ESC?

Neue Befragung überrascht

Die Österreicher sind bisher nur teilweise in ESC-Stimmung, so eine aktuelle Befragung. Das gilt natürlich nicht für die Community oder die Wiener...