Direkt zum Inhalt

Eklat um Stonewall Der National Park Service entfernt queere Menschen von der Homepage

Von ms - 14.02.2025 - 10:00 Uhr
Eklat um Stonewall
Foto: iStock / Warren Eisenberg
ANZEIGE
Loading audio player...

Ein weiterer Schritt der Trump-Regierung im Kampf gegen die „queere Gender-Ideologie“ sorgt nun in New York für Empörung: Auf der Website des Stonewall National Monuments wurden queere und trans* Menschen gelöscht. Bei der geschichtlichen Einordnung online rund um den Stonewall-Aufstand von 1969 ist nur noch von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen die Rede beziehungsweise von „LGB“.  

Kritik an Löschungsaktion

Jegliche Erwähnung anderer Gruppen der LGBTIQ+-Community wurde vom zuständigen National Park Service entfernt. Kritik an der Aktion kommt von verschiedenen Seiten. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul nannte den Schritt „grausam und kleinlich“. Auf X schrieb sie: „„Transgender-Menschen spielen eine entscheidende Rolle im Kampf für LGBTIQ+-Rechte. New York wird niemals zulassen, dass ihre Beiträge ausgelöscht werden.“ 

Timothy Leonard von der National Park Conservation Association erklärte: „Der National Park Service existiert nicht nur, um unsere wertvollsten Orte zu schützen und zu bewahren, sondern auch, um seine Millionen jährlicher Nationalparkbesucher über die integrative, vollständige Geschichte Amerikas aufzuklären. Das Löschen von Briefen oder Webseiten ändert nichts an der Geschichte oder den Beiträgen unserer Transgender-Community-Mitglieder in Stonewall oder anderswo.“ 

Die Stonewall Inn Gives Back Initiative und das Stonewall Inn selbst erklärten, sie seien „empört und entsetzt“ über die Entfernung des Wortes „Transgender“ von der Website. Ein Sprecher der queeren Lobby-Organisation GLAAD bezeichnete die Änderung als „ein weiteres Beispiel für die eklatanten Versuche der Trump-Administration, das Vermächtnis von transgender und queeren Amerikanern zu diskriminieren und auszulöschen.“

Besonderer Ort der Geschichte

Der kleine Stonewall Park im Herzen von Greenwich Village, gegenüber der berühmten Bar Stonewall Inn, sowie das im letzten Jahr eingeweihte Stonewall National Monument Visitor Center erinnern an die Aufstände im Juni 1969, als sich die Community erstmals gegen homophobe Polizeigewalt wehrte – die Geburtsstunde der heutigen Pride- und CSD-Veranstaltungen und der Beginn im Kampf für gleiche Rechte und mehr Akzeptanz. Im letzten Jahr feierte New York das 55-jährige Jubiläum der Aufstände.   

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Die PresseBei aller Liebe, keinen Sex bitte: Mareike Fallwickls neuer Roman [premium]Frankfurter Allgemeine Zeitung„LGBT-Propaganda“: Warum die Türkei wirklich gegen ein renommiertes Onlineportal vorgehtndIslamismus und Rechtsextremismus | Incels mit und ohne GottSüddeutsche ZeitungInterview: „Wer keinen Ärger kriegt, hat auch keinen Ärger gemacht“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mehr Schutz in Bangladesch

Petition gegen Diskriminierung

Studenten und Aktivisten in Bangladesch fordern mit einer Petition besseren Schutz für LGBTIQ+-Menschen und ein Ende der Diskriminierung.
Abstimmung über die Ehe

Virginias Änderung der Verfassung

Der US-Bundesstaat Virginia stimmt darüber ab, die Ehe für Homosexuelle in seiner Landesverfassung zu schützen. Ein Schritt mit viel Symbolkraft.
Eklat in Österreich

Streit um queere Touristen

Die FPÖ will Pride- und LGBTIQ+-Themen aus Österreichs Tourismuswerbung zurückdrängen – andere Parteien widersprechen.
Am Ende des Regenbogens

Kulturkampf in den Niederlanden

Niederlands Gemeinde Oldebroek will seine LGBTIQ+-Politik abschaffen und sorgt damit landesweit für Schlagzeilen und Entsetzen in der Community.
Mord auf den Philippinen

Militär tötet queere Aktivistin

Die trans* Aktivistin Kai Sorem wurde auf den Philippinen getötet. Die bisherigen Untersuchungen legen eine Vertuschung durch das Militär nahe.
Grindr kauft PrEP-Klinik

Millionendeal für HIV-Prävention

Grindr will für 250 Millionen US-Dollar die PrEP-Klinik Freddie übernehmen und HIV-Prävention direkt in seine App integrieren.
Türkei klagt Popstar an

Mabel Matiz droht Haft

Weil zwei Männer in seinem neuen Musikvideo miteinander tanzen, drohen dem schwulen türkischen Popstar Mabel Matiz jetzt bis zu drei Jahre Haft.
Russland verurteilt Sirotkin

Vier Jahre für LGBTIQ+-Aktivisten

Ein russisches Gericht verurteilte jetzt den LGBTIQ+-Aktivisten Yaroslav Sirotkin in Abwesenheit zu vier Jahren Strafkolonie.
LGBTIQ+-Krisenhilfe ist zurück

Hilfe für queere US-Jugendliche

Nach mehr als einem Jahr Unterbrechung gibt es über die US-Krisenhotline 988 wieder spezielle Hilfe für junge LGBTIQ+-Menschen.