Direkt zum Inhalt

Stonewall-Feierlichkeiten Joe Biden und Popstar Elton John eröffnen das Stonewall National Monument Visitor Center

Von ms - 01.07.2024 - 09:00 Uhr
Stonewall-Feierlichkeiten
Foto: IMAGO / Newscom World
ANZEIGE
Loading audio player...

Zu den Feierlichkeiten rund um den 55. Jahrestag der Stonewall-Aufstände in New York haben US-Präsident Joe Biden und Popstar Elton John gemeinsam das „Stonewall National Monument Visitor Center" feierlich eingeweiht.

Eine Schwulenbar als „geheiligter Boden“

In seiner Rede bezeichnete der US-Präsident die Schwulenbar „Stonewall Inn“ als „geheiligten Boden für unsere Nation“ und die Aufstände vor 55 Jahren als „entscheidenden Monument der US-Geschichte“. Im Jahr 1969 hatten sich hier erstmals Lesben, Schwule und Drag-Queens gegen die homophobe Polizeigewalt und staatliche Willkür zur Wehr gesetzt und damit den Ursprung aller CSD- und Pride-Paraden gesetzt.

„Die Seele der Nation wurde buchstäblich auf die Probe gestellt. Das ist keine Übertreibung. Die Seele der Nation wurde auf die Probe gestellt, und das Herz dieser Bewegung wurde entfacht. Und der Lauf der Geschichte hat sich für immer verändert. Diese geliebte Bar wurde zum Schauplatz eines Schreis nach Freiheit, Würde, Gleichheit und Respekt – ein Aufstand, der die LBGTI*-Community im ganzen Land und, offen gesagt, auf der ganzen Welt aufrüttelte. Sie wären erstaunt, an wie vielen Orten ich bin, sei es in Indien oder an anderen Orten, wo die Leute über die Schwulenbewegung hier in den Vereinigten Staaten von Amerika sprechen“, so Biden in seiner Rede. 

Die mehrtägigen Unruhen und Proteste seien dabei auch ganz allgemein zu einem Wendepunkt für die Bürgerrechte in Amerika geworden. „Wir befinden uns im Kampf um die Seele Amerikas. Aber wenn ich mir den Stolz, die Hoffnung und das Licht ansehe, das ihr alle mitbringt, dann weiß ich, dass wir diesen Kampf gewinnen und weitere Fortschritte machen werden“, so der 81-Jährige weiter. 

Der Kampf geht weiter

Dieser Einschätzung stimmte auch der britische Popsänger Elton John zu und beteuerte: „Der Kampf ist noch nicht zu Ende!“ Anschließend sang der 77-Jährige seinen Popklassiker „Don't Let The Sun Go Down On Me“. Kurz vor dem Termin hatte der Brite erneut außerdem bekräftigt, nie wieder Konzerte geben zu wollen und künftig mehr Zeit mit der Familie zu verbringen – zu Hause warten auf den einstigen Rocketman zwei Söhne in ihren Teenagerjahren. 

Im Jahr 2016 war die kleine Stonewall-Bar sowie der angrenzende Christopher Park vom damaligen Präsidenten Barack Obama zum amerikanischen Nationalmonument ernannt worden. Das jetzt eröffnete Museum soll Besuchern Details zum Ursprung der weltweiten Pride-Bewegung aufzeigen und die Erinnerung daran lebendig halten. 

Anzeige

Auch Interessant

LGBTIQ+-Awards in London

Zwölf Stars ausgezeichnet

Donatella Versace, die Pet Shop Boys und Orville Peck gehören zu den zwölf Preisträgern der großen LGBTIQ+-Award-Gala in London.
CDU unter Druck

Linke queer fordert Konsequenzen

Nach der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt fordert Die Linke queer Konsequenzen von der LSU.
ESC 2027 ohne Tschechien

Finanzkrise beim Fernsehen

Tschechien verzichtet aus finanziellen Gründen auf den ESC 2027. Hinter der Absage stehen Sparzwänge und eine geplante Rundfunkreform.
Weltpremiere von „Artificial“

Guadagnino nimmt OpenAI ins Visier

Luca Guadagninos „Artificial“ erzählt vom Machtkampf bei OpenAI. Andrew Garfields Darstellung des schwulen Sam Altman sorgt für großes Kritikerlob.
Böse schwule Geister

Spukgeschichten vor Gericht

Ein Mann in Namibia machte „schwule Geister“ für eine tödliche Messerattacke verantwortlich. Das Gericht glaubte der Aussage nicht.
AfD will Jugendhilfe umbauen

Queere Jugendliche im Fokus

Die AfD will das Jugendhilferecht ändern und die Berücksichtigung von Geschlechtsidentitäten jenseits von Mann und Frau zurückdrängen.
Ende von Bowens Karriere?

Wrestling-Pionier vor Abschied

Anthony Bowens schrieb als schwuler AEW-Champion Wrestling-Geschichte. Nach sechs Jahren ist sein Vertrag nun ausgelaufen. Das Ende der Karriere?
Kampf gegen das Vergessen

LGBTIQ+-Geschichte unter Druck

Stonewall-Museumschef Robert Kesten warnt vor Angriffen auf LGBTIQ+-Geschichte und setzt auf Bildung, Archive und einen stärkeren Dialog mit Medien.
Verdacht auf Asylbetrug

Hunderte Fälle in England

In London ermitteln Behörden jetzt gegen ein Netzwerk, das falsche Belege über die vermeintliche Homosexualität von Asylbewerbern verkauft haben soll.