Direkt zum Inhalt

LGBTI*-Europa-Konferenz Die ILGA Europe lud ein zur größten Konferenz in Europa für LGBTI*-Themen

Von ms - 21.10.2024 - 14:30 Uhr
LGBTI*-Europa-Konferenz
Foto: iStock / Sophonnawit Inkaew
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Lobbyorganisation ILGA Europe lud am vergangenen Wochenende zur größten LGBTI*-Konferenz in Europa und Zentralasien nach Bukarest ein – mit dabei waren rund 400 homosexuelle und queere Aktivisten aus 52 Ländern. Das zentrale Thema der diesjährigen Jahreskonferenz lautete: The Call to Courage.

Mehr Solidarität in Europa

„Dieser Aufruf zum Mut spiegelt die Notwendigkeit eines konstanten und furchtlosen Engagements in der Bewegung für LGBTI*-Menschenrechte und Gleichstellung wider“, so die ILGA. Bei dem Treffen am Wochenende ging es dabei nebst dem Austausch von Erfahrungen in den einzelnen Ländern vor allem auch um künftige Themen und Projekte auf europäischer Ebene. 

Mit großer Besorgnis wurde das Erstarken konservativer und populistischer Bewegungen in mehreren europäischen Ländern betont, dem mit noch mehr Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen LGBTI*-Organisationen in der Region begegnet werden soll. 

Rumäniens Kampf um Gleichberechtigung

Die juristische ILGA-Direktorin Katrin Hugendubel betonte dabei überdies auch die bewusst gewählte Entscheidung, die Konferenz in diesem Jahr in Rumänien abzuhalten: „Rumänien bereitet sich gerade auf die Wahlen vor, zu einer Zeit, in der die Rechte, der Schutz und das Leben von LGBTI*-Personen mehr gefährdet sind als in den letzten zehn Jahren zuvor. Der Europäische Gerichtshof hat in zwei Urteilen entschieden, dass Rumänien sowohl gleichgeschlechtliche Partnerschaften als auch Geschlechtsidentitäten anerkennen muss. Es ist an der Zeit, dass Rumänien mit der Mehrheit der Europäischen Union gleichzieht und diese Urteile umsetzt. Rumänien muss auch Gesetze zur Anerkennung von Partnerschaften und Regenbogenfamilien erlassen, damit die Menschenrechte von LGBTI*-Personen respektiert und geschützt werden können, anstatt sie als politische Sündenböcke zu missbrauchen, indem versucht wird, ihre Menschenrechte einzuschränken.“

Wohin wandert Europa?

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im November/Dezember sollen dabei aufzeigen, wie sehr sich rumänische Politiker wirklich für demokratische Werte und die Achtung der Grundrechte einsetzen, während in anderen Ländern wie jüngst in Belarus neue repressive Anti-Homosexuellen-Gesetze nach russischem Vorbild umgesetzt werden. Somit sind die Wahlen auch über die Grenzen Rumäniens hinaus von großer Bedeutung.  

Victor Ciobotaru, Exekutivdirektor der Accept Association Romania, erklärte: „LGBTI*-Personen haben nie um besondere Rechte gebeten. Wir wollen gleiche Rechte für uns und unsere Familien. Politiker haben wahrscheinlich noch nie diese Übung des Mitgefühls gemacht, sich in die Schuhe des anderen zu versetzen, in die Schuhe der Person, die man vertritt, um darüber nachzudenken, wie es ist, 25 Jahre lang mit jemandem zu leben und nicht die Gewissheit zu haben, dass man in schwierigen Momenten bei dieser Person sein kann, zum Beispiel, wenn sie gesundheitliche Probleme hat, wenn ein Unfall passiert oder wenn die andere Person stirbt. Das sind die Belastungen und Ängste, mit denen wir jeden Tag leben. Jeder Tag, an dem wir darauf warten, dass die Politiker unsere Rechte respektieren, ist ein Tag, an dem echte Menschen leiden!“

Und Vlad Viski, der Exekutivdirektor von MozaiQ, fügte hinzu: „Wir müssen der politischen Klasse in Bezug auf LGBTI*-Menschen in Rumänien einen Spiegel vorhalten. Es gibt hasserfüllte politische Haltungen, die im rumänischen Parlament immer noch akzeptabel sind, und inzwischen ist Rumänien in der Situation, dass es eines der letzten fünf Länder in der EU ist, das gleichgeschlechtliche Paare nicht anerkennt.“

Trotz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) lehnt Premierminister Marcel Ciolacu eine Umsetzung einer zivilen Partnerschaft oder einer gleichgeschlechtlichen Ehe nach wie vor strikt ab. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungNews-Überblick: Das sind die Nachrichten des TagesSüddeutsche Zeitung„Sextortion“ in München: Er wollte sich zum Sex treffen. Dann wurde er erpresstrbb24Queere Demo in Kreuzberg: Mehrere tausend Menschen fordern Schutz queeren LebensndQueeres Leben | Casa Kuá Demo in Berlin: »Hände weg von Trans Leben!«Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streit um schwule Veteranen

Großbritannien sucht Einigung

Zwei schwule Ex-Soldaten kämpfen um Entschädigung für ihre erzwungene Entlassung. Die britische Regierung will jetzt einen Prozess vermeiden.
UEFA bestraft Fußballfans

Stadionkurve droht Sperre

Wegen homophober Fangesänge muss Olympique Lyon 20.000 Euro zahlen. Bei weiteren Vorfällen droht dem französischen Club eine Stadionsperre.
Mehr Druck auf die Türkei

Kanada betont LGBTIQ+-Rechte

Kanada baut seine Beziehungen zur Türkei aus, spricht aber zugleich die zunehmende Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen unter Erdoğan an.
Putin soll Trump helfen

Kampf vor US-Zwischenwahlen

Russische Desinformationskampagnen sollen offenbar Demokraten vor den US-Kongresswahlen diskreditieren und Donald Trump politisch stärken.
Silva gewinnt Richtungswahl

Neue Hoffnung in LGBTIQ+-Community

Präsident Silvas Wahlsieg verhindert eine Rückkehr des Bolsonaro-Lagers an die Macht und weckt Hoffnungen auf eine offenere Gesellschaft.
Taiwan Pride setzt ein Zeichen

Solidarität statt Ausgrenzung

Vor der Pride am 31. Oktober fordern die Organisatoren Respekt für queere Menschen mit Behinderung, HIV und unterschiedlichen sexuellen Lebensweisen.
Phuket übt den queeren Empfang

InterPride tagt erstmals in Asien

Vor der InterPride-Konferenz schult Phuket Personal im Umgang mit internationalen LGBTIQ+-Gästen. Der Kongress beginnt am 29. Oktober.
Iga lehnt Ehe-Anmeldung ab

Bürgermeister fordert Reform

Die japanische Stadt Iga wollte die Ehe-Anmeldung eines gleichgeschlechtlichen Paars prüfen. Die Justizbehörde bestand auf einer Ablehnung.
Ärger um den sexy Jesus

Film lief trotz Protest in Genf

Civitas wollte „Hunky Jesus“ aus dem Genfer Festivalprogramm drängen. Der Film lief trotzdem. Nun erwägt die Organisation eine Anzeige.