Direkt zum Inhalt
Gefahr von der Generation 50+

Gefahr von der Generation 50+? Sind ältere Menschen anfälliger für Fake News und Verschwörungstheorien?

ms - 09.04.2025 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Geht von der Generation 50+ eine gewisse Gefahr für die Community aus? Diesen Schluss legen nun zumindest die neusten Aussagen der Pädagogin Sarah Pohl nahe. Gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärte die Expertin, dass die ältere Generation in Deutschland besonders anfällig für Verschwörungstheorien und Fake News ist – ein gefährliches Minenfeld angesichts der Tatsache, dass die Falschmeldungen und die Hetze gegenüber LGBTIQ+ gerade online immer mehr zunimmt.

Falschmeldungen unter Senioren

Ein Auslöser dafür sei unter anderem die Corona-Pandemie gewesen, die viele der Generation X sowie der Babyboomer zu Verschwörungserzählungen hingetrieben habe. Menschen über 50 seien dafür besonders anfällig, ähnlich wie für Esoterik, so Pohl, die in der Zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen in Baden-Württemberg arbeitet. Die Einrichtung erlebte beginnend mit der Pandemie eine Flut von Anfragen – viele erwachsene Kinder erzählten zudem, wie ihre Eltern immer mehr Falschmeldungen verfallen würden. 

Pohl betonte dabei weiter, dass die Radikalisierung oft schleichend erfolge, vor allem dann, wenn das soziale Umfeld als Korrektiv nicht mehr vorhanden sei. Zudem würde die Generation im digitalen Raum bei vielen Thematiken auf einfache Erklärungen stoßen, die schnell Sündenböcke benennen – davon betroffen ist einmal mehr die Community, die sich gerade im digitalen Raum gerne den ewiggleichen Vorwürfen der Frühsexualisierung oder anderen Vorurteilen stellen muss. Eine Mischung aus Isolation einhergehend mit wenig digitaler Kompetenz sowie einem Lebensumbruch durch den nahenden Renteneintritt sowie auch verstärkt Krankheiten könnten diese Entwicklungen weiter verstärken.

Direkte Kontakte 

Ausreden könne man Menschen der Generation 50+ ihre vorgefasste Meinung laut Pohl kaum, das Bemühen darum wirke sich sogar gegenteilig eher als „Push-Faktor“ aus, jetzt erst recht an die Fake News und Verschwörungen zu glauben. Helfen könnten indes „neutrale Inseln“ in Gesprächen und anderweitig Kontakte im realen Leben. Mit Blick auf die Community raten queere Vereine auch immer wieder dazu, mit älteren Menschen in Kontakt zu treten, um Vorurteile im persönlichen Erleben abzubauen.   

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Community in Italien geschockt

Vergewaltigung eines 18-Jährigen

Nahe Turin wurde ein 18-Jähriger mittels Grindr in eine Falle gelockt und brutal vergewaltigt. Die LGBTIQ+-Community in Italien steht unter Schock.
Quo vadis Baden-Württemberg?

Reaktion des LSVD+ nach Wahl

In Baden-Württemberg wird Grün-Schwarz wohl weiter regieren; was bedeutet das für LGBTIQ+? Der LSVD+ blickt mit gemischten Gefühlen aufs Wahlergebnis.
Große Sorge in Slowenien

Wie weiter nach der Wahl?

Ende März wird in Slowenien ein neues Parlament gewählt. Mit Sorge blickt die queere Community auf die jüngsten Prognosen, droht ein Rollback?
Gewalt in Brandenburg

Alarmierende neue Zahlen

Die Fälle von Hasskriminalität haben in Brandenburg binnen eines Jahres erneut rapide zugenommen, eine Steigerung von 21 Prozent binnen zwölf Monate.
Nach der BaWü-Wahl

Ministerposten für Palmer?

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist derzeit Tübingens umstrittener Oberbürgermeister Boris Palmer im Gespräch für einen Ministerposten.
Wo ist Erik Staudacher?

Seit drei Wochen keine Spur

Polizei bittet um Hilfe: Vor drei Wochen verschwand Erik Staudacher spurlos nach einer Nacht in einer Neuköllner Bar.
Gefährdung queer Geflüchteter

Ludovic Mbock droht Lebensgefahr

Einem offen schwulen E-Sportler aus Maryland droht nach einem Routinebesuch bei den US-Einwanderungsbehörden die Abschiebung nach Kamerun.
Queere Menschen in Angst

LGBTIQ+ unter starkem Druck

Im vergangenen Jahr verzeichnete Hamburg einen alarmierenden Anstieg politisch motivierter Hasskriminalität.
Neue Debatte um Elio

Pixar-Film ohne schwule Hauptfigur

Ein schwuler Held? Das wäre für Zuschauer des Pixar-Films „Elio“ einfach „zu heikel“ gewesen, erklärte jetzt erstmals Kreativdirektor Pete Docter.