Direkt zum Inhalt

Gewaltspirale in Belarus UN und EU verurteilen Attacken auf LGBTIQ+ mit deutlichen Worten

Von ms - 09.04.2025 - 14:00 Uhr
Gewaltspirale in Belarus
Foto: iStock / bruev
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Lage für die Community in Belarus spitzt sich seit Monaten immer weiter zu, zuletzt hat „Russlands kleiner Bruder“ angekündigt, auch ein Anti-Homosexuellen-Gesetz nach Russlands Vorbild einführen zu wollen. Bereits jetzt kommt es zu täglichen Angriffen auf LGBTIQ+-Menschen vor Ort, dazu gab es im letzten Jahr eine Welle von willkürlichen Festnahmen. Mehrere queere Organisationen forderten, dass die Staatengemeinschaft darauf reagieren müsse – nun haben sich die EU und die Vereinten Nationen (UN) eingeschaltet.  

Gewalt, Diskriminierung, Hassrede

Mit klaren Worten verurteilt die UN die zunehmende Gewalt, Diskriminierung und die Hassreden gegen LGBTIQ+-Personen in Weißrussland, die Europäische Union betont zudem die eskalierende Unterdrückung von Menschenrechtsverteidigern, der Zivilgesellschaft und unabhängigen Medien. Anfang des Monats nahm nun auch der UN-Menschenrechtsrat eine Resolution zur Menschenrechtslage in Belarus an. Zu Beginn dieses Jahres hatte eine Gruppe unabhängiger UN-Sachverständiger bereits zur Lage der Menschenrechte in Belarus unter anderem auf die Beschränkung und Zensur von LGBTIQ+-bezogenen Informationen, Gewalt und Einschüchterungen sowie auf die Verwendung von queer-feindlichen Hassreden durch Politiker und Strafverfolgungsbehörden hingewiesen.

Ebenso Anfang April nahm nun auch das Europäische Parlament eine Dringlichkeitsentschließung zu den Repressionen in Belarus an. Unter anderem fordert die EU ihre Mitgliedsstaaten jetzt dazu auf, Medien und Aktivisten vor Ort stärker zu unterstützen, die Verfahren für Visa zu vereinfachen und weitere Sanktionen gegen das Land zu verhängen. Politische Gegner und unliebsame Personen wie Homosexuelle oder queere Menschen dürften überdies nicht ausgeliefert werden. 

ILGA betont systematische Unterdrückung

Die europäische, queere Organisation ILGA Europe betonte überdies: „Das Fehlen eines rechtlichen und politischen Rahmens zum Schutz der Menschenrechte von LGBTIQ+-Personen ist Teil eines umfassenderen Musters von Einschränkungen der Grundrechte und -freiheiten. LGBTIQ+-Personen sind in dem Land einer systematischen Unterdrückung ausgesetzt, wobei ihre Rechte systematisch durch diskriminierende Gesetze und Gewaltakte eingeschränkt werden. In diesem Jahr legt die Regierung von Belarus ihren Bericht im Rahmen der allgemeinen regelmäßigen Überprüfung beim UN-Menschenrechtsrat vor. Wir fordern die UN-Mitgliedsstaaten auf, in ihren Empfehlungen die anhaltende Verfolgung von LGBTIQ+-Personen zu thematisieren, die in den breiteren Kontext der politischen Unterdrückung in Belarus eingebettet ist.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.