Direkt zum Inhalt
Scharfe Kritik an Weidel

Scharfe Kritik an Weidel Verband Queere Vielfalt nimmt Stellung zu Weidels Aussagen zur Ehe für Alle

ms - 19.02.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Mit klaren und scharfen Worten hat der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) jetzt die jüngsten Aussagen der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel von dieser Woche zur gleichgeschlechtlichen Ehe jetzt kritisiert. Weidel hatte in der ARD Wahlarena betont, die eingetragene Lebenspartnerschaft mit der Ehe für Alle gleichstellen zu wollen und sich gleichzeitig indirekt gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen. 

Abschaffung der Ehe für Alle?

Henny Engels aus dem Bundesvorstand des LSVD+ betont dazu: „Die eingetragene Lebenspartnerschaft und die Ehe für alle sind nicht dasselbe! Alice Weidel hat gesagt, dass Lebenspartnerschaften wie ihre eigene der Ehe gleichgestellt sein sollten, das ´Institut der Ehe´ dabei aber unberührt bleiben müsse. Diese Aussage ist kein Ausspruch für die völlige Gleichstellung queerer Paare, sondern unterstützt die Forderung ihrer Partei, die ´Ehe für Alle´ wieder abzuschaffen.“ 

Rund 15 Jahre hat es in Deutschland gedauert, bis nach der Einführung der Lebenspartnerschaft dann 2017 auch die Ehe für Alle eingeführt werden konnte. „Neben dem Abbau bestehender Ungleichbehandlungen von Lebenspartnerschaft und Ehe war die Eheöffnung auch eine wichtige symbolische Anerkennung der Gleichwertigkeit gleich- und verschiedengeschlechtlicher Partnerschaften. Die Abschaffung widerspricht den Grundsätzen unserer freiheitlichen Gesellschaft, in der Bürger*innen selbstverständlich selbst wählen können, welche Form des Zusammenlebens für sie die passende ist.“

AfD und der Kampf gegen die Homo-Ehe

Im weiteren Verlauf wirft Engels auch einen Blick auf die Entwicklungen der Partei in den letzten Jahren: „Dass die AfD nicht für die völlige Gleichstellung homosexueller Paaren ist, zeigt ein kurzer Blick in die vergangene Parteipolitik. In der Debatte um die Ehe für alle sah die AfD in der Eheöffnung keinen Abbau von Diskriminierung, sondern ein ´rot-grünes Ideologieprojekt´. Sie zielte damit konkret auf die Entrechtung gleichgeschlechtlicher Paare. 2018 hat sie sogar einen Antrag zur Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe eingebracht.“ 

Erst zu Beginn des Jahres hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Stephan Brandner, zudem abermals erklärt, dass die Partei in der neuen Legislaturperiode einen weiteren Versuch zur Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe durchführen wolle, die aus Sicht der Partei gegen das Grundgesetz verstoße.

„Die AfD hat ihre Queerfeindlichkeit in den letzten Jahren immer wieder selbst zur Schau gestellt. Die Meldungen zum angeblichen Einsatz von Weidel für die Gleichstellung queerer Paare sind verkürzt. In diesen politischen Zeiten, in denen die Rechte von LSBTIQ* weltweit massiv bedroht sind und sich populistische Falschinformationen schnell verbreiten, wünschen wir uns eine Medienlandschaft, die diesen politischen Gegebenheiten Rechnung trägt und ihrer Verantwortung gerecht wird“, so Engels weiter. 

Sorge in der Community 

Zudem betont Engels: „Die Community ist extrem besorgt darüber, dass bereits errungene Gleichstellungserfolge zurückgenommen werden könnten, falls die AfD in politische Verantwortung käme. So fragen sich LSBTIQ*, ob bestehende queere Ehen wieder annulliert werden würden. Wir sehen alle demokratischen Parteien in der Verantwortung, jetzt klar für die Gleichstellung von LSBTIQ* Stellung zu beziehen – ein wesentlicher Schritt dafür, den die Community seit Jahren fordert, ist die Ergänzung von Artikel 3 Abs. 3 Grundgesetz um den expliziten Schutz von LSBTIQ*.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Angst vor Heated Rivalry

NHL blickt mit Sorge auf Staffel 2

Die zweite Staffel der Erfolgsserie „Heated Rivalry“ beschäftigt schon vor ihrem Start 2027 die Führung der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL.
Reiseziele im Grindr-Trend

Wo gibt´s viele sexuelle Abenteuer?

Neue Daten von Grindr zeigen, welche Städte bei schwulen Reisenden besonders beliebt sind – und wie Dating-Apps das Reiseverhalten beeinflussen.
Historischer Sieg

Drag Queen wird Mr. Leather

Mit dem Gewinn des Titels „International Mr. Leather 2026“ sorgte Drag-Race-Star Honey Davenport für einen besonderen Moment in der queeren Geschichte
Überraschendes Coming-Out

Rechtspopulist ist schwul

Ein neu gewählter Abgeordneter der australischen Rechtsaußen-Partei One Nation hat mit einem persönlichen Bekenntnis für Aufmerksamkeit gesorgt.
Russland knallhart

13-jähriger Junge in Haft

Russland in aller Härte: Ein 13-jähriger Junge soll wegen der Verbreitung von "LGBTIQ+-Propaganda" ins Gefängnis.
Fortschritte bei HIV-Therapie

Virenlast nach Zelltherapie weg

Eine neue Form der Immuntherapie könnte die Behandlung von HIV künftig deutlich verändern. Neue US-Studien geben Hoffnung.
CDC entfernt Hinweise zu Mpox

US-Gesundheitsbehörde unter Trump

Die Löschung einer CDC-Webseite zu Mpox und sicherem Sexualverhalten sorgt in den USA für scharfe Kritik von Gesundheits- und LGBTIQ+-Organisationen.