Direkt zum Inhalt
Neue Kritik an der ePA

Neue Kritik an der ePA Ärzte müssen digitale Patientenakte trotz Warnungen nutzen

ms - 30.09.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Ab morgen müssen Ärzte verpflichtend die elektronische Patientenakte bei all jenen Patienten einsetzen, die einer Nutzung der ePA bei ihrer Krankenkasse bisher nicht widersprochen haben. Einen Tag vor Start der Nutzungspflicht für Ärzte wird erneut massiv Kritik laut an dem Verfahren. Noch immer befürchten auch queere Verbände besondere Probleme wie Diskriminierung und Stigmatisierung von LGBTIQ+-Personen oder auch Menschen mit HIV. 

Wenig Informationen über die ePA

Nach Auskunft der Krankenkassen nutzen bisher nur sehr wenige Menschen die angebotene App zur Einsicht ihrer elektronischen Patientenakte (ePA), über die Hälfte der Bundesbürger (54%) fühlt sich wenig oder gar nicht ausreichend informiert, wie die AOK mitteilte. Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt betonte trotzdem, dass die ePA eine große Chance biete, die Qualität von Behandlungen zu verbessern. Allerdings entfalte das neue System seinen Nutzen nur, wenn die ePA stets vollständig und aktuell sie. Für Ärzte und Ärztinnen ist die Einspeisung der Patientendaten in die ePA ab ersten Oktober Pflicht, insofern Patienten nicht bei ihrer Krankenkasse widersprochen haben. Ein Widerspruch kann auch nach dem morgigen Tag jederzeit erfolgen, die Daten müssen dann aus der ePA gelöscht werden. 

Neue Kritik am System 

Die Kritik an der Patientenakte reißt indes nicht ab, jetzt beklagte auch die Freie Ärzteschaft die noch immer vorhandenen „gravierenden Sicherheitslücken“. Zuvor hatte der Chaos Computer Club (CCC) mehrfach aufgezeigt, wie leicht Kriminelle an persönliche Patientendaten gelangen können. 

In der Community blicken ebenso mehrere Vereine kritisch auf die ePA,  beispielsweise der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) oder auch die Hamburger Aidshilfe. Kritik kam auch vom queerpolitischen Sprecher der Linksfraktion, Maik Brückner, der queeren Menschen nahelegte, sich mit den „Risiken und Nebenwirkungen der ePA in ihrem individuellen Fall“ auseinanderzusetzen. Die Ängste konnten bisher nicht ausgeräumt werden, dass besonders sensible Daten wie beispielsweise die sexuelle Orientierung, Geschlechtskrankheiten oder der HIV-Status für viele Menschen im Gesundheitssystem jetzt einsehbar werden, zum Beispiel allein durch die Liste der verschriebenen Medikamente. Dazu kommen Bedenken vor neuer Diskriminierung und möglichen Zwangsoutings. 

Fehlender Datenschutz und Ausfälle 

Die Freie Ärzteschaft sorgt mit ihren jüngsten Äußerungen da nicht für Beruhigung – der Verbund betonte, die technische Verfügbarkeit entspreche nicht den Anforderungen, schon beim E-Rezept führten häufige Systemausfälle zu massiven Problemen – wie solle das dann erst mit der ePA werden? Ärzte und Apotheker sprächen laut dem Verein inzwischen davon, dass das E-Rezept in puncto Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn den Rang abgelaufen habe. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband hat den Nachholbedarf beim Datenschutz ins Feld geführt und betonte dabei als Beispiel sensible Daten einer Psychotherapie, die dann auch anderen Ärzten wie dem Zahnarzt zur Verfügung stehen würden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Klage gegen Starmer

Christen klagen gegen Pride

Dürfen britische Beamte beim CSD dabei sein? Nein, findet ein christlicher Verband und hat nun Klage gegen Premierminister Keir Starmer eingereicht.
FBI verhindert Anschlag

18-Jähriger plante Massaker

Ein 18-Jähriger plante an Silvester in North Carolina einen Anschlag auf Christen, Juden und LGBTIQ+-Menschen. Das FBI konnte die Tat vereiteln.
Neues Gesetz in Kasachstan

Parlament betont „Homo-Propaganda“

Kasachstan hat jetzt doch ein Gesetz umgesetzt, das künftig "Propaganda" für „nicht-traditionelle sexuelle Orientierungen“ verbietet.
Niederlage vor Gericht

Reichelt gegen Pantisano

Nius-Chefredakteur Julian Reichelt hat vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Kritisiert wurden Aussagen seinerseits zum Fall Jurassica Parka.
Happy Science-Fiction-Tag

Die Zukunftslust der Community

Heute feiern wir den Science-Fiction Tag – und wir mittendrin. Doch warum begeistern sich so viele Schwule für den fiktiven Blick in die Zukunft?
Gewaltspirale in Bangladesch

Massive Angriffe auf Homosexuelle

In Bangladesch haben die Angriffe auf Schwule und Lesben stark zugenommen, so der Verein JMBF, der um internationale Hilfe bittet.
Prügelstrafen in den USA

Besondere Gefahr für LGBTIQ+-Kinder

In 17 US-Bundesstaaten sind Prügelstrafen bei Kindern bis heute erlaubt. Besonders davon betroffen sind LGBTIQ+-Jugendliche, wie Studien darlegen.
Impfung gegen HPV

Studie belegt hohe Wirksamkeit

HPV gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit, gerade auch unter schwulen Männern. Eine Studie belegt nun die hohe Impf-Wirksamkeit.