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Neue Debatte um Elio Pixar-Direktor Pete Docter findet queere Figuren „zu heikel“

Von ms - 09.03.2026 - 14:00 Uhr
Neue Debatte um Elio
Foto: IMAGO / Future Image
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Im Animationsfilm „Elio“ von Pixar aus dem Jahr 2025 wurden alle Hinweise auf die schwule Orientierung des Protagonisten entfernt. Daraufhin machten mehrere Pixar-Kreative ihrem Ärger Luft und kritisierten mit scharfen Worten, dass jeder Hinweis im Film mit LGBTIQ+-Bezug nachträglich entfernt werden musste. Nun hat sich erstmals auch einer der Hauptverantwortlichen, der Kreativdirektor Pete Docter, zu dem Fall geäußert 

Queere Figuren zu „heikel“?

Der Film wurde ursprünglich von dem schwulen Filmemacher Adrian Molina („Arlo & Spot“, „Die Monster-Uni“) inszeniert und erdacht, der von einer „persönliche Coming-of-Age-Geschichte über jugendliche Entfremdung“ gesprochen hatte. Docter erklärte jetzt gegenüber dem Wall Street Journal, die Streichung sei nicht aus Ausschlussmotiven erfolgt, sondern um den Film für Kinder und deren Familien nicht „zu heikel“ zu gestalten. „Wir machen einen Film, keine tausende Dollar teure Therapie“, sagte er. Ziel sei leichte Unterhaltung gewesen, keine Situationen, die Kinder überfordern hätten können. Nachdem alle Hinweise auf die queere Community entfernt worden waren, hatte Drehbuchautor und Regisseur Molina das Projekt verlassen. 

Unzufriedene Pixar-Mitarbeiter

Richtig zufriedenstellend zeigten sich ehemalige Pixar-Mitarbeiter von der kurzen Erklärung von Docter nicht, im Gegenteil sogar. Die Streichung habe ein narratives Vakuum hinterlassen und die Repräsentation für die LGBTIQ+-Community geschwächt, hieß es. Die Entscheidung illustriere dabei eine größere Debatte darüber, wie offen große Studios queere Geschichten erzählen. Es sei daher kein Wunder, dass der Animationsfilm mit Einnahmen von gerade einmal knapp 20 Millionen US-Dollar das katastrophal schlechteste Eröffnungswochenende eines Pixar-Films in der Geschichte des Studios hinlegte. 

„Für die Community symbolisiert die Entfernung der queeren Handlung mehr als eine Drehbuchänderung: Sie zeigt die noch bestehenden Barrieren im Mainstream. Docters offene Stellungnahme ärgert zudem einige Kollegen, weil es nahelegt, dass ein queerer Charakter offenbar irgendwie immer noch eine Belastung für jugendliche Zuschauer darstellen könnte, wie eine schwere Bürde, die sie ertragen müssten. Andere Kollegen indes hoffen, dass das Statement ein erster Schritt sein kann, um die Branche für die Bedeutung von Repräsentation stärker zu sensibilisieren – insbesondere für Kinder, für die Sichtbarkeit prägend sein kann“, so ein ehemaliger Pixar-Mitarbeiter.

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