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ICE prüft Abschiebung von schwulem E-Sportler nach Kamerun

Gefährdung queer Geflüchteter ICE prüft Abschiebung von schwulem E-Sportler nach Kamerun

mr - 09.03.2026 - 16:00 Uhr
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Einem offen schwulen E-Sportler aus Maryland droht nach einem Routinebesuch bei den US-Einwanderungsbehörden die Abschiebung nach Kamerun – ein Land, in dem gleichgeschlechtliche Beziehungen strafbar sind. Die Familie von Ludovic Mbock befürchtet, dass er bei einer Rückführung schwerwiegender Verfolgung, Gewalt und existenzieller Gefahr ausgesetzt wäre.

 

ICE-Haft und riskante Abschiebung

Im Februar wurde der 38-jährige Mbock, der seit seiner Jugend in den USA lebt, bei einer standardmäßigen ICE-Kontrolle in Baltimore festgenommen. Nach Angaben seines Rechtsanwalts Edward Neufville wird Mbock inzwischen in mehreren Haftanstalten in verschiedenen US-Bundesstaaten festgehalten. Die Behörden prüfen offenbar, ob die Abschiebung nach Kamerun zulässig ist – trotz der bekannten systematischen Verfolgung von LGBTIQ+-Personen dort. Laut Menschenrechtsorganisationen müssen homosexuelle, bisexuelle und trans* Menschen in Kamerun landesweit mit Strafverfolgung, Folter und gesellschaftlicher Ächtung rechnen.

 

Anwalt warnt vor Todesgefahr

Mbocks Verteidigung äußerte massive Bedenken: „Als offen schwuler Mann kann er in Kamerun nicht überleben.“ Studien und Berichte bestätigen, dass allein 2024 mehr als 300 Personen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung im Land angezeigt wurden, Misshandlungen durch Polizei und Gesellschaft erleiden mussten. Ähnlich gelagerte Fälle in den USA zeigen, dass neue Abschiebevereinbarungen der US-Regierung dazu führen können, dass Geflüchtete selbst in Drittstaaten ohne persönlichen Bezug abgeschoben werden und so jeglichen Rechtsschutz verlieren. Internationale Organisationen wie das UNHCR kritisieren diese Entwicklung scharf, weil damit Schutzmechanismen für besonders gefährdete Gruppen unterlaufen werden.

 

 Hintergründe und asylrechtliche Risiken

Vor dem Hintergrund verschärfter US-Einwanderungspolitik steigen die Risiken für LGBTIQ+-Geflüchtete kontinuierlich an. Fälle wie der von Mbock illustrieren laut Fachleuten, wie zentrale Grundsätze des Asylrechts – etwa Schutz vor Verfolgung aufgrund sexueller Identität – zunehmend ausgehebelt werden. In Kamerun drohen nicht nur strafrechtliche Verfolgung und Haft, sondern auch extralegale Übergriffe, da Homosexualität mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft wird.

 

Ungewisse Zukunft für LGBTQ+-Geflüchtete

Sowohl Menschenrechtlerinnen wie Menschenrechtler als auch Angehörige fordern einen sofortigen Abschiebestopp für Mbock und ähnliche Fälle. Beobachterinnen und Beobachtern zufolge verweist der Fall exemplarisch auf die dramatische Schutzlücke für queere Geflüchtete weltweit. Bleibt die US-Behördenlinie bestehen, könnten zahlreiche weitere Betroffene lebensbedrohlicher Gefahr ausgeliefert werden – ein unumstrittenes Warnsignal für die internationale Asylpolitik.

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