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Stichwahl in München
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Stichwahl in München Bekommt Bayern den ersten offen schwulen Oberbürgermeister?

ms - 09.03.2026 - 07:30 Uhr
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Dieter Reiter (67), seit zwölf Jahren Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt und Unterstützer der LGBTIQ+-Community im Freistaat, muss sich bei der Kommunalwahl 2026 in einer Stichwahl gegen den schwulen Grünen-Herausforderer Dominik Krause (35) behaupten. Am gestrigen Sonntagabend lag Reiter in den Münchner Wahllokalen nur knapp vor seinem Stellvertreter.

Chancen auf Wechsel im Münchner Chefsessel

„Ich habe in den letzten zwei Wochen ein, zwei Fehler gemacht“, räumte Reiter ein und äußerte Enttäuschung über die Situation. Unter anderem hatte der SPD-Politiker Einkünfte aus seiner Tätigkeit für den FC Bayern nicht beim Stadtrat angegeben. Dass dies kurz vor der Wahl publik wurde, könnte den Ausgang beeinflusst haben. Reiter bekam im ersten Wahlgang nur 35,6 Prozent der Wählerstimmen, vor sechs Jahren waren es noch 47,9 Prozent gewesen. Krause holte dagegen 29,5 Prozent, CSU-Kandidat Clemens Baumgärtner landete bei 21,3 Prozent. In neun Stadtbezirken konnte Krause die erste Runde für sich entscheiden, darunter zentrale Viertel sowie Obergiesing-Fasangarten und Untergiesing-Harlaching.

Krause kann sich dabei tatsächlich auch Chancen auf den Sieg in der Stichwahl ausrechnen, denn bei der Wahl am gestrigen Sonntag versammelte er mehr Wählerstimmen hinter sich als der amtierende Herausforderer. Der knappe Vorsprung von Reiter indes liegt vor allem an den Briefwahl-Stimmen, die zumeist bereits abgegeben worden sind, bevor der Skandal rund um den FC Bayern publik wurde. Reiter kann allerdings im Gegenzug darauf hoffen, dass viele CSU-Wähler bei der Stichwahl am 22. März ihr Kreuz möglicherweise eher bei er SPD als bei den Grünen machen werden. 

Erster offen schwuler Bürgermeister

Krause wurde im Oktober 2023 nach dem Rücktritt von Katrin Habenschaden der Zweite Bürgermeister der bayerischen Hauptstadt. Er ist damit zugleich auch der erste offen schwule Bürgermeister Münchens. „Es sollte im Jahr 2023 keine Rolle mehr spielen, welche Sexualität man hat. Leider sind aber viele queere Menschen nach wie vor von Diskriminierung betroffen, auch in München. Solange das so ist, finde ich Sichtbarkeit wichtig“, hatte er damals nach seiner Ernennung betont. Krause setzt sich seit Jahren für die LGBTIQ+-Community ein. 

Der 35-Jährige lernte seinen Partner, den Arzt Sebastian Müller, bei einem Tanzkurs in seiner Jugendzeit kennen; das Paar lebt im Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten. Im Pfingsturlaub 2024 verlobten sich die beiden Männer. Politisch aktiv wurde er nach eigenen Angaben durch Erlebnisse bei einer Nazi-Demonstration in München. Seit 2014 ist er Mitglied des Stadtrates. Abseits der Politik nennt er Wandern, Klettern und Skifahren als seine großen Hobbys.

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