Direkt zum Inhalt
Debatte um Donald Trump

Neue Debatte um Donald Trump Streit in der US-Community nach Ernennung des schwulen Scott Bessent zum nächsten Finanzminister

ms - 25.11.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Erneut entbrennt in der amerikanischen Gay-Community derzeit die Debatte darum, ob der nächste US-Präsident Donald Trump Feind oder Freund von Homosexuellen ist. Politisch hat sich der 78-Jährige bisher vor allem gegen Rechte von Trans-Menschen ausgesprochen. Befeuert wird die Diskussion nun zudem mit der Ernennung von Scott Bessent (62) zum nächsten Finanzminister der Vereinigten Staaten von Amerika – Bessent ist Investmentmanager, Milliardär und offen schwul. Zusammen mit seinem Ehemann John Freeman hat er zwei Kinder. 

Parteiübergreifende Arbeit eines schwulen Finanzministers?

Trump selbst erklärte zur Ernennung des 62-Jährigen: „Scott ist seit langem ein starker Befürworter der America-First-Agenda. Am Vorabend des 250-jährigen Jubiläums unseres großen Landes wird er mir helfen, ein neues goldenes Zeitalter für die Vereinigten Staaten einzuleiten, in dem wir unsere Position als weltweit führende Wirtschaft, als Zentrum für Innovation und Unternehmertum und als Zielort für Kapital festigen, während wir immer und ohne Frage den US-Dollar als Reservewährung der Welt beibehalten.“

Bessent spendete für Trumps Präsidentschaftswahlkampf und beriet ihn in Sachen Wirtschaftspolitik. Er hat auch für einige andere republikanische Politiker gespendet und ist ein langjähriger Freund des designierten Vizepräsidenten JD Vance. In den Jahren zuvor hatte Bessent aber auch für Demokraten gespendet, darunter Al Gore, Hillary Clinton und Barack Obama. Die Hoffnung ist daher groß, dass der schwule Familienvater parteiübergreifende Unterstützung erhalten könnte, wie die Associated Press berichtet. 

Signalwirkung für die Community?

Der schwule Investmentmanager lebt in South Carolina und ist mit John Freeman verheiratet, einem ehemaligen Staatsanwalt aus New York City. Sie haben zwei Kinder. Trump hatte in seiner ersten Amtszeit bereits mehrere offen homosexuelle Männer in diverse Ämter ernannt, beispielsweise Richard Grenellwa – der schwule Mann wurde in Trumps erster Regierung stellvertretender Direktor der Inlandsgeheimdienste. Bessent wäre nun allerdings das erste schwule, vom Senat bestätigte Kabinettsmitglied an der Spitze einer republikanischen Regierung. 

Streit um Trumps Agenda 

Der Streit um die Deutungshoheit der Personalie Bessent ist seitdem in der LGBTI*-Community in den USA vollends entbrannt. Während vor allem Schwule und Lesben online auf X erklären, dass Trump damit erneut beweise, kein Feind von Homosexuellen zu sein, betonten vor allem queere Personen, dass von dem 78-Jährigen sehr wohl eine Bedrohung für die Community ausgehe, insbesondere für Trans-Menschen

Trump hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl erklärt, er wolle im Bereich Trans Operationen und Behandlungen von Minderjährigen ebenso verbieten wie Wunschpronomen an Schulen oder die Teilnahme von Trans-Mädchen und Trans-Frauen im weiblichen Schul- und Leistungssport. Denkbar ist auch, dass das Thema LGBTI* an Schulen weiter stark eingeschränkt oder ganz verboten wird wie derzeit in Florida. . Zudem hat er inzwischen erklärt, dass er das Verbot von Trans-Menschen im US-Militär „am ersten Tag“ nach Amtsantritt wieder einführen möchte. Bereits 2019 hatte Trump ein solches Gesetz verabschiedet, das allerdings 2021 von Joe Biden zurückgenommen worden war. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brasilianer mutiger Vorreiter

Meilenstein für das Männer-Tennis

Beim diesjährigen Australian Open wird João Lucas Reis da Silva als erster offen schwuler Mann in den Qualirunden eines Grand-Slam-Turniers antreten.
Literaturfreiheit unter Druck

Zensurwelle schreitet vorran

In Utah sind 22 Bücher, darunter der bekannte Roman „Wicked“ von Gregory Maguire, aus allen öffentlichen Schulen entfernt worden.
Tod von Renee Nicole Good

Empörung zum Vorgehen der Behörden

Die Untersuchung des Todes von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Beamten erschossen wurde, wird ausschließlich vom Bundeskriminalamt FBI geführt.
Ein Jahr Trump-Regierung

Erste Bilanz der LGBTIQ+-Community

Mehrere LGBTIQ+-Organisationen haben in den USA eine erste Bilanz nach einem Jahr Trump-Administration gezogen, dabei gibt es Licht und Schatten.
Opfer erstattet Anzeige

Mit Messer im Gesicht verletzt

Ein 19-jähriger Tänzer und Student, wurde zum Ziel einer schweren homofeindlichen Attacke in Genua, Italien.
Marvel Rivals und LGBTIQ+

Repräsentation der Community

Staffel 5 des kostenlosen Mobile-Games "Marvel Rivals" ist gestern online gegangen. Doch werden queere Charaktere inzwischen mehr eingebunden?
Homophobe Agenda in Ägypten

Diskriminierung und Online-Fallen

Outright International zieht ein bitteres Fazit über Ägypten: Angriffe, Repression, Diskriminierung und Online-Fallen im Bereich LGBTIQ+ nehmen zu.
Szenesterben in Österreich

Älteste Schwulenbar Wiens macht zu

Das Szenesterben ist in Deutschland wie auch in Österreich ein großes Problem. In Wien musste jetzt die älteste Schwulenbar der Stadt schließen.
Kardinal Timothy Radcliffe

Sexuelle Orientierung ist unwichtig

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe erklärte, es gab bereits einen schwulen Papst. Homosexualität sei dabei gar nicht so wichtig, eher die Liebe.