Direkt zum Inhalt
Millionenproteste in Argentinien
Foto: IMAGO / SOPA Images
ANZEIGE

Massenproteste in Argentinien Millionen Menschen schweigen nicht mehr – die Demonstrationen weiten sich aus

ms - 18.02.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Seit Anfang Februar protestieren viele Menschen in Argentinien gegen Präsident Javier Milei (54), der zuletzt durch homophobe und frauenfeindliche Äußerungen aufgefallen war. Dazu kommt die rigide Sparpolitik des Landes. Milei hat zuletzt versucht, die Wut in der Bevölkerung zu beschwichtigen – vergebens. Die Demonstrationen breiteten sich in den letzten Tagen immer weiter aus, inzwischen sind immer wieder Millionen Menschen auf den Straßen. 

Fortlaufende Proteste 

Auslöser war Mileis Rede beim World Economic Forum in Davos im Januar, darin bezeichnete er LGBTIQ+ als „Epidemie“ und „Krebsgeschwür“ und setzte Homosexuelle mit Pädophilen gleich. Ebenso wetterte er gegen den Feminismus und bezeichnete ihn zusammen mit der queeren Community als „mentalen Virus der Woke-Ideologie.“ 

Zunächst folgte daraufhin eine Strafanzeige, eingereicht vom schwulen Kongressabgeordneten Esteban Paulón, dann kam es zu landesweiten Protesten auf der Straße. Inzwischen sind Millionen Menschen unterwegs, allein in Buenos Aires kamen mehrfach über 600.000 Menschen zusammen. Queere Verbände im Land kritisierten derweil mehrfach die „zutiefst besorgniserregende und diskriminierende Rhetorik“ des Präsidenten.  

Bevölkerung zeigt sich geschlossen

Die Bevölkerung scheint sich dabei immer mehr hinter den Protesten zu vereinen, wie die queere Aktivistin Alejandra Rodríguez betonte: „Es gab Gesundheitsarbeiter, Studenten, Wissenschaftler, Sexarbeiter, Künstler, Lehrer, Rentner, Mitarbeiter von Gedenkstätten und Menschenrechtsorganisationen, eine ganze Reihe weiterer Kämpfer und alle sagen: 'Genug, Milei!' Der Kampf unseres antifaschistischen und antirassistischen LGBTIQ+-Pride-Marsches ist auch ein Kampf für die gesamte Gesellschaft, ein Marsch, der von einer großen Bandbreite betroffener sozialer Sektoren unterstützt wird.“ 

Auch andere Aktivisten aus der Community sprechen von einer „besonderen Energie“, die Millionen von Menschen im Land erfasst habe. María Rachid, die Präsidentin der argentinischen LGBT+ Föderation, betonte inzwischen: „Die argentinische Gesellschaft hat die Werte der Achtung der Vielfalt, der Gleichheit und der wahren Freiheit aufgebaut, und nun hat sie diese Werte mit massiven Demonstrationen im ganzen Land und in vielen Städten auf der ganzen Welt verteidigt. Wir sind stolz auf das, was wir aufbauen konnten, denn obwohl sie es zerstören wollen, ist es bereits ein Teil des Herzens der argentinischen Gesellschaft.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Streisand greift Trump an

Streit um das Kennedy Center

Barbra Streisand kritisiert Präsident Trumps Vorgehen beim Kennedy Center, dessen Umbenennung juristisch und politisch umstritten ist.
Zehn Jahre Projekt „WiR*“

Aufklärung gerät unter Druck

Das Kölner Projekt „WiR*“ feiert zehn Jahre Aufklärungsarbeit – und warnt vor zunehmender Queerfeindlichkeit an Schulen.
Kolumbien sagt Nein zu LGBTIQ+

Kritik an neuem Regierungskurs

Kolumbien verlässt eine wichtige internationale LGBTIQ+-Koalition, während Menschenrechtsvereine vor anhaltender Gewalt gegen die Community warnen.
Vapen bei LGBTIQ+-Jugendlichen

Mobbing verstärkt den Trend

Eine neue Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung und Mobbing von LGBTIQ+-Jugendlichen und ihrem erhöhten Vape-Konsum.
ESC-Krise in Großbritannien

Prüfung des Auswahlverfahrens

Nach dem letzten Platz 2026 beim ESC soll das britische Eurovision-Auswahlverfahren jetzt im Parlament genauer untersucht werden.
Volkszählung in den USA

Neue Regeln sorgen für Kritik

Geplante Regeln für die US-Volkszählung 2030 könnten trans* Menschen zur Offenlegung ihrer Geschlechtsidentität gegenüber dem Staat zwingen.
Brutale Attacke auf Schwulen

Aktivist über Lage in Argentinien

Nach einem brutalen homophoben Angriff in Buenos Aires kritisiert der schwule Aktivist Agustín Romero das Klima unter Präsident Javier Milei.
Aufregung im Bundestag

Derbe Gespräche sorgen für Kritik

Ein verbal-sexuell sehr freizgügiger Rundgang von Linken-Politiker Mai Brückner mit Rapper Baran Kok im Bundestag sorgt derzeit für viel Aufregung.