Direkt zum Inhalt
Kampf gegen das Virus
ANZEIGE

Kampf gegen das Virus Die Diskriminierung von Homosexuellen lässt in 28 Ländern weltweit die HIV-Neu-Infektionen wieder ansteigen

ms - 29.11.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Die Organisation UNAIDS betont jetzt kurz vor dem Weltaidstag am kommenden Sonntag, dass vor allem Menschenrechtsverletzungen den Kampf gegen das Virus behindern. In 28 Ländern weltweit ist im Jahr 2023 die Zahl der Neu-Infektionen wieder angestiegen, darunter auch in Deutschland. In den meisten Ländern sei ein wesentlicher Grund dafür, dass sich Menschen aus Angst vor Stigmatisierung und Kriminalisierung nicht auf HIV testen lassen beziehungsweise auch keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Kernaspekt dabei ist die Kriminalisierung von Homosexuellen.  

Kampf den Menschenrechtsverletzungen 

Die UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima bekräftigt: „Trotz enormer Fortschritte bei der HIV-Bekämpfung hindern Menschenrechtsverletzungen die Welt immer noch daran, Aids zu beenden. Wenn Mädchen Bildung verweigert wird, wenn geschlechtsspezifische Gewalt straffrei bleibt, wenn Menschen wegen ihrer Person oder ihrer Liebe wegen verhaftet werden können, wenn der Besuch von Gesundheitsdiensten für Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft gefährlich ist, dann führt dies dazu, dass Menschen der lebensrettende Zugang zu HIV-Diensten verwehrt wird. Um die Gesundheit aller zu schützen, müssen wir die Rechte aller schützen.“

Kriminalisierung von Schwulen

Im jüngsten Bericht „Take the rights path to end AIDS” betont UNAIDS dabei, dass in mehr als sechzig Ländern auf der Welt homosexuelle Beziehungen bis heute kriminalisiert werden – genau hier sind die HIV-Neuerkrankungen unter schwulen und bisexuellen Männer fünfmal höher als in anderen Ländern ohne Strafgesetze gegen Homosexuelle. 

Als weiteres Hindernis im Kampf gegen HIV gilt nach wie zudem der fehlende Zugang vieler Menschen zu einer HIV-Therapie. Rund 9,3 Millionen HIV-positive Personen von insgesamt weltweit fast 40 Millionen Menschen mit HIV bekommen bis heute keine medizinische Behandlung. Als drittes Problem gesellen sich dann immer wieder auch zu hohe Preise oder kurzfristige Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Präventionsmedikamenten wie der PrEP hinzu.  

1,3 Millionen Neu-Infektionen, 630.000 Aids-Tote 

Die Faktenlage insgesamt zeigt so auf, dass sich 2023 weltweit 1,3 Millionen Menschen neu mit dem Virus infiziert haben, praktisch genau so viele wie im Jahr zuvor. Das angestrebte Ziel für 2023 lag indes bei einer Senkung der Neu-Infektionen um rund 60 Prozent. Die einzig gute Nachricht: Immer  weniger Menschen sterben an Aids – im letzten Jahr waren es „nur“ 630.000 Personen. Zum Vergleich: Vor zwanzig Jahren starben binnen eines Jahres 2,1 Millionen Menschen an den Folgen von Aids. 

Im Bericht meldet sich auch der Popmusiker und jahrelange HIV-Aktivist Elton John zu Wort und gibt abschließend zu bedenken: „Solange HIV als eine Krankheit der ´Anderen´ und nicht der so genannten ´anständigen Menschen´ angesehen wird, wird Aids nicht besiegt werden. Wissenschaft, Medizin und Technologie mögen das ´Was´ bei der Beendigung von Aids sein, aber Integration, Empathie und Mitgefühl sind das ´Wie´.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.