Direkt zum Inhalt
EU-Alterschecks im Internet
ANZEIGE

EU-Alterschecks im Internet Testphase in mehreren EU-Ländern, ab 2026 auch in Deutschland

ms - 15.07.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

In mehreren EU-Ländern beginnt in diesen Tagen der Testlauf für eine neue Form des Alterschecks für Jugendliche im Internet – queere Vereine und Jugendorganisationen befürchten ähnlich wie in den USA eine mögliche Zensur gerade im Bereich LGBTIQ+.

Einführung 2026 in Deutschland

Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche vor Inhalten wie Pornografie besser zu schützen. Dazu soll ein neuer digitaler Alterscheck verhindern, dass Minderjährige künftig auf „nicht altersgerechte Inhalte“ im Internet zugreifen können. Erprobt wird das Verfahren zunächst in Dänemark, Frankreich, Spanien, Griechenland und Italien, danach soll die Altersverifikation europaweit eingeführt werden, die technische Vorlage dafür kommt von der EU-Kommission. Ende 2026 soll der Alterscheck in Deutschland umgesetzt werden. 

Bedenken im Bereich LGBTIQ+

Ähnlich wie beim diskutierten Social-Media-Verbot für Jugendliche sind innerhalb der queeren Community auch hier die Bedenken mitunter groß, dass Angebote rund um die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität künftig womöglich auch hinter einer Altersschranke verschwinden werden und für viele Jugendliche dann nicht mehr greifbar sind. Andere Kritiker indes betonen, dass es künftig für Minderjährige trotzdem Wege geben wird, die Altersverifikation zu umgehen beziehungsweise Pornografie zu konsumieren – besser wäre daher ein verantwortungsvoller Umgang mit digitaler Sexualität, wozu ein Schwerpunkt darüber im Bildungsbereich wichtig wäre. 

Anonyme Altersverifikation

Laut der EU-Kommission soll die Altersermittlung der Nutzer künftig anonym erfolgen, ohne persönliche Daten wie Name oder Geburtsdatum zu speichern. Ob das wirklich funktioniert, bezweifeln wiederum Datenschützer von Verbänden wie dem Chaos Computer Club. Langfristig ist geplant, die Technik in den digitalen EU-Ausweis (eID) zu integrieren. Dieser Online-Identitätsnachweis soll ebenso Ende 2026 in Deutschland eingeführt werden. Die neuen Maßnahmen sind Teil der Umsetzung des Digital Services Act (DSA), der großen Internetplattformen strengere Auflagen macht – als Vorbild agiert hier Australien, das den Zugang zu sozialen Medien für Minderjährige unter 16 Jahren verboten hat. Auch hier kam es zu Protesten aus der LGBTIQ+-Community.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sonne ohne Grenzen

Nackt-Traumstrände weltweit

Ob Sylt, Mykonos oder Rio: Diese 29 FKK-Strände gelten 2026 als die beliebtesten Reiseziele für schwule Urlauber.
Homoerotik bei Pete Hegseth

Verteidigungsminister als Pin-up

Die US-Abgeordnete Becca Balint kritisiert Pete Hegseths Testosteron-Initiative und unterstellt ihm eine besondere Homoerotik a la Tom of Finland.
Halbzeitshow beim WM-Finale

Treffen der Mega-Stars im Stadion

Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien bekommt erstmals eine Halbzeitshow – mit Weltstars und einer voraussichtlich verlängerten Pause.
„Heartstopper“ sagt Good Bye

Finaler Film ist ab heute online

Mit einem finalen Abschlussfilm endet ab heute „Heartstopper“ – die Hauptdarsteller sprechen über queere Sichtbarkeit, Freundschaft und Vermächtnis.
Angriff auf LGBTIQ+-Bar

Homophobe Attacke in Saint-Étienne

Nach einem homophoben Angriff auf Besucher einer LGBTIQ+-Bar im französischen Saint-Étienne ermittelt die Justiz gegen zwei Verdächtige.
Schüsse auf Schwulen-Bar

Mann feuert in Ashville um sich

In North Carolina feuerte ein Mann mit einer Schusswaffe auf eine Schwulen-Bar in Asheville. Die Polizei konnte den Attentäter stoppen.
Urteil im Fall O'Shae Sibley

20 Jahre Haft für Haupttäter

Nach dem tödlichen Messerangriff auf den schwulen Tänzer O'Shae Sibley ist der Täter jetzt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Neues Signal aus Bulgarien

EU-Recht stärkt trans* Rechte

Ein bulgarisches Gericht hat zwei trans* Personen die rechtliche Geschlechtsänderung erlaubt und sich dabei auf EU-Recht berufen.
Queere Bildung im Fokus

Berlin vor der Wahl im September

Bei der Queeren Wahlarena in Berlin fordern Politiker mehr queere Inhalte an den Schulen und stritten über die Ursachen von Anti-LGBTIQ+-Gewalt.