Direkt zum Inhalt
Szenesterben in Österreich

Szenesterben in Österreich Immer mehr Treffpunkte der Community fallen weg

ms - 09.01.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Im Oktober letzten Jahres sorgte das Ende des ältesten schwulen Clubs Deutschlands, dem SchwuZ in Berlin, für große Betroffenheit in der Community. Doch auch im Nachbarland Österreich geht das Szenesterben von einstigen Kulttreffpunkten weiter, in Wien hat jetzt die Mango Bar für immer die Türen geschlossen – die älteste Schwulenbar der Stadt.  

Umsatzeinbußen bei Schwulenbar

Die Mango Bar war über viele Jahre hinweg ein wichtiger Treffpunkt für die homosexuelle und queere Community Wiens. Neben Getränken und Musik bot sie vor allem einen geschützten Raum für LGBTIQ+-Personen. Gegenüber der österreichischen Presse bedauerte Betreiber David Karner das Ende des Lokals in der Laimgrubengasse. Wie auch in Deutschland vielerorts waren vor allem die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Lokalität ein großes Problem, insbesondere auch während und nach der Covid-Pandemie. Doch auch nach Ende von Corona konnte sich das Etablissement nicht mehr erholen, der Umsatz brach binnen eines Jahres zuletzt um 55 Prozent ein. 

Die Bar selbst soll unter neuer Führung wiedereröffnet werden, allerdings nach ersten Informationen nicht mehr als Anlaufstelle für die Community, sondern als Einrichtung für alle Interessierten. Die Mango Bar ist dabei nicht der einzige Szenetreffpunkt, der in den letzten Monaten in Wien und ganz Österreich schließen musste, bereits im Oktober letzten Jahres machte die queere Kiss Bar nach zehn Jahren zu. Gerüchten zufolge soll nun bereits Ende Januar eine weitere Schwulenbar in Wien dichtmachen. 

Fernbleiben der Gäste 

Ähnlich wie in Deutschland sorgt die Mischung aus steigenden Kosten, veränderten Rahmenbedingungen nach Corona und das schlichte Fernbleiben von vielen Gästen für das Ende vieler einstmals beliebter Institutionen. User online sowie einige schwule Aktivisten in Deutschland machen auch die veränderte Gästestruktur für den dramatischen Rückgang der Besucherzahlen verantwortlich – aus einstmals rein schwulen Etablissements wurden vielerorts queere Locations, die der ganzen Community offenstanden. Safe Spaces nur für Schwule oder anderenorts nur für Lesben vielen dabei immer mehr weg. 

Andere Kritiker geben zu bedenken, dass auch die zumeist stark angestiegenen Preise in den Clubs und Bars viele Gäste zuletzt abschreckte. Zudem wird immer wieder in die Diskussion eingebracht, dass auch das Online-Dating und schwule Apps die Wichtigkeit von Szeneeinrichtungen vielerorts beendete. Fakt ist indes, dass das Szenesterben sowohl in Deutschland wie auch in Österreich offenkundig weitergeht. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.