Direkt zum Inhalt
Ende des Regenbogenportals
ANZEIGE

Ende des Regenbogenportals Umstrittenes LGBTI*-Informationsangebot des Bundesfamilienministeriums geht offline

ms - 28.11.2024 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Das bis heute umstrittene Regenbogenportal des Bundesfamilienministeriums wird am morgigen Freitag dauerhaft offline gehen. Frauenvereine sowie auch schwul-lesbische Verbände hatten die Informationsplattform immer wieder kritisiert, unter anderem wegen „Werbung für Pubertätsblocker“. Auch die CDU verurteilte das Angebot scharf und sprach von Kindeswohlgefährdung, die die lebenslange Einnahme von Medikamenten bagatellisiere. Erst nach massiver Kritik änderte das Ministerium daraufhin schließlich die angebotenen Texte. 

Mehr queere Angebote online 

Die Betreiber des Regenbogenportals wollten mit dem Online-Angebot maßgeblich seit 2022 Informationen zum Thema LGBTI* anbieten, insbesondere auch für Schulen und Lehrkräfte. In der hauseigenen Erklärung wird festgehalten, dass es inzwischen eine Vielzahl von Anbietern gäbe, die queerspezifische Themen vermitteln würden und über Aufklärungs-, Beratungs- und Freizeitangebote in der Nähe informieren. „Insofern mag das Regenbogenportal auch Impulse für eine Verbreiterung von Informationsangeboten gesetzt haben.“ 

Keine Gelder mehr fürs Regenbogenportal

Kurz vor dem Ende der Ampel-Regierung erklärt das Bundesfamilienministerium dann zum Ende des Regenbogenportals: „Der fortlaufende Betrieb einer Website ist jedoch nur mit einem beträchtlichen personellen und finanziellen Aufwand möglich, insbesondere aufgrund fortlaufender Investitionsbedarfe für eine technische und redaktionelle Aktualisierung und Weiterentwicklung. Zudem stünde ein zwingend erforderlicher weiterer Relaunch an, um die Website hinsichtlich technischer Funktionalität, Barrierefreiheit und Design auf einen Stand zu bringen, der heutigen Standards gerecht würde. Vor diesem Hintergrund ist nach sehr sorgfältiger Evaluation und Abwägung festzustellen, dass ein Weiterbetrieb des Regenbogenportals nicht wirtschaftlich abgebildet werden kann.“

Trauer und Freude in der Community 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) arbeite allerdings daran, die wesentlichen Inhalte in Form einer Broschüre weiterhin zugänglich machen zu wollen. Dabei bezieht sich das Ministerium auch auf den Aktionsplan „Queer Leben“ – ob dieser überhaupt 2025 noch umgesetzt wird, ist angesichts der Bundestagswahl im Februar 2025 allerdings äußert fraglich. In ersten Reaktionen zeigen sich Frauenvereine sowie auch schwul-lesbische Verbände auf X erfreut über das Ende des Angebots.  

Trauer hingegen gibt es bei queeren Vereinen. Queeres Brandenburg und das Team des CSD Sachsen-Anhalt sprechen von einem Rückschritt und wollen die Artikel des Regenbogenportals alsbald erneut selbst online stellen.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fußballer oben ohne

Trikot aus, Freude an

Englands Ex-Fußballprofi Ian Wright will die Gelbe Karte für das Ausziehen des Trikots nach Toren abschaffen. Schwule Fans würde es sehr freuen.
Überraschung im Badehaus

92-Jähriger unter schwulen Jungs

Eine Story geht viral: Ein US-Badehaus-Mitarbeiter erzählte auf TikTok von einem 92-jährigen Gast, für den junge Twinks in der Sauna Schlange standen.
Streit um Altenarbeit

Mann-O-Meter reicht Klage ein

Der Berliner Schwulen-Verein Mann-O-Meter klagt gegen den Förderstopp für seine Altenarbeit und beantragt zugleich vorläufigen Rechtsschutz.
Hürdenläufer Seamus Derbyshire

Vorbild für junge schwule Sportler

Der schwule Hürdenläufer Seamus Derbyshire verbindet sportlichen Ehrgeiz mit besonderer Sichtbarkeit und gilt als Vorbild für junge schwule Sportler.
Kit Connor in den Bergen

Schwule Liebe im Schnee?

Kultregisseur Andrew Haigh verfilmt eine schwule Geschichte über Verlust und Überleben in den verschneiten Bergen Colorados. Mit dabei: Kit Connor.
Scharfe Kritik an Hegseth

Mitchell betont Männlichkeitsbild

Der schwule Regisseur John Cameron Mitchell attackiert US-Verteidigungsminister Pete Hegseth scharf und kritisiert dessen Verständnis von Männlichkeit
US-Meistertitel für Kim

Coming-Out und Gold-Medaille

Nach seinem Coming-Out im Frühjahr hat der Kunstturner Cooper Kim jetzt bei den US-Meisterschaften Gold gewonnen und betont sein neues freies Leben.
Kaltblütiger Killer

BBC-Doku über Schwulenmörder

Community unter Schock: Die Kaltblütigkeit des Mörders des schwulen Jamie Gawler verstört mittels einer BBC-Doku viele Zuschauer in Großbritannien.
Australien zählt genauer

Erstmals Fragen zur Identität

Australiens Volkszählung von dieser Woche erfasst erstmals die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität der Bevölkerung in Down Under.