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Regenbogenfamilien und Kinder
Foto: iStock / LSOphoto
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Regenbogenfamilien und Kinder Kinder in homosexuellen Familien haben Vorteile gegenüber klassischen Familienmodellen

ms - 09.03.2023 - 11:00 Uhr
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Bereits mehrere Studien der letzten Jahre befassten sich mit Regenbogenfamilien und der Frage, wie gut es Kindern mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren wirklich geht. Eine jetzt veröffentlichte große Metastudie der amerikanischen Duke Universität in Durham / North Carolina in Zusammenarbeit mit der chinesischen Hochschule Guangxi in Nanning belegt nun eindrucksvoll mit neuen Fakten, dass es Kindern mit homosexuellen Eltern sehr gut geht.  

Vorteile für Kinder in Regenbogenfamilien

Insgesamt wurden dabei 34 Studien der letzten Jahrzehnte seit 1989 ausgewertet. Neben Fragen rund um das Thema Gesundheit beschäftigte sich das Forscherteam auch mit der Lebensqualität von Kindern in Regenbogenfamilien. Eines wurde dabei schnell offenkundig: Die sexuelle Orientierung der Eltern ist kein wichtiger Aspekt für die Entwicklung der Kinder. Überraschend zeigte sich allerdings, dass Kinder von homosexuellen Eltern in einigen Punkten sogar Vorteile gegenüber klassischen Familienmodellen haben: „Die Ergebnisse der quantitativen Synthese deuten darauf hin, dass Familien, die einer sexuellen Minderheit angehören, bei der psychologischen Anpassung der Kinder und der Eltern-Kind-Beziehung besser abschneiden als heterosexuelle Familien“, so die Forscher. Dabei zeige sich, dass Kinder aus Regenbogenfamilien zudem auch mehr Wert auf Toleranz legen.

Die Gründe für diese Vorteile sehen die Forscher unter anderem in der stärkeren Auseinandersetzung und dem Hinterfragen von gesellschaftlichen Rollenmodellen sowie von Stigmata in der Gesellschaft, einer im Durchschnitt weniger autoritären Erziehung sowie auch zumeist einem höheren Einkommen der Eltern, was wiederum die Bildungschancen maßgeblich positiv beeinflusst.   

Risikofaktor Diskriminierung

Die Daten stammen dabei allesamt von Regenbogenfamilien aus Ländern, in denen Homosexualität legal ist. Trotzdem zeigt sich, dass der größte Risikofaktor für Kinder mit gleichgeschlechtlichen Partnern das Thema Diskriminierung ist: „Zu den relevanten sozialen Risikofaktoren für schlechte Familienergebnisse gehörten Stigmatisierung und Diskriminierung, mangelnde soziale Unterstützung und der Familienstand. Der nächste Schritt besteht darin, verschiedene Aspekte der Unterstützung und Interventionen auf mehreren Ebenen zu integrieren, um die negativen Auswirkungen auf die familiären Ergebnisse zu verringern, mit dem langfristigen Ziel, die Politik und die Gesetzgebung zu beeinflussen, um bessere Dienstleistungen für Einzelpersonen, Familien, Gemeinden und Schulen zu erreichen“, so die Studie weiter.

Familien, die einer sexuellen Minderheit angehören, sind so möglicherweise zusätzlichen Stressfaktoren ausgesetzt, die mit ihrem Status als sexuelle Minderheit zusammenhängen, so die Forscher weiter: „Der Kontext und das Klima in der Gemeinschaft wirken sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Eltern sexueller Minderheiten und ihrer Kinder aus.“ Wenn es Kindern in Regenbogenfamilien schlecht geht, so geschieht dies nicht aufgrund der gleichgeschlechtlichen Eltern, sondern durch Anfeindungen seitens der Gesellschaft.

Lebensrealität von Homosexuellen verbessern

Die Botschaft ist klar: Es bedarf mehr Einsatz von der Politik, um die Lebensrealität von Homosexuellen und damit auch von ihren Kindern zu verbessern: „Wir plädieren bei politischen Entscheidungsträgern, Gemeinden, Schulen, Familien und Einzelpersonen für ein besseres Bewusstsein für die familiären Auswirkungen sexueller Minderheiten. Es bedarf zudem weiterer Forschung, um mehr darüber zu erfahren, wie Gemeinschaften auf der ganzen Welt eine positive Entwicklung aller Kinder von Eltern aus sexuellen Minderheiten unterstützen können und wie sich rechtliche und politische Rahmenbedingungen auf ihr Leben und ihre Kinder auswirken.“

Ein langer Weg in Richtung Fortschritt

Seit den 1980er Jahren haben viele Länder damit begonnen, das Recht auf Eheschließung auf homosexuelle Paare auszuweiten, und zwar in den Bereichen der Anerkennung von Beziehungen, der steuerlichen Absicherung und der Adoption von Kindern. Dänemark war 1989 das erste Land der Welt, das gesetzlich die Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften erlaubte.

„Die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu gleichen Eherechten für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Sobald die nationalen Gesetze und die öffentliche Politik gleiche Eherechte für Paare aus sexuellen Minderheiten vorsehen, kann das Gesetz letztlich die notwendigen Bedingungen dafür schaffen, dass Kinder gezeugt, geboren und aufgezogen werden können und somit in einem optimalen Umfeld gedeihen“, so das Forscherteam abschließend. Aktuell ist es Schwulen und Lesben in bisher rund 40 Ländern weltweit erlaubt, zu heiraten.

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