Direkt zum Inhalt
Forderungen an die EU
ANZEIGE

Forderungen an die EU Wann und wie reagiert die EU auf das queere Demonstrationsverbot in Ungarn? Jetzt melden sich EU-Parlamentarier zur Wort

ms - 17.04.2025 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Der Schock nach dem finalen Pride-Verbot auf Verfassungsebene in dieser Woche in Ungarn ist nach wie vor groß – nachdem bereits queere Verbände und Aktivisten massiv Kritik am homophoben Kurs der Regierung geäußert haben und tausende Menschen seitdem erneut empört auf die Straßen gegangen sind, melden sich nun auch mehrere EU-Parlamentarier zu Wort. Abermals werden dabei die Forderungen nach dem strikten Einschreiten der Europäischen Union laut.

Rückkehr zu „echter Demokratie“

In einem ersten Schritt müsse Europas Oberstes Gericht das ungarische Gesetz aussetzen, eine Rückkehr zu „echter Demokratie“ sei dabei zwingend. LGBTIQ+-Menschen erlebten in diesen Tagen eine „sehr feindselige Atmosphäre“ in Ungarn. Parteiübergreifend fordert das Bündnis der EU-Abgeordneten zudem Untersuchungen, die die „demokratischen Standards in Ungarn“ hinterfragen sollen. Derzeit laufen die Entwicklungen im Land „schnell in die falsche Richtung“, so die Grünen-Politikerin Tineke Strik aus den Niederlanden. „Wir wollen unbedingt, dass sich dieses Land wieder in eine echte Demokratie verwandelt, weil wir denken, dass die ungarischen Bürger die gleichen Rechte und Werte genießen sollten wie wir alle in der EU“, so Strik nach ihrem dreitägigen Besuch zusammen mit vier weiteren Europaabgeordneten in Ungarn.

Eskalation zum Pride-Monat?

Die derzeitige Situation könnte Ende Juni auf eine massive Eskalation hinauslaufen, wenn der Budapest Pride stattfinden soll – die Organisatoren bekräftigten, weiter an den Plänen festzuhalten und werden dabei von nationalen wie internationalen Organisationen wie aber auch Politikern aus Europa unterstützt. „Die Organisatoren und Teilnehmer der Budapest Pride riskieren, strafrechtlich belangt zu werden, weil sie friedlich für Vielfalt, Gleichheit und Freiheit demonstrieren, so wie sie es in den letzten 29 Jahren getan haben“, betonte jetzt 

Jenseits der Rechtsstaatlichkeit

Der polnische EU-Abgeordnete Michał Wawrykiewicz erklärte nach seinem Besuch in Ungarn, er habe eine „unbestreitbare Verschlechterung der Situation“ sowie eine „offene Verweigerung der Rechtsstaatlichkeit“ beobachtet. Einige Regierungsbeamte zeigten überdies offenbar ein „sehr aggressives Vorgehen gegen uns“, so Wawrykiewicz weiter. Ähnliches bestätigte auch die liberale EU-Abgeordnete und ehemalige Premierministerin aus Belgien, Sophie Wilmès. Sie sprach gegenüber dem britischen Guardian von einer insgesamt „sehr aggressiven Rhetorik“ vor Ort. Zudem stellte sie klar: „Ich bin besorgt über den Druck auf unabhängige Medien. Die umfassende Kontrolle der ungarischen Regierung über die Medienlandschaft bedeutet, dass Verleumdungskampagnen zur neuen Norm geworden sind.“ 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Natur trifft Sehnsucht

Faszination schwule Angler

Schwule Angler stehen für Authentizität und eine Form von Männlichkeit, die in der Community zunehmend als Gegenentwurf zum Großstadtleben fasziniert.
Gregg Araki fordert mehr Mut

Provokation mit Botschaft

Regisseur Gregg Araki sieht sexuelle Unterdrückung als Ursache vieler gesellschaftlicher Probleme und wirbt für mehr Offenheit und queere Sichtbarkeit
ESC-Suche nimmt Fahrt auf

Vorentscheid im Februar geplant

Der SWR plant den deutschen ESC-Vorentscheid erneut für Februar und überträgt dem neuen Musikteam eine Schlüsselrolle. Das Ziel ist der Sieg des ESC.
CSD vor finanzieller Hürde

Pride in Brandenburg in Gefahr

Der CSD Rathenow steht nach dem Wegfall einer staatlichen Förderung vor finanziellen Problemen und erhöht zugleich seine Sicherheitsvorkehrungen.
Boy George sagt Auftritt ab

Musical besetzt Rolle neu

Nach Kritik an einem umstrittenen Pro-Israel-Song zieht sich Boy George kurzfristig aus der Musicalshow „Jesus Christ Superstar“ in London zurück.
Aidshilfe Heidelberg

Finanzielle Zukunft ungewiss

Die Aidshilfe Heidelberg warnt vor finanziellen Einschnitten und sieht ihre Arbeit ohne weitere Zuschüsse gefährdet.
Besonderes Jubiläum

25 Jahre Lebenspartnerschaft

Vor 25 Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Deutschland in Kraft – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung homosexueller Paare.
Die Angst nimmt zu

Sicherheitsgefühl nach CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin fühlen sich laut aktueller Befragung viele Menschen unsicherer und fordern mehr Schutz für die queere Community.
Warnung von Kevin Kühnert

Queere Rechte bleiben verletzlich

Der schwule Ex-Generalsektretär der SPD, Kevin Kühnert, sieht queere Fortschritte nicht als unumkehrbar und warnt vor wachsender Unsicherheit.