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Stonewall Award für Biden Appell an queere Menschen in schwierigen Zeiten

Von ms - 09.06.2026 - 12:00 Uhr
Stonewall Award für Biden
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Der frühere US-Präsident Joe Biden (83) ist bei den Stonewall Awards 2026 der Philadelphia Gay News für seinen Einsatz für die Rechte von LGBTIQ+-Menschen ausgezeichnet worden. Mit einem wichtigen Appell versuchte der 83-Jährige dann in seiner Rede, vor allem jungen queeren Menschen Mut zu machen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Joe Biden erhält bei den Stonewall Awards 2026 den Stonewall-Preis.
  • Die Auszeichnung würdigt sein Engagement für LGBTIQ+-Rechte während seiner Präsidentschaft.
  • Biden betont in seiner Rede die Bedeutung von Gleichberechtigung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
  • Er richtet eine Botschaft der Hoffnung an junge LGBTIQ+-Menschen.
  • Der frühere Präsident würdigt die Teilnehmer der Stonewall-Aufstände von 1969.
  • Während seiner Amtszeit setzte Biden zahlreiche Maßnahmen zugunsten von LGBTIQ+-Menschen um. 

Biden appelliert an Idee Amerikas

Der Abgeordnete Malcolm Kenyatta überreichte Biden den Stonewall-Preis und würdigte dessen Engagement für die Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen. Dabei hob er insbesondere Bidens Haltung zur Ehe für alle, zu Antidiskriminierungsgesetzen sowie die Berufung von LGBTIQ+-Mitgliedern in Regierungsämter hervor. „Der Präsident hatte sich bei seiner Wahl verpflichtet, eine Regierung zu bilden, die Amerika widerspiegelt. Er hat das nicht nur gesagt, er hat es getan“, so Kenyatta. Bereits Ende 2025 hatte Biden bei der International LGBTIQ+ Leaders Conference eine Auszeichnung entgegengenommen. Die jährlich stattfindende Veranstaltung wird vom LGBTQ+ Victory Institute organisiert, das queere Personen unterstützt, die politische Ämter bekleiden. 

In seiner Rede bei der Preisverleihung betonte Biden jetzt die Bedeutung von Gleichberechtigung in einer Zeit, die viele LGBTIQ+-Menschen unter der Regierung von Donald Trump als zunehmend unsicher empfinden: „Es gibt nichts Amerikanischeres als den Kampf für Gleichberechtigung“, sagte Biden in seiner Dankesrede. „Es ist ein Kampf, der so alt ist wie unser Land. Amerika ist das einzige Land der Welt, das auf einer Idee aufgebaut wurde. Jedes andere Land basiert auf Geografie, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit, aber Amerika basiert auf einer Idee. Und diese Idee lautet, dass wir alle gleich geschaffen sind.“

Stonewall Riots und junge queere Menschen

Vor den rund 200 Gästen erinnerte Biden anschließend an die Menschen, die 1969 die Stonewall-Aufstände auslösten und damit den Grundstein für die moderne LGBTIQ+-Bürgerrechtsbewegung legten. „Ihr habt so viel riskiert. Ihr habt eure Arbeit, eure Familie und letztlich sogar euer Leben für die Sache der Gleichberechtigung riskiert.“ Mit Blick auf das aktuelle politische Klima wandte sich Biden insbesondere an junge LGBTIQ+-Menschen. „In diesem Moment, größtenteils aufgrund der Heftigkeit unserer nationalen Debatte, sitzen viele junge Menschen allein zu Hause und haben Angst. Ich möchte euch allen sagen: Seid ihr selbst! Seid die Menschen, die ihr seid. Ihr werdet geliebt. Mit jedem Tag werdet ihr von mehr Menschen geliebt.“

Biden bezeichnete die Republikanische Partei als mächtigste politische Kraft, die sich gegen LGBTIQ+-Rechte stelle. Für Lacher im Publikum sorgte eine scherzhafte Bemerkung. „Übrigens frage ich mich, wie viele von ihnen schwul sind?“, so Biden. Der frühere Präsident nutzte seinen Auftritt zudem, um die trans* Kongressabgeordnete Sarah McBride öffentlich zu würdigen. Sie hatte einst mit seinem Sohn Beau Biden zusammengearbeitet, als dieser Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Delaware war.

Appell an die ganze Community

Zugleich appellierte Biden an die Community, den Einsatz für Gleichberechtigung fortzusetzen. „Wir sind eines der wenigen Länder der Welt, das aus Krisen immer wieder stärker hervorgegangen ist als zuvor. Ich glaube, wir sind gegen jede Krise immun, die diese Regierung verursacht. Wir werden immer stärker, klüger, widerstandsfähiger und selbstbewusster daraus hervorgehen – vorausgesetzt, ihr bewahrt euren Glauben, eure Hoffnung und handelt mutig.“

Aus Sicht von amerikanischen LGBTIQ+-Organisationen gilt Biden als einer der engagiertesten Präsidenten für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Während seiner vierjährigen Amtszeit traf Biden nahezu 250 Entscheidungen zugunsten der Community. Zu den wichtigsten Vorhaben gehörte die Unterzeichnung des Respect for Marriage Act. Das Gesetz schützt auf Bundesebene die Rechte gleichgeschlechtlicher Ehen.

Zu den weiteren Maßnahmen seiner Präsidentschaft gehörten unter anderem die Aufhebung des von Donald Trump eingeführten Verbots für trans* Menschen im Militär, die Berufung von Pete Buttigieg zum ersten offen schwulen Minister in der Geschichte der Vereinigten Staaten und die Ernennung des Nachtclubs Pulse zu einer nationalen Gedenkstätte gegen Homo- und Transfeindlichkeit. 

2023 erklärte Biden: „Die LGBTIQ+-Bewegung hat unser Land für immer verändert: Lasst uns queere Kinder schützen.“ Vor den Vereinten Nationen forderte er den Schutz von Frauen und LGBTIQ+-Menschen als „Werte unserer gemeinsamen Menschlichkeit“. Später begnadigte er Tausende ehemalige Soldaten, die in der Vergangenheit wegen homosexueller Beziehungen in den Streitkräften verurteilt worden waren. Zudem gedachte er der Stonewall-Aufstände und stellte 1,4 Milliarden US-Dollar für Menschen mit HIV und geringem Einkommen bereit. Nach dem Ende seiner Präsidentschaft wurden zahlreiche LGBTIQ+-politische Maßnahmen seiner Regierung unter Präsident Donald Trump zurückgenommen. 

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