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Demo mit Ian McKellen
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Demo mit Ian McKellen Prominenter Protest gegen Kriminalisierung von LGBTIQ+

ms - 03.06.2026 - 16:00 Uhr
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Der schwule britische Schauspieler und LGBTIQ+-Aktivist der ersten Stunde Sir Ian McKellen (87) hat sich in der britischen Hauptstadt Londonan einem Protestmarsch gegen die Kriminalisierung von LGBTIQ+-Menschen in Commonwealth-Staaten beteiligt. Die Situation bezeichnete er als „entsetzlich“.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ian McKellen beteiligte sich am „Commonwealth Walk of Shame“ in London.
  • Protest gegen Gesetze in 29 Commonwealth-Ländern, die gleichgeschlechtliche Beziehungen noch immer kriminalisieren.
  • In sechs Ländern droht lebenslange Haft, in Uganda und Nigeria sogar die Todesstrafe.
  • McKellen kritisierte koloniale Ursprünge der Gesetze und forderte deren Abschaffung.
  • Demonstranten zogen zu acht Botschaften betroffener Länder.

29 Länder kriminalisieren Homosexualität

McKellen sagte vor der Demonstration gegenüber PA Media: „Als Großbritannien ein Empire hatte, wurden in weit entfernten Ländern die Gesetze eingeführt, die wir hier hatten, einschließlich der Gesetze gegen homosexuelle Menschen. Diese Gesetze wurden hier zu Recht aufgehoben, aber in den Überresten des britischen Empire, heute Commonwealth genannt, bestehen sie noch.“ Weiter erklärte er: „Diese alten Gesetze, diese britischen Gesetze, diese ausländischen Gesetze bleiben in den Überresten des britischen Empire, das heute Commonwealth heißt, bestehen.“ In 29 Commonwealth-Ländern seien gleichgeschlechtliche Beziehungen weiterhin illegal. In sechs dieser Staaten drohe lebenslange Haft, in Uganda und Nigeria sogar die Todesstrafe.

Protest „der Schande“

Die Demonstration mit dem Titel „Commonwealth Walk of Shame“ wurde von der Peter Tatchell Foundation und dem Out and Proud African LGBTI Network organisiert. Nach Ansprachen von McKellen und dem nigerianischen Aktivisten Babatunde Akanwale Osunseyi zogen die Teilnehmer zu den Botschaften von acht Ländern, die LGBTIQ+-Personen kriminalisieren. Begonnen wurde vor der nigerianischen Hochkommission, anschließend ging der Protest weiter zu den Vertretungen von Uganda, Papua-Neuguinea, Trinidad und Tobago, Ghana, Jamaika, Bangladesch und Sri Lanka.

McKellen betonte, der Marsch sei zwar nicht „riesig“, hoffe aber, dass die Botschaft in die betroffenen Länder gelange. „Dies ist eine aufrichtige Demonstration und ich hoffe, dass die Menschen, die zum Teil im Verborgenen leben, weil sie Angst vor den Gesetzen ihres Landes und dem Verhalten der Mitbürger haben, dies spüren. Es ist eine entsetzliche Situation, und jede kleine Unterstützung wird geschätzt.“

Exportierter Hass auf Schwule

Die Teilnehmer hielten Schilder hoch, auf denen unter anderem König Charles aufgefordert wurde, sich für frühere Monarchen zu entschuldigen, sowie Hinweise auf „75 Jahre homophober Verfolgung“. McKellen sagte, der Protest wolle nicht Hass fördern, sondern eine „Liebe zur Gerechtigkeit, eine Liebe zur Gleichheit“ befeuern. Er führte zudem aus, dass ein großer Teil der LGBTIQ+-feindlichen Einstellungen in Afrika und Asien auf „exportierte“ koloniale Gesetze zurückgehe. 

Auf die Frage nach der Wirkung der Aktion verwies McKellen auf fehlende politische Aufmerksamkeit innerhalb des Commonwealth: „Vielleicht könnten sie etwas mehr Interesse daran zeigen, was das Commonwealth tut und was es nicht tut. Eines, was es nicht tut, ist, dieses Problem jemals zu diskutieren. Es steht nie auf der Tagesordnung, und vielleicht werden solche Veranstaltungen Politiker dazu bringen, über etwas zu sprechen, das von so großer Bedeutung ist.“

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