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Nationale Krise auf Fidschi
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Nationale Krise auf Fidschi UNAIDS warnt vor neuer Dynamik bei HIV-Entwicklung

ms - 18.09.2026 - 10:30 Uhr
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Der Inselstaat Fidschi hat angesichts eines deutlichen Anstiegs der HIV-Infektionen eine nationale Krise ausgerufen. Gesundheitsminister Antonio Lalabalavu erklärte HIV zum nationalen Notfall. Nach Angaben der Regierung sollen zusätzliche Ressourcen im Gesundheitswesen eingesetzt werden, um die weitere Übertragung des Virus einzudämmen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Fidschi hat wegen steigender HIV-Zahlen eine nationale Krise beziehungsweise einen nationalen Notstand ausgerufen.
  • 2025 wurden 2.016 neue HIV-Diagnosen registriert, darunter 59 Babys, die mit HIV geboren wurden.
  • Die Zahl der Neudiagnosen stieg im vergangenen Jahr um 27 Prozent.
  • Die Regierung will den Zugang zu Schnelltests, Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten ausbauen.
  • Mehr als die Hälfte der Fälle mit bekanntem Übertragungsweg stand mit sexueller Übertragung in Verbindung, fast die Hälfte mit injizierendem Drogenkonsum.
  • UNAIDS schätzt, dass 2025 rund 9.100 Menschen in Fidschi mit HIV lebten. Nur 39 Prozent kannten demnach ihren HIV-Status.
  • Australien, Neuseeland, Indien, der Global Fund und die Vereinten Nationen unterstützen die HIV-Maßnahmen finanziell.

Mehr Tests und Medikamente geplant

Bereits im Januar 2025 hatte Fidschi einen HIV-Ausbruch ausgerufen. Im vergangenen Jahr registrierte das Land nun 2.016 neue HIV-Diagnosen. Darunter waren 59 Babys, die mit HIV geboren wurden. Nach Angaben von Reuters nahm die Zahl der HIV-Neudiagnosen innerhalb eines Jahres um 27 Prozent zu. Die Regierung will den Zugang zu HIV-Schnelltests sowie zu Medikamenten zur Vorbeugung und Behandlung von HIV ausweiten. Auch Angebote zur Schadensminimierung für Menschen, die injizierbare Drogen konsumieren, sollen verstärkt werden. „Die Maßnahmen konzentrieren sich darauf, Leben zu schützen, den Zugang zu Gesundheitsdiensten zu verbessern und die Stigmatisierung zu verringern“, heißt es im Statement der Regierung.

Finanziell unterstützt werden die Maßnahmen von Australien, Neuseeland, Indien, dem Global Fund und den Vereinten Nationen. Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS, erklärte: „Fidschi hat die Dringlichkeit des Augenblicks erkannt und verstärkt seine Maßnahmen. Es ist zugleich eine deutliche Erinnerung an die Welt daran, dass AIDS noch nicht vorbei ist. HIV-Epidemien können sich schnell verändern, und Länder brauchen Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme, die bereit sind, dringend zu reagieren.“

Sexuelle Übertragung und Drogenkonsum

Nach Angaben von UNAIDS stand mehr als die Hälfte der neuen Fälle mit bekanntem Übertragungsweg mit sexueller Übertragung in Verbindung. Fast die Hälfte der Fälle wurde zudem mit injizierendem Drogenkonsum in Verbindung gebracht. Um die Übertragung über gemeinsam genutzte Injektionsutensilien einzudämmen, plant UNAIDS die Einführung eines Programms zur Ausgabe von Nadeln und Spritzen. Dafür ist allerdings noch die Zustimmung des Parlaments erforderlich. Fidschi hat nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 937.000 Einwohner. UNAIDS schätzt, dass 2025 rund 9.100 Menschen im Land mit HIV lebten. Ein großer Teil der Betroffenen weiß demnach jedoch nichts von der eigenen Infektion. Nur 39 Prozent der Menschen mit HIV kannten laut der Schätzung ihren HIV-Status. Lediglich 22 Prozent erhielten eine antiretrovirale Behandlung.

Handeln statt Angst

Eamonn Murphy, Regionaldirektor von UNAIDS für den Pazifikraum, verwies auf die Bedeutung von Aufklärung über HIV und die Behandlungsmöglichkeiten. „Die Ausrufung der nationalen Krise ist ein Aufruf zum Handeln, nicht zur Angst. HIV wird nicht durch alltäglichen Kontakt übertragen, und Menschen, die wirksam behandelt werden und eine nicht nachweisbare Viruslast haben, übertragen HIV nicht beim Sex.“  Zugleich sieht UNAIDS weiterhin Möglichkeiten, die Entwicklung in Fidschi zu beeinflussen. „Fidschi hat weiterhin die Möglichkeit, den Verlauf dieser Epidemie zu verändern. Eine stärkere Zusammenarbeit im gesamten Pazifikraum und anhaltende internationale Solidarität können die nationalen Anstrengungen unterstützen und dazu beitragen, Maßnahmen schneller voranzutreiben.“ So ist der Schwerpunkt klar auf Fidschis Reaktion auf die steigenden HIV-Zahlen gelegt, ohne die Zahlen zu anderen Aspekten unnötig zu wiederholen.

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