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Krise beim Kondom 30 Prozent Kostenanstieg, neue Probleme im Bereich STI?

Von ms - 24.04.2026 - 15:30 Uhr
Krise beim Kondom
Foto: iStock / uncle_daeng
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Die Kondompreise in den USA stehen vor einem deutlichen Anstieg von bis zu 30 Prozent – und Schuld daran ist laut Herstellern unter anderem der Iran-Konflikt unter der Trump-Regierung. Erste Kritiker befürchten bereits, es komme angesichts der erhöhten Preise zum Samenstau oder Libidoverbot bei jenen Herren, die auf den Gummi nicht verzichten möchte. Anderenfalls droht ein erneuter Anstieg der Fälle von Geschlechtskrankheiten. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Kondompreise könnten in den USA um 20–30 Prozent steigen.
  • Hauptursache: Krise im Iran und steigende Rohstoffkosten.
  • Weitere Faktoren: Mangel an synthetischem Gummi in Malaysia, gestiegene Nachfrage, Kürzungen der Auslandshilfe.
  • Auswirkungen betreffen besonders auch die queere Community, die bereits mit steigenden STI-Raten kämpft.

Gummi-Knappheit in Malaysia 

„Die Lage ist definitiv sehr fragil, die Preise sind hoch“, erklärte Goh Miah Kiat, CEO des malaysischen Kondomherstellers Karex, gegenüber Reuters. „Wir haben derzeit keine andere Wahl, als die Kosten an die Kunden weiterzugeben.“ Karex beliefert die größten Kondomhersteller in den USA sowie den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Neben dem Krieg im Iran führen auch ein Mangel an synthetischem Gummi in Malaysia sowie gestiegene Nachfrage und Kürzungen der Auslandshilfe zu Engpässen.

Die Folgen machen sich längst bemerkbar: Schon im Frühjahr berichteten olympische Athleten von einem schnellen Aufbrauchen des kostenlosen Kondomvorrats. Nun spüren es die Verbraucher. Neben den klassischen Risiken ungeschützten Sexualverkehrs droht nun auch das Portemonnaie stärker belastet zu werden. Auch global könnte der Preisanstieg Folgen haben. In China löste die Nachricht über Zusatzkosten bei Kondomen bereits Diskussionen aus – teils sogar im Zusammenhang mit Strategien zur Bekämpfung der sinkenden Geburtenrate.

Problem in der Community 

Für die homosexuelle und queere Community in den USA kommen die Preissteigerungen zu einer ohnehin angespannten Situation hinzu: steigende STI-Raten und bundesstaatliche Angriffe auf zugängliche HIV-Vorsorge belasten bereits die Gesundheitsversorgung. Die Gummi-Müdigkeit innerhalb der sexpositiven schwulen Community werden dadurch überdies wahrscheinlich weiter zunehmen, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Damit einhergehend befürchten STI-Experten erneute Anstiege bei Geschlechtskrankheiten in den USA. 

Die wirtschaftlichen Auswirkungen treffen zudem heterosexuelle Paare, die sich in der volatilen Lage der US-Wirtschaft eine Familiengründung gut überlegen müssen. Analysten sehen in der Entwicklung eine weitere Herausforderung für Konsumenten, die ohnehin bereits unter den hohen Lebenshaltungskosten leiden. Online machen einige bereits Donald Trump aufgrund seiner Iran-Politik für den Anstieg der Preise verantwortlich. Wer bisher dachte, das Schlafzimmer sei eine sichere Oase, muss nun also auch dort mit Trumps Spuren rechnen.

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