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Kondomkrise bei Olympia Notstand im Olympischen Dorf in Italien?

Von ms - 16.02.2026 - 16:00 Uhr
Kondomkrise bei Olympia
Foto: iStock / uncle_daeng
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Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo sind die von den Organisatoren bereitgestellten Kondome offenbar bereits nach kurzer Zeit vollständig aufgebraucht. Nach Berichten italienischer Medien waren die Vorräte schon nach drei Tagen erschöpft, wie ein Athlet anonym der Zeitung La Stampa berichtete. „Uns wurde versprochen, dass Nachschub kommt – aber niemand weiß, wann.“

Notstand an der Gummi-Front

Nach Darstellung von La Stampa liegt die Ursache weniger im Verhalten der Athletinnen und Athleten als vielmehr in der vergleichsweise geringen Menge an bereitgestellten Verhütungsmitteln. „In Paris bekamen die Athleten rund 300.000 Kondome – etwa zwei pro Person und Tag. Bei diesen Winterspielen lagen die Zahlen deutlich darunter“, heißt es in dem Bericht. Die Rede ist von angeblich gerade einmal 10.000 Kondomen bei den aktuellen Winterspielen. Dabei galten bereits die Sommerspiele in Paris 2024 im Vergleich zu früheren Olympischen Spielen als reduziert: Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro waren noch rund 450.000 Kondome verteilt worden.

Gummi-Tradition seit 1988

Der frühere schwule US-Eiskunstläufer Adam Rippon hatte sich zuletzt scherzhaft für einen früheren Engpass verantwortlich gemacht. Im NBC-Podcast sagte er mit Blick auf die Winterspiele 2018 in Pyeongchang: „Falls ihr euch fragt, wo 3.000 der Kondome von den Olympischen Spielen 2018 geblieben sind – die habe ich genommen.“ Ob die Kondome aktuell in Italien alle bereits aufgebraucht sind oder doch Langfinger auch hier am Werk waren, ist nicht bekannt. 

Kostenlose Kondome gehören bei Olympischen Spielen seit den Spielen 1988 in Seoul zum festen Angebot. Damals führte das Internationale Olympische Komitee die Maßnahme im Zuge der Aids-Krise ein, um für Safer Sex und den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu sensibilisieren. Der lombardische Regionalpräsident Attilio Fontana verteidigte die Praxis in einem Beitrag in sozialen Netzwerken. „Ja, wir stellen den Athleten im Olympischen Dorf kostenlose Kondome zur Verfügung“, schrieb er. „Wenn das manchen seltsam erscheint, dann kennen sie die etablierte olympische Tradition nicht. Sie begann 1988 in Seoul, um Athleten und junge Menschen für die Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten zu sensibilisieren – ein Thema, das kein Tabu sein sollte.“ Rippon betonte zudem vieldeutig, dass schon viel passieren könne, wenn so viele gutgebaute Spitzensportler auf engem Raum zusammenkommen. 

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