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Neuer Boykott-Aufruf zum ESC
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Neuer Boykott-Aufruf zum ESC Künstler fordern Ausschluss von Israel beim Musikwettbewerb

ms - 22.04.2026 - 08:30 Uhr
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Nur wenige Wochen vor dem 70. Eurovision Song Contest (ESC) am 16. Mai in Wien haben über 1.100 Musikerinnen und Musiker sowie Kulturschaffende in einem offenen Schreiben einen Boykott des Wettbewerbs gefordert. Zu den Unterzeichnenden zählen internationale Musikgrößen wie Macklemore, Paloma Faith, Brian Eno, Paul Weller, Peter Gabriel und Roger Waters.

Das Wichtigste im Überblick

  • Über 1.100 Musikerinnen und Musiker fordern in einem offenen Brief einen Boykott des Eurovision Song Contest 2026.
  • Unter den Unterzeichnenden sind bekannte Künstler wie Macklemore, Peter Gabriel, Brian Eno, Roger Waters und Paloma Faith.
  • Die Initiative „No Music For Genocide“ verlangt den Ausschluss Israels aus dem Wettbewerb.
  • Fünf Länder – Irland, Niederlande, Slowenien, Spanien und Island – haben ihre Teilnahme bereits abgesagt.
  • Die EBU betont den unpolitischen Charakter des ESC, trotz anhaltender Kritik.

Kritik an Teilnahme Israels

Auch Bands wie Massive Attack, Idles und Kneecap haben das Dokument unterzeichnet. Zudem haben sich ehemalige ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer dem Aufruf angeschlossen, darunter die dänische Gewinnerin von 2013, Emmelie de Forest. Die Initiative „No Music For Genocide“ verlangt den Ausschluss Israels aus dem Wettbewerb. Die Künstler ziehen dabei Parallelen zum Ausschluss Russlands nach dessen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022. Ihnen zufolge werde der ESC dazu genutzt, militärische Aktionen Israels im Gazastreifen „zu normalisieren“. In dem Schreiben heißt es: „Wir solidarisieren uns mit den palästinensischen Aufrufen an öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, Darsteller, Organisatoren von Screening-Partys, Crews und Fans, den Eurovision Song Contest zu boykottieren, bis die EBU den beteiligten israelischen Sender KAN ausschließt.“

Fünf Länder sagten Teilnahme ab

Bisher haben fünf Länder ihre Teilnahme abgesagt: Irland, die Niederlande, Slowenien, Spanien und Island zogen sich zurück, nachdem die Europäische Rundfunkunion (EBU) entschieden hatte, dass Israel teilnehmen darf. Spanien hat zudem erklärt, das TV-Event auch nicht übertragen zu wollen. 

Die EBU hält an der Neutralität des Wettbewerbs fest und betont regelmäßig, dass der ESC unpolitisch sei. Die Boykott-Befürworter argumentieren jedoch, dass die behauptete Neutralität angesichts der über 30 Monate andauernden Konflikte im Gazastreifen und der Landnahme im Westjordanland nicht glaubwürdig sei. Der ESC 2026 in Wien folgt auf den Sieg Österreichs im Vorjahr durch JJ mit dem Titel „Wasted Love“. Die Sicherheitsbehörden vor Ort erwarten auch aufgrund der Israel-Frage mögliche Ausschreitungen während der ESC-Woche, weswegen die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort sein wird. Auch die Einlasskontrollen wurden massiv verstärkt. Das starke Interesse am ESC hat trotz mehrfacher Boykottaufrufe bisher nicht abgenommen, die Tickets für die drei Shows waren binnen weniger Minuten ausverkauft. 

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