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Sexpositive Städte weltweit Amsterdam verteidigt erneut den ersten Platz

Von ms - 27.07.2026 - 15:00 Uhr
Sexpositive Städte weltweit
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Die niederländische Hauptstadt Amsterdam bleibt nach Einschätzung der Erotik-Plattform Erobella die weltweit sexuell liberalste Stadt. Das geht aus dem aktuellen Jahresindex „World's Most Sexually Liberal Cities 2026“ hervor. Die Stadt feiert seit letztem Wochenende folgerichtig auch den World Pride. Hinter dem Spitzenreiter hat es jedoch einige Veränderungen und Überraschungen gegeben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Amsterdam bleibt die sexuell liberalste Stadt der Welt.
  • Köln ist erneut bestplatzierte deutsche Stadt und liegt vor Berlin.
  • Vancouver und Manchester verbessern sich deutlich im Ranking.
  • Hamburg verpasst knapp Einzug in die Top Ten.
  • Die Bewertung berücksichtigt unter anderem LGBTIQ+-Akzeptanz, Sexarbeit, reproduktive Rechte und Erotikangebote.
  • US-Städte schneiden wegen der politischen Rahmenbedingungen schlechter ab als ihre Infrastruktur vermuten lässt.

Deutschland stark vertreten

Das kanadische Vancouver verbesserte sich deutlich vom vierten auf den zweiten Platz. Manchester rückte auf Rang drei vor, nachdem die nordenglische Metropole, bekannt als Drehort der Serien „Queer as Folk“ und aktuell "Tip Toe", im vergangenen Jahr noch den siebten Platz belegt hatte. Aus deutscher Sicht führt erneut Köln das Feld an. Die Domstadt belegt weltweit Rang vier und rutschte damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz ab. Berlin verteidigte Platz sechs. Hamburg verfehlte als Elfter den Sprung unter die ersten zehn Städte nur knapp. Dazwischen tummeln sich San Francisco auf Platz 5, Wien auf der 7, Glasgow auf Platz 8 sowie Paris auf der 9 und Miami auf der 10. Deutschland sowie die USA und Großbritannien sind die einzigen Länder mit jeweils zwei Städten in den Top-10. 

Detaillierte Bewertung

Für den Index wurden – wie bereits im Vorjahr – insgesamt 41 Städte weltweit miteinander verglichen. Bewertet werden vier Bereiche. Einer davon ist die Akzeptanz und Einbindung von LGBTIQ+-Menschen. Dabei fließen unter anderem die Zahl von Community-Einrichtungen und Veranstaltungen, bestehende Antidiskriminierungsgesetze sowie die Anerkennung von queeren Menschen in die Bewertung ein. „Der Index listet die Städte, in denen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt nicht nur toleriert, sondern gefeiert wird“, erklären die Studienautoren. 

Ein weiterer Bewertungsbereich betrifft die Sexarbeit. Berücksichtigt werden dabei unter anderem der rechtliche Status von Sexarbeitern und deren Kunden sowie die Dichte von Interessenvertretungen und Selbsthilfeorganisationen. Hinzu kommen Kriterien zur reproduktiven Gesundheit, außerdem fließt der Bereich „Adult Lifestyle“ ein, der anhand der Pro-Kopf-Dichte von Sexshops und weiteren Erotikangeboten bewertet wird. Insgesamt erreichte Köln 58,5 von 100 möglichen Punkten und landet damit auf Rang vier. Manchester ist fast gleich auf mit 58,6 Punkten, gefolgt von Vancouver mit 58,9 und Gewinner Amsterdam mit 69,4 Punkten. Berlin erreichte 53,2 Punkte, Hamburg 47,8 Punkte. Das als Schwulenmetropole bekannte London landet mit 39,7 Punkten nur im unteren Mittelfeld. Schlusslichter sind Moskau (11,6), Tokio (17,7) und Kapstadt (20,1). 

Besonderheit von Köln 

„Dass Köln vor Berlin liegt, überrascht viele – aber es ist konsequent. Die Gesetzeslage ist in ganz Deutschland gleich liberal, den Unterschied macht die Dichte des queeren Lebens. Und da spielt Köln pro Kopf in einer eigenen Liga“, erklärte Erobella-Sprecherin Marie Kressund. Allerdings: In puncto Sex Life bekommt Köln gerade einmal 20 Punkte, kann aber dafür insbesondere bei Themen wie Gesundheit und Sexarbeiter aufwarten. Berlin scheint indes beim Sexleben inzwischen der absolute Downer zu sein, hier gab es gerade einmal 14 Punkte. Noch schlechter ist der Wert nur in der Hansestadt mit 13 mageren Pünktchen. Was ist da los mit der Erotik bei den Norddeutschen? Mit Blick auf Hamburg sagt Kressund: „St. Pauli und die lange Tradition der Reeperbahn reichen 2026 nicht mehr für die Top 10 – nicht, weil Hamburg schlechter geworden wäre, sondern weil Städte wie Glasgow und Paris aufgeholt haben.“ Die Daten sind realtiv deckungsgleich mit einer zweiten Studie von Beginn des Jahres, auch hier landete Köln auf der Pole Position.

Politische Lage belastet US-Städte

Nach Einschätzung von Erobella wirken sich die aktuellen politischen Rahmenbedingungen negativ auf die Platzierungen der neun im Ranking vertretenen US-Städte aus. Zwar bescheinigt die Plattform nahezu allen eine lebendige Szene, diese werde jedoch durch die derzeitige Politik ausgebremst. So erhält beispielsweise keine US-Stadt Punkte für ihre Gesetzgebung zur Sexarbeit. Besonders deutlich zeige sich dieser Gegensatz in Miami: Die Stadt erreicht als einzige die Höchstwertung in allen vier Lifestyle-Kategorien – Sexshops, Gay Bars, LGBTIQ+-Events und Veranstaltungen pro Kopf –, landet wegen null Punkten bei Diskriminierungsschutz und Sexarbeitsgesetzen sowie der restriktiven Politik von Gouverneur Ron DeSantis  dennoch lediglich auf Rang zehn.

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